Finale beim Kreis-Ferienspaß: 600 Seeräuber feiern Piratenparty im Hochwald

Finale beim Kreis-Ferienspaß : 600 Seeräuber feiern Piratenparty im Hochwald

Hinter den Teilnehmern der Ferienspaß-Aktion im Kreis Trier-Saarburg liegen zwei aufregende Wochen. In Hermeskeil haben sie sich zum großen Finale getroffen. Der Landrat nutzte das Fest für einen Appell.

Schwarze Flaggen mit Totenköpfen wehen am Freitagmorgen auf dem Schulhof der Integrierten Gesamtschule in Hermeskeil. Hunderte Kinder mit Augenklappen und roten Kopftüchern flitzen hin und her, spielen Fußball oder üben Tänze. Das Motto der Ferienspaß-Aktion des Landkreises Trier-Saarburg ist nicht schwer zu erraten. „Mit Piraten, Schätzen und Cool-Tour“ waren etwa 600 Kinder in den vergangenen zwei Wochen im Kreis unterwegs und haben viel Spannendes erlebt.

Zum abschließenden Piratenfest haben sich alle in Hermeskeil versammelt. „Es waren zwei tolle Wochen, das Wetter hat so gut mitgespielt wie lange nicht“, freut sich Stefanie Engelke vom Organisationsteam der Kreis-Jugendpflege. Nur der Donnerstag sei verregnet gewesen. Das Fest beginnt mit einem Bühnenprogramm – moderiert von Betreuer Alex und den Ferienspaß-Teilnehmern Emily Hemmerling und Dominik Dahm. Gruppen wie die „Silbernen Augenklappen“ aus Schweich, der „Fluch der Saarmündung“ aus Konz und der „Columbus-Bus“ aus Hermeskeil führen Tänze und Lieder auf. Bejubelt werden sie von einigen Eltern und den 80 Betreuern, die in den zwei Ferienspaß-Wochen für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben.

Diesen Betreuern gilt der besondere Dank von Landrat Günther Schartz, der verkleidet als „König der Piraten“ ans Mikrofon tritt: „Danke an alle, die 14 Tage lang ein so schönes Programm mitgestaltet haben.“ Diese Menschen seien bereit, dafür ihre Freizeit oder ihren Urlaub zu opfern, lobt Schartz. An die Eltern appelliert er, den Ferienspaß zu unterstützen. „Wir sind froh über alle, die uns helfen.“ Es sei jedes Jahr schwierig, genug Betreuer zu finden. Die Verwaltung allein könne das beliebte Programm nicht stemmen, das den Kindern neben Spaß auch „ein Stück Heimatkunde“ biete.

Das Ferienprojekt richtet sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren und ist bereits zum 40. Mal organisiert worden. Im Jubiläumsjahr bastelten die Kinder Piratenflöße am Stausee in Kell, gingen in Holzerath auf Schatzsuche, informierten sich in Mertesdorf über Müllentsorgung und erkundeten das Freilichtmuseum in Konz-Roscheid. Freibadbesuche, Sport und kochen standen ebenfalls auf dem Programm.

In zwölf Gruppen waren sie täglich mit Bussen unterwegs, die sie am Nachmittag wieder in ihren Dörfern absetzten. Das alles funktioniert laut Landrat Schartz dank der Hilfe von Gemeinden und Partnern wie dem Angelverein Kell und der Erlebniswerkstatt Saar in Taben-Rodt.

Dass sich die Ferienspaß-Akteure als große Familie verstehen, zeigt die Einladung vieler ehemaliger Mitstreiter. Brigitta und Norbert Friedrich aus Klüsserath waren mit ihrem Seifenkisten-Club 28 Jahre lang Teil des Programms. In dieser Zeit hätten sich etwa 25 000 Kinder in ihren Seifenkisten Rennen geliefert, berichtet das Paar. „Es war zwar anstrengend, aber auch sehr schön, jeden Tag 100 Kinder um sich zu haben“, sagt Brigitta Friedrich. Einige davon seien beim Verein im Jugendteam „hängengeblieben“, ergänzt ihr Mann.

Michael Scholer hat Mitte der 1980er Jahre über die ehrenamtliche Mitarbeit im Haus der Jugend in Konz den Kontakt zum Ferienspaß geknüpft und ist seit 35 Jahren als Betreuer an Bord. Dafür wird er beim Abschlussfest gemeinsam mit zwei Kollegen geehrt (siehe Info). „Das ist wirklich was Tolles, mit den Kindern unterwegs zu sein“, sagt er. Bei 48 Kindern im Bus brauche es zwar ein paar Regeln, aber größere Probleme habe es nie gegeben.

Dominik Dahm ist zum dritten Mal beim Ferienspaß dabei. Das Moderieren des Finales ist für ihn ein Höhepunkt, „obwohl ich etwas Lampenfieber hatte“. Die Angebote beim Ferienspaß seien „alle cool“, sagt der Zehnjährige.

Ferienspaß-Finale in Hermeskeil

Moderationskollegin Emily hat der Besuch im Freilichtmuseum besonders gefallen: „Aber eigentlich hat alles Spaß gemacht.“ 

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