Feuerwehren proben den Ernstfall

Elf Feuerwehren, 140 Retter - so viele Helfer werden gebraucht, wenn ein großes Gehöft mitten in Hentern brennt. Das realitätsnahe Szenario hatte sich die Wehrführung in Kell als Jahresübung ausgedacht.

Hentern. Rauch quillt aus der Scheune des Gehöftes Hausen. Das bedeutet nichts Gutes. Schnell breitet sich ein Großbrand mitten in Hentern aus. Menschenleben sind in Gefahr, denn Kinder sind in dem Inferno gefangen. Und zu alledem passiert dann auch noch ein Verkehrsunfall zwischen einem Auto und einer Zugmaschine.
Bei solch einem Szenario ,wie es sich die Henterner Wehrführung mit Winfried Biewer und Hermann Biwer ausgedacht hat, müssen möglichst viele der Keller Wehren alarmiert werden. Elf kamen zu Übung nach Hentern. 140 Retter zeigten dort ihr Können im Umgang mit modernen Gerätschaften.
Szenario kann jederzeit eintreten


Wehrleiter Bruno Merten bestätigt: "Das ist alles sehr realitätsnah." Das könne in einem Heulager mit Kurzschluss oder zündelnden Kindern jederzeit passieren.
Bei einem Tagesalarm, wenn viele Wehrangehörige an ihren Arbeitsplätzen sind, könne es passieren, dass nicht direkt so viele Retter zur Stelle sind: "Nur gut, dass viele bei Bilstein arbeiten und dieser Arbeitgeber Wehrleute im Ernstfall zum Einsatz gehen lässt."
Zum Ernstfall gehört bei einem ländlichen Einsatz auch die Rettung von Tieren. "Dafür sind Feuerwehrleute nicht ausgebildet", gesteht Merten. Rinder, Schweine oder Pferde müssten von den Besitzern selbst aus den Stallungen geholt werden.
Etwas schwach besetzt war das Rote Kreuz: Die Helfer waren mit nur drei Sanitätern angerückt. "Im Ernstfall können wir bis zu 40 Leute mobilisieren", beruhigte DRK-Einsatzleiter Frank Welter.
"Da ist ja diesmal nicht viel los bei dieser Übung", monierte Anwohner Ewald Annen (45). Er vermisste mehr "Action". Doch viel passierte auch auf der anderen Seite des Anwesens, und der Verkehrsunfall war noch gar nicht "an der Reihe". Ein Auto war mit einem Schlepper der schwereren Art zusammengestoßen. Ein Schwerverletzter musste aus dem Fahrzeug geholt werden, das mit hydraulischen Scheren und Spreizern kurzerhand in ein Cabrio verwandelt wurde.
Rund 200 Menschen verfolgten den Großeinsatz, und am Schluss stellte Anwohnerin Irene Philippi (52) erleichtert fest: "Nur gut, dass im Ernstfall so viele Retter kommen können."
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell, Werner Angsten, dankte den Wehrleuten: "Wir müssen für den Ernstfall gewappnet sein." Und solche Übungen stellten nicht nur unter Beweis, dass jeder Handgriff sitzt, sondern dienten auch der Kameradschaft. In der Verbandsgemeinde Kell habe es bis zum 28. September ganze 83 Einätze gegeben.
Die Verwaltung und der Verbandsgemeinderat unterstützen die Wehren mit moderner Ausrüstung. Demnächst werden in den Ortsgemeinden Greimerath, Mandern und Heddert neue Tragkraftspritzenfahrzeuge übergeben.Nach der Übung wurde Torsten Marx von der Feuerwehr Mandern für 25 Jahre aktiven Dienst in der Wehr mit dem silbernen Feuerwehrehrenzeichen des Landes Rheinland- Pfalz ausgezeichnet. Aus der Zerfer Feuerwehr wurden Stefan Schmitt zum Oberfeuerwehrmann und Tobias Gläsner zum Löschmeister ernannt. Markus Biewer ist in sein Amt als Gerätewart der Feuerwehr Hentern eingeführt worden. Der 16-jährige Henterner Jungfeuerwehrmann Sebastian Dietzen ist jetzt in der Aktivenwehr. doth