Feuerwehrjugend in brenzliger Lage

Feuerwehrjugend in brenzliger Lage

KONZ. Beim Delegiertentag des Kreisjugendfeuerwehrverbands Trier-Saarburg (KJFV) beklagten die Jugendwehren einen Mitgliederrückgang. Der Vorsitzende mahnte verstärkte Anstrengungen an.

Während die Anzahl der Jugendfeuerwehren im Kreis stetig steigt, gehen die Mitgliederzahlen bei den Kindern und Jugendlichen seit Jahren zurück. "Diese Entwicklung stimmt bedenklich", sagt der Vorsitzende des KJFV, Klaus Simon. "Damit die Feuerwehren auch in Zukunft ihren Auftag erfüllen können, müssen wir diesem Phänomen entgegen wirken." Erfreut zeigte sich Simon über den Zuwachs an Jugendwehren. Erst im vergangenen Jahr seien in Konz-Oberemmel, Schoden und Geisfeld neue Jugendwehren gegründet worden. Seit 2007 habe Aach eine Jugendwehr, in Trierweiler-Sirzenich stehe eine Gründung unmittelbar bevor. Damit gebe es im Landkreis derzeit 78 Jugendfeuerwehren. "Die durchschnittliche Mitgliederzahl ist allerdings seit Jahren rückläufig," sagte Klaus Simon. Während vor acht Jahren diese Zahl noch bei über fünf lag, sind es derzeit knapp 13 Mitglieder. Die Gesamtzahl von dereinst über 1000 Nachwuchsfeuerwehrleuten sei deutlich unterschritten. Als Grund hierfür machte Simon die demografische Entwicklung und das Buhlen vieler Vereine und Organisationen um Nachwuchs aus. Aber genau wie Kreisfeuerwehrinspekteur Ortwin Neuschwander erteilte auch der Kreisjugendfeuerwehrwart den so genannten Bambini-Feuerwehren eine Absage. Zwar könnten Bambini-Gruppen, in denen Kinder schon ab sechs Jahren in die Feuerwehren eintreten können, derzeit gegründet werden. "Allerdings ist die versicherungsrechtliche Frage nicht geklärt. Zudem gibt es in den Feuerwehren derzeit weder kindgerechte Strukturen noch Lerninhalte oder entsprechend ausgebildetes Personal", sagte Simon. "Das könnten wir auch nicht leisten", ergänzte Kreisfeuerwehrinspekteur Ortwin Neuschwander. Mehr Brandschutzerziehung in den Schulen

Die Feuerwehren sollten vielmehr bestehende Möglichkeiten intensivieren, die Brandschutzerziehung in den Schulen nutzen und mit Besuchen in den vierten Grundschulklassen das Interesse an der Brandbekämpfung wecken. "Ab dem zehnten Lebensjahr sind die Kinder so reif, dass sie in der Gruppe mitarbeiten können. Vorher bringt das nichts", sagte Neuschwander. Klaus Simon mahnte zudem eine Verbesserung der eigenen Arbeit an: "Es gibt Ansatzmöglichkeiten genug, und es liegt an den Jugendwarten, diese umzusetzen." So bieten die Feuerwehrverbände zahlreiche Seminare von Computerschulungen und Fotografie über Kommunikationstraining und Konfliktmanagement bis hin zu Erlebniswochenenden und Ausbildungen zum Jugendwart an. Nicht nur die Jugendwarte, auch alle Führungskräfte in den Feuerwehren und den Verbandsgemeinden seien gefordert, wenn es darum ginge, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehren zu gewährleisten, sagte Simon. Im Rahmen des Delegiertentages wurden mehrere Vorstandposten neu besetzt. Mit Fabian Glar und Phillip Michels aus Thomm nehmen erstmals zwei Männer den Posten des Schriftführers war. Thomas Schu-Schätter ist neuer Beisitzer für die Verbandsgemeinde Schweich. Katharina Hammes wurde als Mädchenbeauftragte ebenso wieder in ihr Amt gewählt wie der Beisitzer der VG Hermeskeil Achim Kiemen, die Beisitzerin der VG Trier-Land Ckaudia Krütten und die Kassenprüfer Markus Kettern, Holger Stauß und Tanja Reinert.