Flächen in der Saargalerie schwierig zu vermieten - Wasgau AG will Vertrag verlängern

Saarburg/Frankfurt · Die Leerstände in der Saargalerie in Saarburg sorgen immer wieder für Gesprächsstoff. Die Verwalterfirma des Gebäudes, die Rynda Germany GmbH, ist zwar vorrangig daran interessiert, die Immobilie zu verkaufen. Sie versucht aber auch Leerstände abzubauen.

Die Saargalerie am Cityparkplatz in Saarburg. TV-Foto: Alexander Schumitz

Foto: (h_sab )

Aus dem Straßenbild Deutschlands sind die blauen Schilder mit dem weißen Schriftzug "Schlecker" inzwischen fast vollständig verschwunden. Nur an der Saargalerie in Saarburg erinnern sie noch an die Drogeriemarktkette, die vor knapp vier Jahren Insolvenz anmelden musste. So lange stehen dort schon die Flächen leer, die der Filialist einst angemietet hatte. Auch ein Billard-Café ist zwischenzeitlich ausgezogen. Weitere Flächen stehen ebenfalls leer.

Vermietet sind zurzeit das Untergeschoss an die Wasgau AG und das zweite Obergeschoss an das Hotel Saargalerie. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss befinden sich zudem eine Apotheke und eine Versicherungsagentur.

Die Entwicklung der Galerie bereitet dem Stadtrat Sorgen. Bereits im Sommer hat er sich für den Bereich, in dem die Immobilie liegt, per Satzung ein Vorkaufsrecht gesichert. Damit soll laut Verwaltung sichergestellt werden, dass die Stadt im Falle eines Verkaufs der Saargalerie Einfluss auf die weitere Entwicklung am Rande des Cityparkplatzes nehmen kann. Auf Nachfrage bestätigt Marco Lüder, dass die Eigentümer aus den Niederlanden grundsätzlich an einem Verkauf des Gebäudes interessiert seien.

Der Geschäftsführer der Rynda Germany GmbH (siehe Hintergrund), die von den Eigentümern mit der Verwaltung der Saargalerie beauftragt wurde, ist erstaunt, dass es keine höhere Nachfrage gebe. Er betont aber, dass der Verkauf der Immobilie schnell gehen könnte, wenn der Preis erzielt würde, den sich die Eigentümer vorstellen. Konkreter will Lüder nicht werden. So lange sei man daran interessiert, die leerstehenden Räume zu vermieten. "Die Luxus-Modekette Prada wird sicherlich keine Filiale in Saarburg eröffnen", sagt Lüder mit einem Anflug von Ironie. Die Rynda Germany GmbH hätte jedoch zahlreiche "klassische" Nutzungsmöglichkeiten geprüft. "Der Zuschnitt und die Größe der Ladenflächen sind für Filialisten uninteressant", sagt Lüder weiter.Wasgau hat bereits verlängert



Derzeit liefen mit der Wasgau AG - die zu 51 Prozent dem Rewe-Konzern und zu 49 Prozent der Adrienne und Otmar Hornbach-Stiftung gehört - Verhandlungen über eine langfristige Verlängerung des Mietvertrags. Im Sommer waren Befürchtungen laut geworden, dass der citynahe Lebensmittelmarkt Ende des Jahres schließen würde. Das konnte jedoch verhindert werden, weil sich die Vertragspartner schon damals auf eine zunächst befristete Verlängerung des Mietverhältnisses geeinigt hatten. Laut Lüder seien derzeit keine weiteren Mietverträge gekündigt. Die Saargalerie am Cityparkplatz dürfte eine der größten gewerblich genutzten Immobilien der Stadt sein. Angaben zur Größe und zum Anteil der gewerblich genutzten Flächen will Lüder nicht machen.

Die Idee, die Saargalerie in Teilen umzunutzen, werde nicht weiterverfolgt. Das sei - so Lüder - zu aufwendig. Sicher scheint aber auch, dass die Stadt, die dringend nach Flächen sucht, sich nicht in das Gebäude einmieten wird. Die Eigentümerstruktur sei, so Stadtbürgermeister Jürgen Dixius in der jüngsten Stadtratssitzung, "zu kompliziert."
Ein Problem, das ehemalige Mietinteressenten bestätigen. "Die Verhandlungen sind schwierig und man wisse auch nicht wirklich, wer am Ende der Vertragspartner und wo dessen Sitz ist", berichtet ein Geschäftsmann aus Saarburg, der vor einiger Zeit mal an der Anmietung einer Ladenfläche interessiert war.Extra

Die Rynda Germany GmbH hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Rynda UK Ltd. mit Sitz in London, die 2005 gegründet wurde und in mehreren europäischen Ländern aktiv ist. Zu den Dienstleistungen, die von der Gesellschaft angeboten werden, gehören Fund-Management (die Organisation von Vermögensfonds), Asset-Management (Wertsteigerung von Immobilien) sowie Property Management (kaufmännische und technische Beträuung von Immobilien). Die Saargalerie wird seit 2011 von der Rynda Germany GmbH betreut. Michael Walton, Vorstandsvorsitzender der Rynda UK Ltd., betont, dass der deutsche Immobilienmarkt sehr gut aufgestellt sei. Insbesondere würden Mandanten aus dem Nahen Osten nach Möglichkeiten suchen, im deutschen Immobilienmarkt zu investieren. itz