Fridays for Future in Saarburg für den Klimaschutz

Kostenpflichtiger Inhalt: Fridays for Future : Das gab es noch nie: Demo in Saarburg (Update, mit Video)

Nicht nur etwas für Großstädte: Fridays for Future erstmals auch in Saarburg.

Am 29. November 2019 um 10 Uhr geschieht etwas historisches: Im leichten Nieselregen sammeln sich auf Initiative von Tim Kettenhofen (13) am Saarburger Heckingplatz mehr als 200 Teilnehmer, um für den Klimaschutz zu demonstrieren, das ist Saarburgs erste für alle offene Demonstration überhaupt (der TV berichtete).

Tim sagt: „Schon bald werden ganze Landstriche in Afrika unbewohnbar sein, das gibt eine Welle von Flüchtlingen. Das Klimapaket der Bundesregierung ist unzureichend, wir fordern entschlosseneres und schnelleres Handeln auch hier in der Region, wo beispielsweise in Wincheringen 40 000 Quadratmeter Naturbrache für ein Einkaufzentrum platt gemacht wurden.“

Er sei sehr zufrieden mit der Teilnehmerzahl und dem Ablauf, über Flyer und persönliche Kontakte sind auch viele Schüler der benachbarten Schulen und des Gymnasiums gekommen. Mit Plakaten, Bannern und Schildern ausgerüstet, marschiert der Demonstrations-Zug durch die Innenstadt bis zur Verbandsgemeindeverwaltung auf dem Schloßberg und dann am Wasserfall vorbei zurück zum Heckingplatz. Angeführt von Tim Kettenhofen und einigen Mitstreitern mit Megafonen rufen sie „Klimaschutz muss weiter gehen“, „Hopp hopp hopp, Kohle-Stopp“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“.

Der Zug bewegt sich zügig voran, nach rund 30 Minuten ist die Runde beendet und der Verkehr kann wieder ungehindert fließen. „Keine Probleme, keine Beschwerden, alles ok“, resümiert ein Polizeisprecher. Die Demonstranten sind überwiegend Schüler zwischen zwölf und 18 Jahren, die am „Schulstreik für das Klima“ teilnehmen. In Trier sind zur gleichen Zeit etwa 2000 Menschen in Sachen Klimaschutz unterwegs gewesen.

Fridays for Future in Saarburg: 200 Menschen demonstrieren für Klimaschutz

Auch in Saarburg haben sich einige Erwachsene angeschlossen, sogar Lehrer des Gymnasiums. Elke Nonn sagt: „Das mache ich hier in meiner Freistunde, wir sind zwar angewiesen, das Fernbleiben nicht zu entschuldigen, aber viele Kollegen unterstützen die Anliegen der Schüler, das Thema Klimaschutz nimmt auch breiten Raum im Unterricht ein.“ Auch zwei Saarburger Politikerinnen begleiten die Demonstration, Stefanie Nabinger (Grüne) sagt: „Das ist ja unser ureigenes Anliegen“ und Simone Thiel (CDU) findet es wichtig, dass die Jugend sich engagiert und weist darauf hin, dass jeder für sich im Kleinen Verantwortung übernehmen muss.

Zu Beginn hatte ein Vertreter des Forstamts appelliert, schnell zu handeln, der Wald sei durch den Klimawandel in so großer Gefahr wie noch nie, das könne uns allen die Lebensgrundlagen entziehen: „Wir werden den Wald verlieren, wenn wir nicht schnell handeln.“

Nicht alle sind glücklich mit der Demonstration. Einigen Einzelhändlern verhagelt es den „Black-Friday“-Umsatz, durch die wiederholte Erwähnung der Saarburger Demonstration im Radio, seien Kunden weggeblieben, wie Stefan Müller vom Gewerbeverband beklagt. Er reklamiert die allererste Saarburger Demo für sich: „An sich ist es ja eine gute Sache, wenn junge Menschen sich engagieren, wir Gewerbetreibende haben ja vor mehr als 20 Jahren auch schon mal demonstriert, damals gegen das Einkaufszentrum.“

Weitere Bilder und ein Video unter www.volksfreund.de

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