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Flyer zum Erholungsgebiet Pflanzgarten vorgestellt - Neue Wege bei Hermeskeil führen zu Bienen, Bibern und Legionären

Flyer zum Erholungsgebiet Pflanzgarten vorgestellt : Neue Wege bei Hermeskeil führen zu Bienen, Bibern und Legionären

Urlauber wie Einheimische können künftig auf kurzen Routen Natur und Geschichte am Hermeskeiler Stadtrand erleben. Erstmals bündelt ein Flyer alle Freizeit- und Bildungsangebote im Erholungsgebiet Pflanzgarten.

Es hat sich viel verändert im Erholungsgebiet Pflanzgarten bei Hermeskeil, stellt Forstrevierleiter Jörg Clemens fest. Seit den 1970er Jahren sei das Areal am Waldrand Stück für Stück entwickelt worden und biete inzwischen vielfältige Möglichkeiten, sich in der Natur zu entspannen. Das neueste Angebot sind vier kurze Themenwege, die der Förster am Dienstag vorstellte.

Ausgangspunkt ist jeweils der Parkplatz am Ende der Michael-Felke-Straße. Von dort können Besucher künftig zum Beispiel dem „Keiler-Logo“ für 2,2 Kilometer folgen und auf dem Naturerkundungspfad zehn Erlebnisstationen im Wald absolvieren. Wer möchte, kann sich dazu einen mit Werkzeug ausgerüsteten Bollerwagen leihen – eine Art „mobiles Waldlabor“. Der Bienen-Pfad, nur etwa 500 Meter lang, führt durch den 2019 eröffneten Naschgarten neben der Waldlehrwerkstatt, in der Kurse zur Umweltbildung angeboten werden. Gäste dürfen Obst naschen und erfahren viel über die nützlichen Insekten. Die Schautafeln dazu haben Schüler der Intergrierten Gesamtschule Hermeskeil erstellt. „Seit diesem Frühjahr lebt auch ein Bienenvolk im Garten“, sagt Clemens.

Der Biber-Weg folgt über 4,5 Kilometer den Spuren der Nager ins Forstelbachtal. „Der Biber ist in Rheinland-Pfalz längst wieder da, auch bei uns“, freut sich der Förster. Ein Dutzend Tiere sei am Bach aktiv. In Kooperation mit dem Naturpark Saar-Hunsrück biete eine ExpertinFührungen zu den Dämmen an. Die Rückkehr der Biber, sagt Clemens, habe ihn dazu inspiriert, die zum Teil bereits vorhandenen Pfade zu Themenwegen auszubauen, sie entsprechend zu beschildern und so die Angebote im Erholungsgebiet noch besser sichtbar zu machen.

Der „Legionärsweg“ führt über die L 165 zu den Überresten eines römischen Militärlagers aus der Zeit von Cäsars gallischem Krieg. „Ich hoffe, dass sich dort bald etwas tut und Infotafeln entstehen“, sagt Clemens. Die Verbandsgemeinde Hermeskeil arbeitet daran, die archäologischen Funde vor Ort Besuchern zugänglich zu machen.

Bienen, Keiler, Legionär und Biber - zu diesen Themen gibt es im Erholungsgebiet Pflanzgarten am Hermeskeiler Stadtrand neuerdings vier gut ausgeschilderte kurze Wege mit Wissenswertem zu Wald, Natur und Geschichte. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Passend zu den neuen Wegen bündelt ein Flyer erstmals alle Freizeitangebote am Pflanzgarten – inklusive Waldspielplatz, Grillstelle, Pfadfinderhütte und Allee mit „Bäumen des Jahres“. Ehrenamtlich unterstützt wurden viele dieser Projekte der Stadt und des Forstamts Hochwald von der Waldjugend und dem Heimatverein. Finanzielle Förderer sind die Stiftung der Hermeskeiler Eheleute Karl und Katharina Heil sowie die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Erbeskopf. Die LAG hat laut Iris Schleimer die Themenwege mit 2000 Euro unterstützt und war unter anderem Zuschussgeber für die Waldlehrwerkstatt.

Den Flyer zum Erholungsgebiet hat laut Clemens der Kreiswaldbauverein Trier-Saarburg finanziert. Die Routen seien noch nicht alle beschildert, aber zumindest markiert – rechtzeitig vor Beginn der deutschen Waldtage (18. bis 20. September). „Der Wald ist wichtig für die Gesellschaft, er braucht ihre Unterstützung“, betont Forstamtsleiter Thomas Vanck. Die Waldtage seien eine Einladung an die Bürger, sich solidarisch zu zeigen. Die Stadt Hermeskeil, lobt er, beweise mit ihren Projekten am Pflanzgarten, „dass ihr der Wald sehr am Herzen liegt“. Stadtbürgermeisterin Lena Weber lobt den Einsatz der Helfer und die „enormen Aufwertung“ des Gebiets. Mit den Wegen in unterschiedlicher Länge sei für jeden etwas dabei: „Auch für die Hermeskeiler selbst ist das ein tolles Angebot.“ Das bestätigt Valérie Schäfer, Leiterin der Touristinformation. Gerade in der Corona-Zeit hätten die Einheimischen verstärkt nachgefragt, wo sie raus in die Natur gehen könnten: „Besonders toll sind die Wege für Familien, die nicht so weit gehen möchten.“