Feuerwehrmänner sind fleißige Bauhandwerker
Kell · Mit zwei Projekten, dem neuen Feuerwehrgerätehaus und dem Springerbecken im Freibad, hat die Verbandsgemeinde Kell in diesem Jahr zwei Großprojekte gestemmt. Jeweils rund eine Million Euro flossen in das wichtige Projekt der touristischen Infrastruktur und des Brandschutzes.
Kell. Sie hämmern, sägen, bohren und schrauben. Mehr als zehn Mann der Keller Feuerwehr sind auf Leitern und am Boden in eigener Sache im Einsatz. Rund 2500 Arbeitsstunden der Feuerwehraktiven stecken seit August 2010 bereits in ihrem neuen Domizil an der B 407. Mit bis zu 100 000 Euro Muskelhypothekwollen sich die Wehrleute an der Umsetzung ihres langgehegten Wunsches nach einem neuen Haus beteiligen. Jetzt geht es in den Endspurt.
"Wir wollen noch in diesem Jahr einziehen und hier die Weihnachtsfeier abhalten", steckt Wehrführer Kurt Waschbüsch das Ziel ab. Alle 37 Aktiven sind beim kompletten Innenausbau, der Bepflanzung des Umfeldes und den Pflasterarbeiten dabei. Im Frühjahr wollen die Männer die Einweihung feiern. Das neue Feuerwehrgerätehaus ist kein Luxus, denn, so Waschbüsch: "Ein entsprechender Umbau und die Erweiterung des Hauses in der Ruwerstraße wäre viel teurer gewesen.
Kell ist eine Stützpunktwehr, die auch für Schillingen, Waldweiler, Mandern und Heddert zuständig ist. Im neuen Haus ist Platz für sechs Löschfahrzeuge. "Wir haben aber auch noch ein Boot für den Keller See und eine große Leiter", erklärt der Wehrführer den Platzbedarf. Außerdem wird spätestens 2015 noch ein weiteres Fahrzeug neu dazukommen.
Kell ist Stützpunktwehr
Der Neubau hat, wie Waschbüsch bestätigt, noch höchst willkommene Nebenwirkungen: "Die Motivation, der Zusammenhalt und Kameradschaft sind mit dem gemeinsamen Schaffen weiter gewachsen. Das Üben des Ernstfalls habe zwar etwas gelitten, nicht jedoch die Einsatzbereitschaft. Immerhin zehn Einsätze wurden im Laufe der Bauphase gefahren. Außerdem habe so mancher Helfer so ganz nebenbei im handwerklichen Bereich Fortschritte gemacht.
Sechs Löschfahrzeuge
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell, Werner Angsten, freut sich über die großzügige Bezuschussung des Projektes: "Ohne die halbe Million Euro aus dem Konjunkturprogramm II wäre das Projekt über viele Jahre hinweg nicht möglich gewesen. Der Verwaltungschef lobt die fleißigen Wehrleute, die ihr Ziel, Eigenleistung im Gegenwert von 100 000 Euro, nicht aus den Augen verlieren. 330 000 Euro eines zinslosen Darlehens zahlt die Verbandsgemeinde zurück.
Boot als Einsatzgerät
Das zweite Großprojekt des Jahres, das Springerbecken im Freibad, kostete ebenfalls eine runde Million Euro. "Wir haben die Wasserfläche halbiert und sparen jetzt enorm an Energie", freut sich Angsten. Bei gutem Sommerwetter heizen die Edelstahlbecken das Wasser von alleine. Sonst hilft eine sogenannte Absorberanlage aus der Umweltwärme und der Sonne nach. Ein Freibad gehöre zu einer touristisch ausgerichteten Infrastruktur, findet der Chef im Rathaus.
330 000 Euro zahlt die VG
Die eigentliche Saison des neu gestalteten Freibades beginnt erst 2012. Gefeiert wird an Pfingsten. Auch die Feuerwehr will das große Einweihungsfest erst im nächsten Frühjahr feiern.