Frischzellenkur für typische Ortskerne
Die Verbandsgemeinde Saarburg macht es seit eineinhalb Jahren vor, nun will die Konzer VG nachziehen. Ein Programm zur Förderung der regionaltypischen Bauweise in den Ortskernen soll her.
Konz. Eine massive Bauweise, eine geputzte Fassade, einheitlich angeordnete Fenster, Klappläden, eine Holz-Eingangstür und wenn möglich ein Torbogen: Das sind nur wenige der zahlreichen Merkmale, die in einer Broschüre der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg für regionaltypisches Bauen aufgezählt werden. Der Hintergrund zur Notwendigkeit des Informationshefts ist die finanzielle Unterstützung der VG Saarburg für Bauherren, die sich dabei beraten lassen wollen, wie sie ihr Haus regionaltypisch bauen oder umbauen lassen wollen - ein Angebot, das laut VG-Ratsbeschluss im nächsten Jahr auch die Konzer Verwaltung in ähnlicher Art und Weise ihren Bürgern machen will.
Bis zu 1000 Euro Honorarkosten steuert die VG Saarburg hinzu, wenn sich (Um-)Bauwillige bei einem Architekten oder Planer über die regionaltypische Gestaltung von Altbauten inklusive Gebäudeumfeld, über (Um-)Nutzungskonzepte für leer- oder mindergenutzte Gebäude im Ortskern oder über die regionaltypische Gestaltung von Neubauten im Ortskern zur Mobilisierung und Schließung von Baulücken erkundigen. Wurde dann noch das betreffende Gebäude vor 1950 erbaut und liegt das Haus oder die Freifläche innerhalb eines Ortes, sind weitere wichtige Hürden bei der Beantragung der Förderung beim Bauamt der VG-Verwaltung genommen. Im weiteren Verfahren muss der Planer sein Konzept mit der Koordinierungsstelle Dorferneuerung bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg abstimmen. Dort werden weitere Fördermöglichkeiten geprüft.
Die VG Saarburg hat die Förderung der privaten Bauberatung vor etwa eineinhalb Jahren eingeführt. "Das Programm wurde gut nachgefragt", sagt Thomas Wallrich vom Bauamt der VG Saarburg. "Wir hatten inzwischen mehr als 20 Anfragen, etwa zwölf sind schon mit Zuschüssen gelaufen." Der Zuschussbetrag belief sich auf etwa 300 bis 600 Euro.
Wie hoch die Förderung der Konzer Verwaltung ausfallen soll, ist noch offen. In seiner jüngsten Sitzung hat der VG-Rat einstimmig zumindest schon beschlossen, dass zur Förderung der regionaltypischen Bauweise 10 000 Euro in den Haushalt 2009 eingestellt werden.
"Eine solche Förderung ist längst überfällig", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Schücker. "Wir sollten in Zukunft schauen, ob uns das nicht mehr wert ist als 10 000 Euro."
Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabina Quijano freute sich indes, dass ihre im Vorfeld geäußerten Anregungen zu diesem Thema damit aufgegriffen würden.
Auch Karla Kroon von der SPD begrüßte die Unterstützung für die Neuansiedlung regionaltypischer Bauten. Allerdings: "Ich bezweifle, ob 10 000 Euro ausreichen."