Frei wie ein Vogel über der Saarschleife: Dreharbeiten mit Drachenflieger-Club Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Hobby : Frei wie ein Vogel über der Saarschleife

Der Drachenflieger-Club Trier steht im Mittelpunkt eines Videoclips, der auf die SWR-Heimatwoche Saar/Obermosel aufmerksam macht. Bei den Dreharbeiten kommen Risiko und Spaß zusammen.

Ihr Blick ist konzentriert, sie fühlt den Wind. Vor ihr geht es rund 200 Meter in die Tiefe. Sie wartet auf den einen Moment, an dem alles passt, und dann: Absprung. Für die Zuschauer und Vereinskollegen ist sie verschwunden, abgetaucht ins tiefe Saartal. Doch dann setzt die Thermik ein und bringt sie in Sekundenschnelle wieder ins Blickfeld.

Andrea Bußmer aus Farschweiler ist Drachenfliegerin. Wenn das Wetter schön ist, springen sie und viele andere Mitglieder des Drachenflieger-Clubs Trier von der Schanze „Schöne Aussicht“ ab. Sie fliegen über die kleine Saarschleife bei Serrig und landen auf der anderen Flussseite in Hamm (Taben-Rodt). Der Flug mit dem Drachen kann wenige Minuten bis hin zu mehreren Stunden dauern. Die Thermik macht es möglich.

Auch Klaus Schäfer aus Weiskirchen-Konfeld (Landkreis Merzig-Wadern) ist Drachenflieger und bereits seit mehr als 20 Jahren dabei. Er weiß viel über die physikalischen Prozesse beim Fliegen, über die immense thermische Kraft des Windes. Er erzählt von Luv und Leestellungen und wie die Drachenflieger die Natur gebändigt haben. „Aber nur solange sie will“, ergänzt er. „Kommt ein kleiner Luftwirbel, kann es sehr böse für uns enden.“ Es sei kein ungefährliches Hobby, aber die Freiheit, die man beim Fliegen spüre, sei einmalig.

"Das Schönste an der Saar ist unsere kleine Schleife" | Heimatwoche Saar-Obermosel | SWR Fernsehen

Mit dabei ist heute ein dreiköpfiges Team vom Südwestrundfunk (SWR). Die Journalisten drehen in den Verbandsgemeinden Konz und Saarburg-Kell Kurzvideos, die den Fernsehzuschauern Appetit machen sollen auf die SWR-Heimatwoche Saar-Obermosel (siehe weiterer Text). Jeder Clip widmet sich dabei einer Besonderheit der Region.

Am Anfang des 18-Sekunden-Videos über den Drachenflieger-Club schnürt sich Andrea Bußmer die Schuhe und sagt in die Kamera: „Das Schönste an der Saar ist unsere kleine Schleife.“ Dann folgen Ausblicke auf die Flusslandschaft.

Die Drachen fliegen über die Saarschleife

Schon am Vormittag stellen sich etliche Drachenpiloten zum Start in die Lüfte auf. Das SWR-Team montiert Kameras an die Gestelle der Drachen und filmt auch aus der Luft mit einer ferngesteuerten Drohne.

Gerade die Luftbilder seien anspruchsvoll zu drehen, erklärt Fabian Janssen, Multimedia-Redakteur beim SWR: „Der Drohneneinsatz war dreifach schwierig. Zum einen war es sehr windig.“ Zum anderen sei es auch problematisch, wenn die Drohne nicht das einzige Flugobjekt am Himmel sei. „Da haben wir immer doppelt aufgepasst und genügend Abstand zu den Drachen gehalten.“ Außerdem brauche man für einen Einsatz in so großen Höhen Fluggenehmigungen, die im Voraus beantragt werden müssten.

Viele Mitglieder des Drachenflieger-Clubs haben sich dazu bereiterklärt, für die Anfangsszene mit den Schuhen eine Schleife zu binden, allerdings schaffte es nur die Aufnahme von Andrea Bußmer in den Film. „Die Arbeit war mühselig, hat aber auch viel Spaß gemacht“, sagt sie. Im Fernsehen sei sie zuvor noch nie gewesen, und wenn das Video neue Leute auf ihr Hobby aufmerksam mache, komme das vielleicht auch dem Club zugute.

Die Drachenfliegerin wagt den Schritt in Richtung Abgrund, um dann in die Wolken über der Saarschleife bei Serrig zu gleiten. Eine Drohne des Südwestrundfunks filmt sie bei ihrem Flug. Foto: Marius Kretschmer

Auf die Idee mit den Drachenfliegern sei der SWR über die Kulisse gekommen, erklärt Multimedia-Redakteurin Rieke Spang: „Niemand sieht die schöne Saarschleife bei Serrig so gut, wie diejenigen, die darüberfliegen.“

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