Fisch für Bürgerbeteiligung

FISCH. Zwei Varianten gab es für den Endstufenausbau im Neubaugebiet "Im Asbüsch" in Fisch. Der Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Dieter Schmitt entschied sich, im Interesse der Anlieger, ohne Gegenstimme für die kostengünstigere Version. Schmitt: "Das ganze Vorhaben wird ohnehin erheblich teurer, als wir alle erwartet haben." Und: Der Rat der Gemeinde Fisch will mehr Bürgerbeteiligung.

Die Entscheidung zum Endstufenausbau fiel dem Gemeinderat leicht; Schmitt hatte die betroffenen Anlieger vor der Ratssitzung zu einem Gespräch eingeladen, um deren Vorstellungen von der künftigen Gestaltung - auch vor dem Hintergrund der zu erwartenden Kosten - auszuloten. Das Ingenieurbüro Deges & Bah aus Trier-Ehrang hatte zwei auf den ersten Blick nur wenig unterschiedliche Pläne vorgelegt. Die "Variante 1" sieht unter anderem die Anlage von Parkplätzen und eines Gehwegs (Multifunktionsstreifen) vor. Dabei blieb zunächst offen, ob und wie die ausgewiesenen Parkflächen befestigt werden sollten. Die teuerste Befestigung wäre eine Pflasterung gewesen. Teuer wäre auch der Bau eines Fußwegs in hinteren Bereich der Straße gewesen, an deren Ende ein als Verkehrskreisel ausgebildeter Wendehammer vorgesehen ist. In der "Variante 2" wird auf die Anlage gepflasterter Parkflächen verzichtet, und auch der Multifunktionsstreifen fällt weg. Wie groß die Einsparungen sind, lässt sich noch nicht genau beziffern, doch sie sind angesichts der Tatsache, dass die neben der (noch nicht ausgebauten) Straße verlaufenden Grasflächen auch nach einem endgültigen Ausbau der Fahrbahn durchaus weiter als Parkmöglichkeit genutzt werden können, sicherlich nicht unerheblich. Schmitt war sich mit seinen Ratsmitgliedern einig, dass die Anlieger - schon aus eigenem Interesse - für die notwendige Pflege der Grasflächen sorgen werden. Was in der "Variante 1" als befestigte Stellfläche für sechs Personenwagen vorgesehen ist, soll in der "Variante 2" als Grünfläche hergerichtet werden, die zwei Sitzgruppen aufnehmen kann. Besonders angenehm für die Anlieger: Die von ihnen bereits geleisteten Vorarbeiten an den Rändern der auszubauenden Straße werden laut Ratsbeschluss, soweit möglich, in die endgültigen Planungen einbezogen. Auch das soll helfen, Kosten einzusparen. Diskussionsbedarf gab es um die Gestaltung des kreisförmigen Wendehammers. In der Mitte des "Kreisels" will der Rat eine Skulptur oder einen Baum platzieren. Gegen einen Baum hatte die A.R.T. bereits Bedenken angemeldet. Zwar könne das Fisch bedienende Müllfahrzeug durchaus im Kreiselbereich wenden, aber die Sicherheit des anzupflanzenden Baums sei nicht gewährleistet. Kommentar aus dem Rat: "Das Ding kann auf keinen Fall kahl bleiben." Eine ortsansässige Künstlerin hat bereits angeboten, eine Skulptur kostenlos zur Verfügung zu stellen. Über die endgültigen Kosten des Endstufenausbaus gab es noch keinen Aufschluss. Dieter Schmitt: "Das muss der Ausschreibung vorbehalten bleiben." Es sei aber nicht sinnvoll, schon jetzt in die Ausschreibung zu gehen. Denn es herrsche Hochkonjunktur mit entsprechenden Preisen. "Es liegt im Sinn aller Beteiligten, damit bis zum nächsten Jahr zu warten. Trotz der Erhöhung der Mehrwertsteuer werden die Angebote günstiger sein", sagte Schmitt. Nachgebessert wurde die Gewährleistungsfrist für Arbeiten im Neubaugebiet "In Eimert". Bürgermeister Schmitt berichtete, sie sei, vom betroffenen Tiefbauunternehmen akzeptiert, von fünf auf sieben Jahre verlängert worden.Alt- und Neubürger zusammenbringen

Zudem sollen künftig die Bürger von Fisch noch mehr als bisher in die Zukunftsplanungen der Gemeinde einbezogen werden. Zwar liegt Fisch laut Schmitt außerhalb der so genannten "Schwerpunktgemeinden", denen die Möglichkeit einer "Moderation" zwischen den Zukunftsvorstellungen der Bürger und der Amtsträger beispielsweise zum Dorfentwicklungskonzept angeboten wird, doch soll sich die Gemeinde um die Aufnahme in dieses Programm (und die entsprechenden Zuschüsse) bemühen. Schmitt fand den Beifall der Ratsmitglieder, als er sagte: "Wir brauchen eine neue Qualität der Bürgerbeteiligung." Der Gemeinderat müsse zehn bis 20 Jahre vorausdenken, Alt- und Neubürger müssten im Sinne einer besseren Integration zusammengebracht werden.