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Frische Kost für Konzer Schüler

Frische Kost für Konzer Schüler

Immer mehr Kinder und Jugendliche im Kreis nehmen am Ganztagsunterricht teil. Schulische Essensangebote werden zunehmend wichtiger. Ein Vorreiter ist die Mensa des Schulzentrums.

Konz Besteck klappert auf den Tellern, Gelächter erklingt, und es riecht nach Mittagessen. Rund 220 Ganztagsschüler und ihre Lehrer kommen an vier Tagen in der Woche in den "Glaskasten", wie das moderne Gebäude mit der Fensterfront auf dem Gelände des Konzer Schulzentrums von manchen genannt wird.
Die Schlange vor der Essensausgabe reicht fast bis zum Eingang. Heute gibt es Lasagne - mit Hackfleisch oder Gemüse. Dazu wird Obst, Salat und Joghurt gereicht. Das Besondere an der Konzer Mensa: Hier wird anders als an vielen Standorten, die von externen Betrieben mit Essen beliefert werden, frisch gekocht. "Es ist uns wichtig, qualitativ hochwertige Produkte zu verwenden", sagt Betreiber und Ernährungswissenschaftler Bernhard Disch, den manche Schüler auch Chefkoch nennen.
Schon seit 15 Jahren gibt es das Angebot, denn damals erhielt das Konzer Gymnasium als Erstes in ganz Rheinland-Pfalz vom Bildungsministerium die Genehmigung, die verlängerte Schulzeit anzubieten. Anfangs nahmen nur 60 Kinder den Ganztagsunterricht und damit das Mittagessen in der Mensa wahr. Aufgetischt wurde damals noch im Bistro der Turngemeinde (TG) Konz. Als zwei Jahre später auch die Haupt- und Realschüler dazukamen, wurde der Raum langsam knapp. Die Verbandsgemeinde Konz reagierte und regte den Bau eines separaten Mensagebäudes auf dem Schulgelände an. Bereits seit zehn Jahren gehen hier Speisen über die Theke. Der Schulleiter der Realschule plus und Fachoberschule Konz, Martin Lautwein, lobt die Räume bei der Jubiläumsfeier. Die Mensa sei "hell, großzügig und freundlich".
Die Schüler scheinen sich hier wohlzufühlen. Die Sechstklässlerinnen Lilly und Alexandra (beide 11 Jahre alt) nehmen gerne am Mittagstisch teil. Wichtiger als das Ambiente ist ihnen natürlich das Essen. "Mein Lieblingsgericht ist Kasseler mit Püree und Sauerkraut", sagt Alexandra, die die Realschule plus besucht. Ihrer Freundin Lilly schmeckt ein italienischer Klassiker besonders gut: "Ich esse hier am liebsten Spaghetti Bolognese." Das Essen sei gut und auch die Mitarbeiter nett. Wenn die Schülerinnen Anregungen haben, können sie diese jederzeit vorbringen. Eine Box für Wunschzettel steht dafür bereit.
Betreiber Disch versucht, die Vorschläge zu berücksichtigen, achtet aber vor allem darauf, gesunde Mahlzeiten anzubieten. "Manchmal muss ich den Ernährungswissenschaftler raushängen lassen", sagt er. Fettiges Fast Food ist in der Konzer Mensa tabu. Dafür gibt es einen Veggie-Day, der Gemüseverweigerer an fleischlose Vitaminbomben heranführen soll.
Die große Bedeutung der Mensakost betont Hannelore Jacobi vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz (DLR). "Gut 30 Prozent der Schüler kommen ohne Frühstück zur Schule." Umso wichtiger sei daher das Schul essen. Die Expertin bietet für Schulen auch einen Speiseplancheck an. Dabei wird überprüft, ob das Essen den Qualitätsanforderungen entspricht und zum Beispiel genug Vollkornprodukte, Rohkost, Hülsenfrüchte, Proteinquellen sowie fettarmes Essen auf den Tellern landen. Jacobi hat schon seit langem Kontakt zum Konzer Mensabetreiber. "Man merkt, dass er sich gut auskennt", sagt sie. Die hauseigene Küche versorgt inzwischen auch noch drei andere Schulen in der Umgebung. "Wir kochen 500 Essen täglich", sagt Disch. Zum Vergleich: Vor 15 Jahren waren es nur 60 Portionen, die an einem Unterrichtstag aufgetischt wurden.
Die Teller mit der Lasagne sind inzwischen leergeputzt. Nicht nur Lilly und Alexandra hat es geschmeckt. "Ich hole mir noch einen Nachschlag", ruft ein Schüler und stürmt zur Theke.
Ein Video zum Thema gibt es auf volksfreund.de/videos
Extra: SCHULESSEN IM KREIS TRIER-SAARBURG

Foto: (h_ko )
Rund 220 Schüler und Lehrer essen an einem Tag in der Mensa – auch die Sechstklässlerinnen Lilly (11) und Alexandra (11) (Foto oben). Der moderne Mensabau auf dem Gelände des Schulzentrums wurde vor zehn Jahren eingeweiht (Foto unten links). Am Tag der Jubiläumsfeier gibt es Lasagne und Salat. Den Schülern schmeckt es. TV-Fotos (3): Nathalie Hartl Foto: (h_ko )


Von den 18 Schulen in Trägerschaft des Kreises Trier-Saarburg bieten inzwischen 14 Ganztagsunterricht an. Rund 1300 Schüler nehmen laut Kreisverwaltung Mittagstischangebote wahr. Nicht überall wird so wie in Konz vor Ort frisch gekocht. Viele Schulen werden von Caterern versorgt. Dabei gibt es zwei gängige Verfahren. Während das Essen bei "Cook and Hold" gekocht und warm ausgeliefert wird, kühlen es Caterer bei "Cook and Chill" erst herunter, um es in der Mensa wieder zu erhitzen.