Frische Farbtupfer für Ruanda

Am Sonntag sind Norbert de Wolf und Jörg Baumann mit sieben Malergesellen aus Ruanda zurückgekehrt. Dort haben sie unter dem Motto "Geselle trifft Gazelle" gemeinsam mit ruandischen Handwerkern an der Neugestaltung des Gatagara-Zentrums mitgewirkt.

Trassem/Gatagara. Zehn Tage lang haben Norbert de Wolf und Jörg Baumann aus Trassem sieben junge Malergesellen aus ganz Rheinland-Pfalz bei einem sozialen Projekt in Gatagara (Ruanda) begleitet (der TV berichtete). Jetzt ist die Gruppe wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.
Gemeinsam mit ruandischen Handwerkern haben sie dem Zentrum Gatagara einen Neuanstrich verpasst. In dem Zentrum leben 300 körperlich behinderte und ebenso viele nichtbehinderte Kinder, die dort auch zur Schule gehen. Auf dem Gelände gibt es auch ein Krankenhaus. "Im Krankenhaus hatten wir gleich ein ganz besonderes Erlebnis. Anders als bei uns wurden die Patienten während der Arbeiten nicht in andere Räume gebracht, sondern blieben einfach in den großen Sälen mit je 20 Betten, als wir ringsherum die Wände gestrichen haben", sagt de Wolf. Er ist Geschäftsführer des Fachverbandes Farben, Gestaltung und Bautenschutz. Malergesellin Kim Bill aus Üdersdorf (Vulkaneifelkreis) gefiel besonders, dass die behinderten und nichtbehinderten Kinder sehr gut miteinander umgehen. Anders als in Deutschland gebe es keine Betreuer; die Kinder passten gegenseitig aufeinander auf. "Helfende Hände hatten wir mehr als genug, von den kleinsten Schülern über die Ordensschwestern und -brüder bis hin zum Direktor: Jeder hat mit angepackt", sagt sie. Insgesamt haben die jungen Handwerker in einer Woche fünf Klassensäle, zwei Kantinen und zwei Krankensäle gestrichen und dabei 750 Liter Farbe verbraucht.
Während der Arbeiten waren die Gesellen und ihre Begleiter in einem einfachen Gästehaus des Ordens Brothers of Charity (zu deutsch Brüder der Barmherzigkeit) untergebracht. Der Orden ist Betreiber des integrativen Zentrums. "Alle Zimmer hatten Betten mit Moskitonetz, manche auch ein eigenes Bad. Manche von uns mussten sich ein Bad auf dem Gang teilen, manchmal gab es kein Wasser, und mit Stromausfall mussten wir immer rechnen", berichtet Geselle Norman Fuchs aus Bad Sobernheim (Kreis Bad Kreuznach).
"Dafür gab es aber sehr leckeres Essen, das extra für uns im Gästehaus zubereitet wurde: frisches afrikanisches Obst wie Bananen und Maracuja, Bohnen und Kartoffeln und Hühnchen mit superscharfem Pili-Pili-Gewürz", schwärmt Alexandra Malzer aus Kaiserslautern. "Die Kinder hatten gar keine Berührungsängste, und wir wurden alle sehr herzlich und stets mit einem Lächeln im Gesicht aufgenommen", erinnert sich Kai Bill, Bruder von Kim Bill.
Landesinnungsmeister Jörg Baumann zeigt sich zufrieden mit dem Verlauf des Projekts. Sein Fazit: "Auch wenn die Uhren in Ruanda etwas anders ticken als bei uns, hat es sehr viel Spaß gemacht, mit unseren neuen ruandischen Freunden dem Zentrum einen Farbtupfer zu verpassen. Wir haben aber sehr viel improvisieren und noch Materialien auf dem lokalen Markt kaufen müssen." Initiator Norbert de Wolf freut sich über das Ergebnis. "Unser Ziel, nicht nur fachliche, sondern auch soziale Kompetenzen zu fördern, haben wir mehr als erreicht."