Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz bekommt ab März 2020 wieder ein Restaurant

Kostenpflichtiger Inhalt: Pächter für Roscheider Hof gefunden : Neuer Wirt übernimmt Museumsschänke in Konz

Die Durststrecke am Roscheider Hof ist bald vorüber: Das Konzer Museum hat in der nächsten Freiluftsaison wieder eine eigene Gastronomie. Der Pächter kommt aus einem Nachbarort.

Mehr als 3000 Menschen leben im Konzer Wohngebiet Roscheid. Die Versorgung vor Ort ist für diese Größe bescheiden: eine Pizzeria und ein Bäcker stehen für die Bürger dort bereit. Das war es. Nun wird sich das ändern. Das Freilichtmuseum Roscheider Hof hat nach mehr als einem Jahr der Suche endlich einen Pächter für das Museumsrestaurant gefunden. Die Schänke ist wegen der Insolvenz der Vorgänger seit fast zwei Jahren geschlossen. Nun übernehmen Peter und Heidi Kiefer den Betrieb.

Der Arbeitsweg des Paares ist nicht weit. Der 53-jährige gelernte Koch und seine 47-jährige Frau wohnen in Roscheid. Und sie haben große Erfahrung in der Gastronomie. Seit zwölf Jahren betreiben die Kiefers die Albachmühle in Wasserliesch, ein Ausflugsrestaurant in einem Tal am Rand des Obermoseldorfes. Schon vor der Albachmühle hat Peter Kiefer in großen Restaurants gearbeitet: 1980 habe er in der Kiste (heutige Kartoffelkiste) in Trier angefangen. Später sei er Koch bei der Bundeswehr, im Hotel Koch Schild in Irrel sowie im Eurener Hof in Trier gewesen. Außerdem habe er einen Catering-Betrieb geleitet, bevor er 2007 die Albachmühle übernommen habe, erzählt Kiefer. Dort höre er nun auf und starte etwas Neues.

Der Grund dafür: Die Eigentümerfamilie Fiedler aus Wasserliesch wird die Gastronomie in der Albachmühle wieder selbst übernehmen. Ingrid Fiedler sagt: „Der Betrieb geht in dritter Generation wieder in Familienhand über.“ Bisher hatte Ingrid Fiedler sich um die 30 Hotelzimmer mit 58 Betten gekümmert und die Gastronomie an die Kiefers verpachtet. Nun steigen ihre Söhne Toni (29) und Max (27) ein. Toni Fiedler sei gelernter Koch mit zehn Jahren Berufserfahrung. Die Übergabe mit den Kiefers beginne voraussichtlich Anfang des Jahres. Bevor die Albachmühle wiedereröffne, werde sie zum Teil saniert, sagt Ingrid Fiedler: „Einen festen Eröffnungstermin gibt es noch nicht.“

Für das Restaurant im Roscheider Hof steht der Termin hingegen fest: Die Kiefers wollen am 1. März 2020 den Betrieb aufnehmen. Ulrike Trilsbach vom Museumsteam sagt im Gespräch mit dem TV: „Das Kind bekommt einen neuen Namen.“ Statt Hofschänke heiße es dann „Wirtshaus Roscheider Hof“. Damit will das Museum auch die negative Vorgeschichte vergessen machen. Die vorherigen Betreiber hatten die Pacht infolge einer Insolvenz vorzeitig beendet. Deshalb ist das Restaurant seit Anfang 2018 geschlossen. Seit Juni 2018 sucht der Museumsverein einen neuen Pächter.

Trilsbach sagt: „Dies war für das Museum sehr unangenehm und hat uns massiv geschadet, insbesondere durch den Wegfall vieler Busgruppen, für die eine Versorgung ihrer Gäste vor Ort sehr wichtig ist.“ Zwei Sommer lang fehlte dem Museum eine Versorgungsmöglichkeit. Dabei verbringen die Besucher laut Trilsbach auf dem weitflächigen Freilichtgelände oft viel Zeit. Deshalb bräuchten sie Pausen und etwas zu trinken und essen.

Die Besucherzahlen brachen ohne Gastronomie jedenfalls ein. Kamen 2015 und 2016 noch 65 000 beziehungsweise 62 000 Menschen ins Museum, waren es 2017, als das Restaurant nur ein paar Monate geöffnet war, nur noch 56 000. 2018 hat das Museumsteam nur noch 45 000 Besucher gezählt. Das liege aber nicht nur am Wegfall von Busgruppen, sondern auch am schlechten Wetter während des Weihnachtsdorfs, sagt Museumsgeschäftsführer Hermann Kramp auf TV-Anfrage. 2019 seien Ende August schon 6000 Besucher mehr gezählt worden als zum Vorjahreszeitpunkt.

Dass die Suche nach einem Pächter trotz der Dringlichkeit so lange gedauert habe, liege nicht an der Zahl der Interessenten, erklärt Trilsbach weiter: „Viele Interessenten sind an der Personalfrage gescheitert.“ Sie hätten keine Mitarbeiter für Küche und Service gefunden, um das Restaurant mit Platz für jeweils rund 120 Gäste innen und außen zu betreiben. Deshalb sei es ein Glücksfall, dass die Kiefers ihre sieben Mitarbeiter sowie ihre Schwiegertochter Jessica Kiefer aus Wasserliesch mitbringen könnten. Trilsbach sagt: „So ein Familienbetrieb ist eine gute Voraussetzung, dass es funktioniert.“ Ulrike Trilsbach ist sich zudem sicher, dass sich nicht nur die Museumsbesucher über das neue Restaurant freuen. „Die Roscheider warten schon darauf, dass es los geht“, sagt sie.

Das Konzept für das Wirtshaus Roscheider Hof steht auch schon: Die Kiefers kündigen gut-bürgerliche Küche und selbstgebackenenen Kuchen zum Kaffee an. Gesellschaften – zum Beispiel von Hochzeitspaaren, die sich im Clambour Pavillon im Roscheider Hof das Ja-Wort geben – können die Räume seit dem 19. September unter der Telefonnummer 06501/9311997 reservieren.