Freundschaftsakt und Kettenrasseln

Freundschaftsakt und Kettenrasseln

TRASSEM. (hpü) Schweres Geschütz sorgte am Trassemer Marktplatz für einen Massenauflauf. Fast der halbe Ort war auf den Beinen, um einen Freundschaftsakt der besonderen Art mitzuerleben: die Taufe eines Panzers der französischen Garnison in Saarburg auf den Namen "Trassem".

Donnernder Motorenlärm, begleitet von einem metallischen Rasseln, erfüllte abends die Straßen von Trassem. Quelle der Geräuschkulisse war ein zumindest im Ort eher selten anzutreffendes Vehikel. Einen schwarzen Rauchschweif hinter sich her ziehend, drehte ein auf Hochglanz polierter Schützenpanzer der französischen Garnison seine Runden. Außer dem Fahrer, der aus einer Öffnung des Kettenfahrzeugs heraus schaute, war eine weitere Person zu sehen, die den Schaulustigen am Straßenrand zuwinkte. "Ist das nicht Wolfgang Benter?", fragte ein verblüffter Zuschauer seinen Nachbarn und meinte Trassems Ortsbürgermeister. Der Zuschauer hatte sich nicht getäuscht. Nach wenigen Minuten kehrte Benter von der ungewöhnlichen Spritztour zurück und entstieg - zünftig bekleidet mit einem olivgrünen Overall und einer Kopfbedeckung aus Leder - dem Kriegsgerät. Mit der Rundfahrt durch Trassem endete ein deutsch-französischer Freundschaftsakt der besonderen Art. Seit vergangenem Jahr unterhält die Gemeinde eine Partnerschaft mit der vierten Kompanie der französischen Garnison in Saarburg, die durch die Unterzeichnung einer Urkunde im Oktober besiegelt wurde. Die gemeinsame Teilnahme an gesellschaftlichen Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten gehören laut Wolfgang Benter seither zum Programm. Bisheriger Höhepunkt der freundschaftlichen Beziehungen war die Taufe eines Schützenpanzers der Garnison auf den Namen der Gemeinde. Fast halb Trassem war auf den Beinen und - ausgerüstet mit deutschen und französischen Papierflaggen - zum Marktplatz gekommen, um die Zeremonie hautnah mitzuerleben. Angetreten waren außerdem die Soldaten der vierten Kompanie mit Hauptmann Yann Lambert an ihrer Spitze, Oberst Charles Aballea als Vertreter des Bataillonskommandeurs, die Freiwillige Feuerwehr und der Musikverein Trassem-Perdenbach. "‚Unser' Panzer soll nicht dem Krieg dienen, sondern dazu beitragen, den Frieden zu sichern", betonte Benter und wünschte dem tonnenschweren Gefährt und seinen Lenkern "allzeit gute Fahrt." Nach Auskunft von Yuna Long, Pressesprecherin der französischen Garnison, wird die vierte Kompanie im Dezember Saarburg verlassen und sich zu einer Nato-Mission nach Afghanistan begeben. Panzer "Trassem" ist dabei.

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