Freunde und Helfer für 30 000 Menschen

Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung und mehr: Den Beamten der Konzer Polizeiwache wird es nicht langweilig. Der TV sprach mit einigen Beamten und der einzigen Frau auf der Wache über ihre Arbeit.

Konz. Es ist ziemlich ruhig an diesem Morgen in dem hinteren Teil der Granastraße. Kaum ein Auto oder Fußgänger passiert das unscheinbare Gebäude. Gardinen am Fenster, ein paar Parkplätze vorm Haus - es könnte auch ein Mehrfamilienhaus sein, wäre da nicht das Hinweisschild "Polizei". So unauffällig die Granastraße 116 auch von außen scheint, im Inneren arbeiten die Beamten der Polizeiwache Konz daran, der Kriminalität in der Stadt und ihrem Umland vorzubeugen oder sie zu bekämpfen."Wir sind zehn Beamte und eine Angestellte", erzählt Armin Wacht, kommissarischer Leiter der Polizeiwache. Im Tagesdienst erfüllen sie die Aufgaben, die einer Schutzpolizei zukommen. Soll heißen: Sie kümmern sich vor allem um Körperverletzungen, einfachen Diebstahl, Einbrüche, Sachbeschädigungen und Gewaltprävention. "Mit Mord, Totschlag und Staatsschutz haben wir nur im Rahmen des ersten Angriffs zu tun", erläutert Wacht. In solchen Fällen übernimmt später das Fachkommissariat der Kriminaldirektion Trier die weiteren Ermittlungen. Und zur Beruhigung: "Die Wahrscheinlichkeit, in Konz Opfer einer Straftat zu werden, ist halb so groß wie in Saarburg oder Trier."Zusammenarbeit mit Saarburg und Trier

Nichtsdestotrotz bleibt für die Konzer Beamten mehr als genug zu tun. Rund 30 000 Einwohner umfasst ihr Einsatzgebiet von Oberbillig über Nittel bis Lampaden. Sie arbeiten zudem an der Abwicklung von Delikten mit, die beispielsweise in Saarburg oder Trier angezeigt worden sind. Wenn Vernehmungen von Beschuldigten oder Zeugen im Konzer Bereich anstehen, sind die Beamten in der Granastraße gefordert. "Was man bei einigen Einsätzen im Laufe der Jahre so erlebt, bleibt nicht alles in den Kleidern hängen", erzählt Polizeihauptkommissar Robert Kalkes. Er ist der dienstälteste unter den Konzer Polizisten. Seit 40 Jahren ist er im Polizeidienst, seit 1978 findet man ihn in Konz. Momentan ist er für die Bereiche Berendsborn, Roscheid und Obermosel zuständig. Aber leider, so seine Meinung, sei er zu selten draußen vor Ort. "Es wäre gut, wenn wir mehr Präsenz zeigen würden", wünscht er sich. Doch in der Polizeiwache warte genug Arbeit."Es kommt immer mehr Bürokratie auf die Beamten zu", erläutert indes Heike Weber, seit 20 Jahren im Dienst. Sie ist die einzige Frau und Angestellte neben den Beamten. Weber bearbeitet die Postein- und -ausgänge, führt Statistiken und kümmert sich um Formulare, die im Nachgang zu den einzelnen Verfahren ausgefüllt werden müssen. "Ich fühle mich hier sehr wohl und voll integriert", schwärmt sie. Als "die gute Seele im Haus" lobt sie ihr Chef Wacht.Er selbst ist seit zwei Monaten als kommissarischer Leiter der Polizeiwache Konz tätig. Seine Aufgaben liegen vor allem darin, die Polizeiwache zu koordinieren und zu bewerten. Die Ergebnisse fasst er zu Konzepten zusammen, die der Kriminalität entgegenwirken sollen.Zeugen-Hinweise sind Mangelware

Mehr Präsenz unter Jugendlichen zeigt indes Polizeioberkommissar Reinhard Smirr. Er ist seit zweieinhalb Jahren im Konzer Team. Während er sich um den Bereich Stadtmitte (außer Berendsborn und Roscheid) kümmert, richtet er auch ein besonderes Augenmerk auf die Gewaltprävention an Schulen. Dort bietet er für Fahranfänger Gefahrentrainings an und referiert zum Thema Drogen. Nicht selten geht es unter anderem auch um Graffiti-Schmierereien. "Gerade diese Delikte sind schwer aufzuklären", erläutert Wacht. Die Sprayer unter sich wahrten ihren Ehrenkodex, und Zeugen gebe es auch kaum.Ähnlich große Sorgen machen Wacht auch die Körperverletzungen. "Die Zahl der Delikte ist zwar rückläufig, sie bewegt sich aber dennoch auf einem sehr hohen Niveau. Zudem waren früher Schlägereien zwischen zwei Beteiligten zu Ende, wenn das Opfer am Boden lag. Heutzutage greifen Gruppen Einzelpersonen an und schlagen immer weiter zu", erzählt Wacht. In diesem Zusammenhang seien vor allem auch Zeugenhinweise sehr hilfreich. "Doch es gehen kaum Anrufe ein", bedauert er. "Wer etwas sieht, muss sich nicht scheuen, uns anzurufen. Wir sind bei der Aufklärung von Delikten auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen." EXTRA Erreichbarkeit: Die Polizeiwache Konz in der Granastraße 116 ist montags bis freitags von 7.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten ist die Polizeiinspektion Saarburg, der die Konzer Wache organisatorisch angegliedert ist, zuständig. Die Konzer Beamten sind erreichbar unter Telefon 06501/92680. (api)