Feuerwehren rücken häufig zu Flächenbränden in Trier und im Kreis Trier-Saarburg aus

Feuer auf Feldern, Wiesen und in Wäldern : Vorsicht Brandgefahr!

Felder, Hecken, Wiesen, Wälder: Die Feuerwehren im Raum Trier rücken zurzeit ständig zu Löscheinsätzen in die Natur aus. Grundsätzlich sehen sie sich dafür gut gerüstet. Für den absoluten Extremfall reicht es aus ihrer Sicht jedoch nicht.

Mittwochmittag, 12 Uhr. Routineeinsatz: Die Berufsfeuerwehr Trier rückt zu einem kleineren Flächenbrand in Ehrang aus. 200 Quadratmeter Wiese brennen. Das Feuer ist schnell gelöscht. Eigentlich ist der Einsatz kaum erwähnenswert, doch er reiht sich in eine Serie von Flächenbränden ein, deren Höhepunkt am Dienstag war: Mehrere Feuerwehren rücken am 9. Juli zu insgesamt vier Bränden aus. In Trier brennen zwei Wiesen: um 15.50 Uhr in der Robert-Schuman-Allee auf dem Petrisberg, um 16.15 Uhr in der Schlesienstraße in Trier-Eh­rang. Beide Feuer sind schnell unter Kontrolle. Um 16 Uhr folgt aber ein Großeinsatz in der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land. Dort rücken laut VG-Wehrleiter Jürgen Cordie aus Zemmer alle fünf in der VG verfügbaren Tanklöschfahrzeuge zu einem Flächenbrand bei Butzweiler aus, den ein heißgelaufener Mähdrescher ausgelöst hat. Die Wehrleute schaffen es, ein Übergreifen des Feuers auf den Wald zu verhindern. Das Getreide auf 40 000 Quadratmetern Anbaufläche verbrennt trotzdem. Der Brand sei kontrollierbar gewesen, sagt Cordie. Auch wegen der Mithilfe von Landwirten, die Wasser mit Gülleanhängern verteilt haben, um die drohende rasante Ausbreitung der Flammen zu stoppen. Zu Ende ist der feurige Dienstag nach den Löscharbeiten nicht. Um 18 Uhr läuft noch eine Rundballenpresse in Merzkirchen heiß, das Stroh fängt Feuer. Die Feuerwehr kühlt die Maschine und löscht den Brand.


Ursache Aus Sicht des Wehrleiters der VG Konz, Mario Gaspar, ist die langanhaltende Trockenheit der Grund für die vielen Flächenbrände. Die Gefahr, dass Gras oder Bäume Feuer fingen, sei dadurch höher. Bernhard Hein, Wehrleiter der VG Saarburg-Kell, pflichtet ihm bei: „Es besteht eine sehr hohe Brandgefahr.“ Er hat eine Bitte an die Menschen in der Region: „Die Wirtschafts- und Waldwege müssen frei bleiben.“ Oft stellten Wanderer ihre Autos ab, ohne darauf zu achten, ob genug Platz sei, sagt Hein. „Die Feuerwehr kommt dann nicht mehr vorbei.“

Ausrüstung reicht bisher Aus Sicht des Trier-Saarburger Kreisfeuerwehr­inspekteurs (KFI) Christoph Winckler  stellen Flächenbrände, die zum Beispiel durch heißlaufende Mähdrescher ausgelöst werden, kein großes Problem für die freiwilligen Feuerwehren dar. Personal, Ausrüstung und Wasser seien für solche Vorfälle vorhanden. „Es gibt bisher keine Lagen, die uns beängstigen“, sagt er. Bisher hätten die Kräfte der jeweils betroffenen VG alle Feuer allein unter Kontrolle bringen können. VG-übergreifende Einsätze seien bisher nicht notwendig gewesen. Die freiwilligen Feuerwehren seien für Flächenbrände mit Tanklöschfahrzeugen gerüstet, um Landwirten und anderen Betroffenen vor Ort zu helfen, wenn keine Wasserquelle in der Nähe ist. Winckler mahnt trotzdem zur Vorsicht: „Man sollte darauf achten, wo man zum Beispiel ein Lagerfeuer macht. Mit Zigaretten sollte man ebenfalls aufpassen.“

Eine Anfrage bei der Berufsfeuerwehr der Stadt Trier beantwortet Stadt-Pressesprecher Michael Schmitz: „Die Berufsfeuerwehr hält für größere oder Großlagen bei Waldbränden ein Großtanklöschfahrzeug bereit mit 5000 Litern Wasser.“ Außerdem sei die Feuerwehr in der Lage, längere Schlauchleitungen in Waldgebiete zu legen. So habe die Wehr es bei dem Brand im Jungenwald bei Ehrang gemacht. Schmitz verweist zudem auf die Freiwilligen Feuerwehren in Trier, die ebenfalls Tanklöschfahrzeuge haben. Zudem gebe es ein sogenanntes Waldbrand-Fass mit 6000 Litern Fassungsvermögen im Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Trier-Ehrang. Es stehe auf einem Fahrzeug, so dass es jederzeit zu einem Einsatzort gebracht werden könne.


Grenzen der Einsatzkräfte Laut dem Pressesprecher gibt es noch weitere Hilfe: „Bei einer absoluten Großlage würde man sich natürlich auch an die Polizei wenden, die ebenfalls noch Unterstützung leisten kann.“ Wie diese Hilfe aussehen kann, war kürzlich bei einem extremen Waldbrand südlich von Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Ludwigslust-Parchim zu beobachten. Dort standen in den vergangenen Tagen mehr als 1200 Hektar Wald in Flammen. Auch Polizeihubschrauber und Wasserwerfer wurden beim Löschen eingesetzt.

Kreisfeuerwehrinspekteur Christoph Winckler bezweifelt, dass die vorhandenen Ressourcen in Rheinland-Pfalz bei einer Katastrophe mit Ausmaßen wie in Mecklenburg-Vorpommern reichen würden. „Für größere Waldbrände sind wir nicht gerüstet“, sagt er. Es gebe – zum Glück – keinerlei Erfahrung in diesem Bereich. Deshalb brauche die Feuerwehr Fachberater, die sich mit dem Forst und Taktiken für Waldbrände auskennen. Auch zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten hält er für sinnvoll. Zudem fordert Winckler kreis- und grenzübergreifende Katastrophenschutzpläne. Waldgebiete machten an Grenzen nicht halt, sagt er.  Mit dem Eifelkreis Bitburg-Prüm, dem Saarland, Luxemburg und Belgien laufen laut Winckler erste Gespräche: „Wir brauchen eine gemeinsame Taktik.“

Flächenbrand bei Butzweiler: Dort sind 40 000 Quadratmeter einer Getreideanbaufläche verbrannt. Foto: Florian Blaes

Ansonsten verweist der KFI auf die Brandprävention. Jeder Bürger müsse sich zum Beispiel der Gefahren im Wald bewusst sein und Rauchentwicklung sofort unter der kostenlosen Notrufnummer 112 melden (siehe Info).

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