Freudenburg: Ortsgemeinderat entscheidet über Abriss altes Amtshaus

Dorfentwicklung : Will der Freudenburger Rat das alte Amtshaus abreißen?

Das Freudenburger Gremium stimmt am Donnerstag, 26. September, darüber ab, ob es die denkmalschutzrechtliche Genehmigung für den Abbruch des historischen Gebäudes beantragt.

Im Januar dieses Jahres hatte der ehemalige Freudenburger Ortsbürgermeister Bernd Gödert zu einer Bürgerversammlung zur Zukunft des alten Amtshauses im historischen Ortsteil eingeladen (der TV berichtete). Sein Ziel war es, von den Bürgern „Argumentationshilfen zur weiteren Vorgehensweise in Richtung Kauf und Verwendung durch die Gemeinde“ zu erhalten.

Hintergrund: Das einst prächtige Gebäude, das die Trierer Abtei St. Maximin vor 430 Jahren errichtet hat, verfällt sei mehr als einem halben Jahrhundert. Zwar hat das Haus schon einige Male den Besitzer gewechselt und jeder hatte eine eigene Idee von der Zukunft, ob Burghotel, Seniorenresidenz oder Wohnungsbauprojekt. Aber alle scheiterten daran, ihre Idee in dem denkmalgeschützten Gebäude umzusetzen. Es war nicht wirtschaftlich zu bewerkstelligen. Den fortschreitenden Verfall und die damit verbundene Außenwirkung hatten Bürger bei der Begehung zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ kritisiert. Gödert selbst nannte ihn „eine Schande“, da das Amtshaus ortsbildprägend und historisch bedeutsam sei.

Bei der Versammlung mit rund 50 Bürgern sprach sich eine Mehrheit für den Kauf der alten Bürgermeisterei aus. Der Abriss war auch dort schon Thema. Gödert hatte allerdings darauf verwiesen, dass die Denkmalschutzbehörde „die volle Macht des Gesetzes“ für den Erhalt hinter sich habe.

Die Gemeinde hat das Gebäude mittlerweile gekauft. Nun steht der Abriss auf der Tagesordnung des neuen Ortsgemeinderats, genauer ein Antrag für die denkmalschutzrechtliche Genehmigung desselben. Ortsbürgermeister Alois Zehren sagt: „Meiner Ansicht nach ist es der Gemeinde Freudenburg nicht zumutbar, die wirtschaftliche Belastung durch Erhaltungs- oder gar Investitionskosten zu tragen, da diese Kosten dauerhaft nicht durch Erträge oder den Gebrauchswert des baufälligen Gebäudes aufgewogen werden können.“ Der Ortsgemeinderat entscheidet außerdem über die Vergabe der Abrissarbeiten für den angebauten und eingefallenen Schuppen. Der Rat stimmt auch darüber ab, ob das alte Amtsgebäude zunächst gesichert wird, was notwendig sei, wie es im Beschlussvorschlag heißt. So soll ein Fallrohr für Regenwasser ergänzt und das Dach auf lose Dachziegeln überprüft werden. Ein Bauzaun um das gesamte Grundstück und ein Fanggerüst sollen aufgestellt werden, letzteres für den Fall, dass Dachsteine herabfallen. Geschätzte Kosten: 10 000 Euro.

Die Sitzung des Ortsgemeinderats am Donnerstag, 26. September, im Bürgerhaus beginnt um 19.30 Uhr mit einer Einwohnerfragestunde. Weitere Themen: die weitere Vorgehensweise zu den Bebauungsplänen für die Baugebiete Dorfwies und Junkerskreuz, der Stand der Hangsicherung am Eiderberg und die Einrichtung eines Halteverbots in der König-Johann-Straße zwischen Maximin- und Teilbrunnenstraße.

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