Fisch soll eine Kita bekommen

Viele Kinder pendeln derzeit noch von Mannebach, Fisch oder Kahren nach Saarburg, um dort in die Kindertagesstätte (Kita) zu gehen. Prognosen nach werden in naher Zukunft aber mindestens drei neue Gruppen gebraucht. Deswegen soll in Fisch nun eine neue Kita entstehen.

Saarburg. Die offizielle Eröffnung der neuen Kita in Saarburg-Beu-rig ist noch nicht einmal gefeiert, da ist diese auch schon zu klein. Seit Jahren wächst die Zahl der Einwohner Saarburgs (der TV berichtete). Vor allem die Neubaugebiete wie Berggarten-Walles oder zuletzt die ehemaligen Militärflächen in Beurig bieten viel Platz für Neubürger. Darunter sind viele junge Leute - scheinbar mit Kinderwunsch. Bereits nach den Sommerferien muss es eine neue Gruppe geben. Das Kreisjugendamt geht davon aus, dass der Bedarf noch größer wird.
Zahl der Neubürger wächst


"Anhand der Anmeldezahlen sehen wir, dass es nach den Sommerferien Bedarf für eine neue Gruppe gibt. Mittelfristig brauchen wir sicher zwei weitere Gruppen", sagt Erwin Brittnacher, bei der Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg für Schulen und Kitas zuständig. Die Prognose beruhe auf Beobachtung von Nachbargemeinden mit Neubaugebieten und dem Vergleich mit der Entwicklung in Saarburg. "Außerdem ist der Betreuungsbedarf für die unter Dreijährigen größer als erwartet. Wir waren zunächst davon ausgegangen, dass in ländlichen Regionen viele Kinder auch von Großeltern mitbetreut werden. Das hat sich so nicht bewahrheitet."
Um die Beuriger Kita zu entlasten, soll es nun eine neue Einrichtung in Fisch geben. Sie könnte Kinder aus Fisch, Mannebach und möglicherweise aus Saarburg-Kahren aufnehmen. "Die Gemeinde hat bei einer Zwangsversteigerung ein Grundstück mit einem Gebäude darauf erworben", sagt Dieter Schmitt, Ortsbürgermeister von Fisch. 65 000 Euro habe das gekostet. Das Grundstück liegt im Asbüsch an der Sportanlage. Geplant ist, ein zugehöriges Wirtschaftsgebäude abzureißen und dort eine Kita zu bauen. Das Haupthaus könnte für betreutes Wohnen hergerichtet werden. Detailpläne gibt es bisher noch nicht.
"Das Thema ist mit den beteiligten Ortsgemeinden und der Stadt Saarburg abgestimmt", sagt Stadtbürgermeister Jürgen Dixius. Bisher besuchen Kinder aus Fisch und Mannebach die Beu riger Kita. "Für die Eltern und Kinder ist das keine gute Lösung. Der Weg ist lang, und vor allem für Luxemburgpendler ist das umständlich", sagt Schmitt. "Es ist sinnvoll, die Betreuung wohnortnah zu realisieren und Busfahrten so kurz wie möglich zu halten. Außerdem könnte der Mannebacher Bürgerbus so wirtschaftlicher betrieben werden", sagt Dixius.
Gemeinden arbeiten zusammen


Für Bernd Gard, Ortsbürgermeister von Mannebach, ist das gemeindeübergreifende Projekt auch in anderer Hinsicht wichtig: "Die Orte müssen besser zusammenarbeiten, sollen unsere Dörfer auch in Zukunft lebenswert bleiben." Schmitt stimmt zu: "Mit der Gesundheitshütte wird es in Mannebach ein Angebot auch für Senioren geben. So etwas brauchen wir in Fisch dann nicht zu machen."
Konkrete Baupläne gibt es für die Kita noch nicht. Zunächst müssen die Ortsgemeinderäte über das Projekt abstimmen. Das soll bis Ende Mai geschehen sein. Danach könnte die Kita innerhalb eines Jahres gebaut werden. Auch die Trägerschaft ist noch nicht endgültig geklärt.
"Wir wünschen uns, dass sich die Kita GmbH des Bistums engagiert. Sie bringt die Erfahrung, etwa aus Beurig, mit", sagt Dixius. Gespräche mit dem Bistum liefen derzeit.
Für Familie Prüm aus Fisch würde die neue Kita eine große Erleichterung bedeuten. Sie hat einen zwei Jahre alten Sohn.
"Wir werden ihn erstmal in Saarburg anmelden, wenn er drei Jahre alt ist. Aber wenn die Kita in Fisch kommt, soll er auf jeden Fall dorthin", sagt Simone Prüm. Bei einer Bürgerversammlung habe sie erfahren, dass andere Kinder zwischen acht und zwölf Uhr nur zwei Stunden tatsächlich in der Gruppe seien. Den Rest verbrächten sie mit pendeln.
"Die Lage der neuen Kita an Sportplatz, Wald und Lebensfluss ist ideal. Außerdem erhoffe ich mir besseren Kontakt zu anderen jungen Familien."