Feuerwehren rund um Saarburg: Viele Akten, viele Brände

Feuerwehren rund um Saarburg: Viele Akten, viele Brände

Die annähernd 700 Aktiven der 34 Freiwilligen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Saarburg haben im vergangenen Jahr insgesamt 5804 Stunden in Einsätzen verbracht. Damit ist deren Zahl leicht angestiegen. Die Rettung läuft dabei immer häufiger über den neuen Digitalfunk. Sorgen bereiten der Feuerwehr allerdings einige ältere Fahrzeuge.

Saarburg. Die Feuerwehrleute der Verbandsgemeinde Saarburg werden die beiden Großeinsätze des vergangenen Jahres so schnell nicht vergessen. Am 16. März trat in der Biebelhausener Mühle Ammoniak aus, und zwei Tage lang musste am 9. und 10. Mai der Waldbrand bei Taben- Rodt bekämpft werden.
"Die Zahl der Einsätze stieg von 409 im Jahr 2010 auf 415 im vergangenen Jahr", erklärt Wehrleiter Bernhard Klein. Die Zahl der Fahrzeugbrände ging von 13 auf fünf zurück, die der Gebäudebrände von 155 auf 144. Bei den Gebäudebränden werden auch die Sicherheitswachdienste bei Veranstaltungen erfasst.
Die Zahl der Objektbrände stieg von 53 auf 83. Dazu gehören beispielsweise Mülleimer- oder Containerbrände. Bei den 183 technischen Hilfeleistungen machten Klein vor allem die Türöffnungen bei älteren Leuten Sorgen: "Bei vereinsamten Menschen kann unsere Hilfe auch mal zu spät kommen."
Dieses Problem, so vermutet der oberste Saarburger Brandbekämpfer, werde im Zuge des demografischen Wandels weiter zunehmen. Zehn bis zwölf Mal im Jahr müssen Türen aufgebrochen werden, damit Rettungskräfte anschließend einem älteren Menschen helfen können. Oft sind es Pflegekräfte, die vor der verschlossenen Tür stehen und dann die Feuerwehr rufen.
Generell rät der Wehrleiter nicht nur älteren Menschen dazu, einen Rauchmelder zu installieren. Erstmals ist im vergangenen Jahr die Einsatzhäufigkeit je nach Tageszeit erfasst worden. "Zwei Drittel aller Alarmierungen liegen zwischen 7 und 20 Uhr", weiß Klein.
Die Einsatzbereitschaft am Tag habe deshalb eine enorme Bedeutung. Mit annähernd 700 Einsatzkräften und, wenn\'s ganz dick kommt, Wehren aus Nachbarkreisen, dem Saarland und Luxemburg, sieht der Wehrleiter seine Truppe jedoch gut gewappnet.
Derzeit durchläuft die Wehr als eine der ersten die Umstellung von Analog- auf Digitalfunk. In rund der Hälfte aller Fahrzeuge ist die neue Technik bereits eingebaut. In der Einsatzzentrale in Saarburg laufen beide Techniken noch parallel.
Gleichzeitig wird die Weiterbildung der Aktiven in der Handhabung der neuen Technik vorangetrieben, die wesentliche Vorteile an Sprachqualität und Schaltungen zu weiteren Organisationen wie DRK oder Polizei bietet. Bereits im April muss die Umstellung vollzogen sein. Die Erfahrungen dieses technischen Wandels werden an andere Wehren weitergegeben.
Die Wehrleitung macht sich aber auch Sorgen. "Ich wünsche mir, dass sich die Sparappelle der Landesregierung nicht nachteilig auf die Aus- und Fortbildung der Wehr auswirken", sagt Klein. So wurden im Prüfbericht des Rechnungshofes für 2012 bereits die meisten Seminare gestrichen. "Bei privaten Anbietern müssten wir Schulgeld bezahlen", klagt Klein.
Führerscheine der Klasse C1 für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen, die bislang bis zu 1500 Euro kosteten, wurden bislang übernommen. "Mit einem Beauftragten für Nachschulungen könnte das Problem gelöst werden", schlägt der Wehrleiter vor. Mit dieser Schulung könnte das Feuerwehrfahrzeug ohne den C1-Führerschein in Einsätzen gefahren werden, allerdings kein anderes Auto in dieser Gewichtsklasse. Bayern habe diese Regelung bereits, sagt Klein.
Richtig teuer wird es, wenn Klein auf das mehr als 30 Jahre alte Drehleiterfahrzeug und ein großes Tanklöschauto zu sprechen kommt. Beide müssten dringend ersetzt werden, findet der Wehrleiter, aber: "Das kostet mindestens eine Million Euro."
Extra

In den 34 örtlichen Feuerwehreinheiten der Verbandsgemeinde Saarburg stehen 697 Aktive zur Verfügung, fünf weniger als im letzten Jahr. Insgesamt gibt es 30 Frauen in der Wehr, zwei weniger als 2011. Mitgliederstärkste Einheiten sind die Feuerwehr Wincheringen mit 41 Aktiven und der Löschzug Beurig mit 39 Aktiven. In elf Standorten gibt es Jugendwehren mit insgesamt 133 Aktiven, davon 22 Mädchen. doth