Freude über Nachzahlung

Die Konzer Stadtratsfraktionen haben bei der jüngsten Sitzung über den Nachtragshaushalt diskutiert (weiterer Bericht folgt). Gegen die Stimmen der SPD und der Grünen wurde er verabschiedet.

Konz-Karthaus. Beim Thema "Nachtragshaushalt" zeigte sich Bürgermeister Winfried Manns (CDU) in der jüngsten Sitzung des Konzer Stadtrats gut gelaunt: "Nachdem es vor gut vier Wochen so aussah, als ob wir mit einer erheblichen Verschlechterung des Haushalts zu rechnen hätten, muss man heute sagen: Glück gehabt." Was etwa vor vier Wochen mit einem "dicken Batzen" an Reduzierungen der Gewerbesteuer ins Kontor geschlagen habe, sei in der vergangenen Woche durch eine "dicke Nachzahlung" ausgeglichen worden, erklärte er. Bei Investitionen auf Sparkurs

"Hinzu kommt, dass wir nach genauer Überprüfung insgesamt noch eine leichte Verbesserung um etwa 3000 Euro für möglich erachten", sagte er. In Zahlen: Im Verwaltungshaushalt stehen die Einnahmen von etwa 14,7 Millionen Ausgaben von rund 20,1 Millionen gegenüber. Der Fehlbedarf liegt bei etwa 5,3 Millionen Euro. Im Vermögenshaushalt hat man Einnahmen und Ausgaben gegenüber der ursprünglichen Planung um etwa 5,5 Millionen auf rund 3,5 Millionen reduziert. "Das heißt allerdings nicht, dass die ursprünglich veranschlagten Kosten nicht in den nächsten Jahren doch noch einmal anfallen", sagte Manns. Denn einige Projekte wie beispielsweise die Sanierung der Sporthalle und der Ausbau von Jugendräumen in Könen, der Bau einer Sporthalle an der Ganztags-Grundschule in Karthaus oder der Ausbau der Granastraße sind aufgeschoben worden.Grundsätzliche Kritik äußerte Wolfgang Hertel (Grüne) an den "unverhältnismäßig hohen Abgaben" an den Kreis und die Verbandsgemeinde sowie am "Mangel am Willen zu sparen". Die Stornierung von Projekten sei aus Sicht seiner Fraktion nicht zu bedauern, "denn so manches Projekt schmeckt uns gar nicht. Doch leider ist aufgeschoben nicht aufgehoben". Anders interpretierte Alfons Maximini (SPD) die vorläufigen Einsparungen im Vermögenshaushalt. Er bedauere "das Streichkonzert", seien die Ausgaben im Vermögenshaushalt doch eine Investition in die Stadt, die unter anderem Arbeitsplätze sichere. Damit verbunden sei eine "Wertschöpfung, die in der Region bleibt". Er stufte viele der aufgeschobenen Projekte als wichtig ein.Da gegenüber dem ursprünglich geplanten Haushalt unterm Strich ein Plus herauskomme, müsse man nicht so ausführlich über den Nachtragshaushalt diskutieren, erklärte Hermann-Josef Momper (FWG). Bei einigen der angesprochenen Projekte (Gestaltung des Brunoplatzes in Karthaus oder Bahnhofsgebiet) könne man nun möglicherweise sogar eine bessere und für die Stadt günstigere Lösung erreichen, stellte Momper in Aussicht. Keinen Redebedarf hatte Claus Piedmont (FDP), er kündigte lediglich die Zustimmung seiner Fraktion an - wie bereits zuvor FWG und CDU.