1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Freizeit nur noch auf Zimmerlautstärke

Freizeit nur noch auf Zimmerlautstärke

Zwei Vertragswerke, eine Nutzungsvereinbarung und eine Hausordnung gelten ab sofort für den Jugendraum im Ockfener Bürgerhaus. Letztere haben die Nutzer fast vollständig selbst entwickelt. Die jungen Leute gaben sich strenge Regeln, vor allem, was die Lautstärke und die Öffnungszeiten betrifft.

Ockfen. Seit gut 30 Jahren gibt es eine Jugendgruppe in Ockfen. Eine richtige Hausordnung zwischen den jungen Leuten und dem Ortsgemeinderat ist aber erst jetzt vereinbart worden. Außerdem wurde eine Nutzungsvereinbarung beschlossen. Beide Schriftsätze liegen dem TV vor.
"95 Prozent wurde von den Jugendlichen selbst entwickelt", stellt Ortsbürgermeister Gerd Benzmüller dazu fest. Auch das Kreisjugendamt habe sein Einverständnis gegeben. Nach der Silvesternacht war der Jugendraum erst einmal geschlossen worden. Auch 2013 hat es schon einmal Ärger gegeben, weil eine Gruppe von auswärtigen Jugendlichen den Raum gemietet hatte und "über die Stränge" geschlagen hatte. Der Sprecher der Ockfener Jugend mit derzeit 33 Mitgliedern, Jan Biewer, sagt dazu: "Wir waren das nicht, mussten es aber ausbaden."
Eigener Paragaf für den Lärm


Der Lärmentwicklung ist in der Hausordnung ein eigener Paragraf gewidmet. Danach muss während der Öffnungszeiten, donnerstags von 17 bis 24 Uhr und nicht an Feiertagen, auf möglichst geringe Lärmentwicklung geachtet werden. Läuft Musik, darf diese Zimmerlautstärke nicht übersteigen. Dabei müssen Fenster und Türen geschlossen bleiben. Lüften geht nur ohne Musik. "Die beiden Dokumente dienen den Interessen beider Seiten", erklärt Jan Biewer. "Es dürfen keine Geburtstage oder Partys gefeiert werden. Für Silvester müssen wir erst die Gemeinde fragen", fügt Vorsitzender Leon Schäfer hinzu. "Wenn wir hier im Fernsehen die Fußball-Europameisterschaft sehen wollen, kann es schon Probleme geben", befürchtet Katharina Ruf. Ratsmitglieder und auch der Ortsbürgermeister seien in ihren jungen Jahren doch selbst Mitglied im Jugendclub gewesen, erinnert sie. Richtig Probleme gab es aber immer nur mit einem Nachbarn, dessen Namen auszusprechen die Jugendlichen stets vermeiden. "Wir fragen uns, warum keine Beschwerden eingehen, wenn vor dem Bürgerhaus Kirmes gefeiert wird. Die ist wesentlich lauter als wir", wundert sich Biewer.
Dabei engagieren sich die Jugendlichen im Dorf sehr: "Wir packen mit an bei Müllsammelaktionen, Altkleidersammlungen oder sammeln Holz fürs Martinsfeuer", zählt Biewer auf. Außerdem sind viele von ihnen in Vereinen aktiv, vom Angelsportverein bis zur Feuerwehr, wo auch beim Bau des Wagens für den Karnevalsumzug mitgeholfen wird. doth