Freude über geringeres Defizit
Der Haushalt 2008 der Gemeinde Schoden ist unter Dach und Fach. Voraussichtliches Defizit: 79 730 Euro. Insgesamt 676 500 Euro sollen im kommenden Jahr in diverse Bauvorhaben fließen. Außerdem müssen sich die Schodener auf eine Erhöhung der Friedhofsgebühren einstellen.
Schoden. Vielen Gemeinden steht finanziell das Wasser bis zum Hals. Soll sich die Situation verbessern, hilft meist nur ein radikaler Sparkurs oder - wie beispielsweise in Schoden - ein konjunktureller Aufschwung.Weniger Schulden dank sprudelnder Lohnsteuer
Etwas mehr als 120 000 Euro betrug das Defizit, mit dem die Schodener Ratsherren im Haushaltsjahr 2006 gerechnet hatten. Nun stellte sich heraus: Das tatsächliche Minus liegt bei rund 46 000 Euro. Zu dem Ergebnis kam der Rechnungsprüfungsausschuss bei der Prüfung der Jahresrechnung 2006. Nach Auskunft von Klaus Linster, der als Ausschuss-Vorsitzender fungierte, ist die "wesentliche Verbesserung" unter anderem auf Mehreinnahmen bei der Gewerbe- und Lohnsteuer zurückzuführen.Doch die Freude der Schodener Ratsherren über den unerwarteten "Gewinn" wurde in der jüngsten Sitzung des Gremiums rasch wieder getrübt. Denn das Haushaltsjahr 2008 wird aller Voraussicht nach mit einem Fehlbetrag von 79 730 Euro abschließen. Damit wird sich der Schuldenstand der Gemeinde, der Ende 2007 bei rund 274 000 Euro liegen wird, weiter erhöhen. Insgesamt 676 500 Euro will die Gemeinde im kommenden Jahr in diverse Bau- und Erneuerungsprojekte stecken. Der mit Abstand dickste Batzen (610 000 Euro) soll in die Fertigstellung der Erschließungsstraßen im Neubaugebiet "Über Gründlich/Im Hollenter" fließen. Die Ausbaukosten sollen laut Ortsbürgermeister Martin Wagner allerdings zu 90 Prozent von den Anliegern getragen werden. "Denkbar ist, dass wir die Leute Anfang 2009 zur Kasse bitten", stellte der Ortschef in Aussicht. Rund 37 000 Euro sollen 2008 in den Ausbau des Gemeindehauses am Dorfplatz fließen. Ein Teil der Kosten soll durch Spenden gedeckt werden. Außerdem wurden Zuschüsse aus der Dorferneuerung beantragt. Die Erneuerung des örtlichen Kinderspielplatzes wird mit rund 12 000 Euro zu Buche schlagen. Auch in diesem Fall sollen Spenden zum Einsatz kommen. Das Geld soll in neue Spielgeräte und in einen Zaun gesteckt werden.Neben dem Haushalt 2008 ist auch der Forstwirtschaftsplan der Gemeinde Schoden für das bevorstehende Geschäftsjahr unter Dach und Fach. Voraussichtliches Plus: 414 Euro. Verglichen mit den Vorjahren, die teilweise mit weit darüber liegenden Gewinnen aufwarteten, nimmt sich die Summe zwar eher bescheiden aus. Aber: "Wir sind froh, dass wir überhaupt schwarze Zahlen schreiben", gestand Ortsbürgermeister Wagner. Warum höhere Friedhofsgebühren ? Ab Januar müssen sich die Schodener auf höhere Friedhofsgebühren einstellen. Entsprechend dem jüngsten Ratsbeschluss kostet eine Reihengrabstätte künftig 375 Euro (bisher 307) und eine Familiengrabstätte 750 Euro (bisher 614). Die Gebühren für ein Urnengrab bleiben hingegen unverändert: 300 Euro. Für die Grabherstellung müssen ab Januar 350 Euro (bisher 256) hingeblättert werden. Hintergrund der Gebührenanhebung ist eine Empfehlung der Kreisverwaltung. Trotz zwischenzeitlich gestiegener Betriebskosten hatten viele Gemeinden ihre Friedhofsgebühren seit den 90er Jahren nicht mehr angehoben.