Freibad-Spaß trotz Regen und Kälte

Freibad-Spaß trotz Regen und Kälte

HERMESKEIL/KELL. (urs) Regen und Kälte zum Trotz sind die Freibad-Events nicht ins Wasser gefallen. Während in Kell Mitternachtsschwimmer ihre Runden gedreht haben und der Kinder-Freibadspaß verschoben ist, haben die Hermeskeiler "Kino am Pool" eben in der Hochwaldhalle genossen.

Dauerregen bei Temperaturen um die zehn Grad: Da verzichtet selbst mancher Hund gern darauf, Gassi zu gehen - zum Glück für Herrchen und Frauchen, die sich ohnehin lieber einen Abend am Kamin gönnen. Doch das ist nicht jedermanns Ding, wie eingefleischte Schwimmer am Wochenende bewiesen haben. An die 100 Mitternachtsschwimmer haben im Keller Freibad den Sprung ins auf 28 Grad erwärmte Nass gewagt. Was den Organisatoren zwar eindeutig zu wenig ist, regenscheueren Zeitgenossen aber respektvolles Staunen abringt. Vor Ort wird jedoch klar, was die unerschrockenen Nachtschwimmer anspornt. Denn das hell erleuchtete Freibad lockt schon von Weitem mit fetziger Musik. Und wer sich über fackelbeleuchtete Wege zu den Becken vorgearbeitet hat, genießt erst einmal den Anblick des dampfenden, drei Tage vorgeheizten Wassers, in dem sich bunte Lichterketten spiegeln. Erst danach registriert das Auge die Schwimmer, die sich in der Anlage etwas verlieren. Nur der Kopf lugt bei Lara, Lena und Hannah noch aus dem Wasser hervor. Ihr Lächeln zeigt jedoch, dass sie ihren Spaß haben. Lara, die mit den Großeltern auf dem benachbarten Campingplatz Ferien macht, war schon voriges Jahr beim Mitternachtsschwimmen dabei. Was ihr daran gefällt ist, "dass es nachts ist". Der Regen stört sie und ihre Freundinnen nicht. Das sei eigentlich gar nicht schlecht. Denn bei Regen friere es einen ja, aber im Wasser sei es schön warm. Vor einem Jahr war auch Oma Roswitha Honnecker im Pool. Doch heute sei es ihr zu kalt, sagt die Saarländerin. Herwig Ernst hat die Gelegenheit aber genutzt. Mit seinen 60 Jahren sei er zwar nicht mehr der Jüngste, aber ihm gefalle diese Atmosphäre, die Beleuchtung und der Kontrast. Wenn er auf dem Becken den Dunst sehe, sei es, als müssten im nächsten Moment Wesen emporsteigen, gerät der Mann aus der Nähe von Zerf ins Schwärmen. Den Reinsfelder Michael Bartels haben mehr sachliche Überlegungen hergeführt. "Das ist doch mal was Besonderes, ein Ereignis in der Verbandsgemeinde - da muss man doch dran teilnehmen." Dass weniger Leute so gedacht haben als in den drei Jahren zuvor, als sich Schlangen an der Kasse bildeten, beschert den DLRG-Helfern Rainer Eiden und Beatrix Fischer einen ruhigen Abend. "Wir haben heute nicht so viel zu tun", bedauert Fischer. Doch wenigstens sei das am Nachmittag ins Wasser gefallene Freibadfest für die Kinder auf nächsten Freitag verschoben. Im Nachbar-Freibad Hermeskeil war schon tags zuvor klar, dass die dritte Kinonacht am Pool in die Hochwaldhalle verlegt wird. Bereits am Donnerstag war die Hoffnung von Claudia Fuchs, der Vorsitzenden des Fördervereins "Rettet das Freibad", auf Null gesunken. "Alle Wetterberichte haben für Samstag Regen gemeldet - wir haben halt Pech", kommentiert sie enttäuscht. Dabei seien sie wegen des verregneten Vorjahres dieses Mal extra von Juli auf August ausgewichen. Mit 300 Kinobesuchern ist die Resonanz in diesem Jahr aber beachtlich. Die Kinonacht in der Halle, in der eine fünf Meter hohe Leinwand aufgebaut war und eine riesige Nostalgie-Popcorn-Maschine ihren Duft verbreitete, sei super gewesen. "Wir waren sehr positiv überrascht", bilanziert Fuchs. Das wichtigste Anliegen des Fördervereins sei ja, "das Freibad publik zu halten". Ohne einen Sponsor sei eine solche Aktion, die als Dankeschön an alle treuen Freibadbesucher gedacht war, aber einfach zu riskant.

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