Frohe Botschaft aus dem Forst

Auf das grüne Tafelsilber der Gemeinde Reinsfeld ist weiter Verlass. Im Zeitraum 2013 bis 2015 wird bei der Bewirtschaftung des Gemeindewalds ein Gesamtgewinn von rund 460 000 Euro erwartet. Die Zahlen im Forst haben den Rat ebenso beschäftigt wie eine beinahe schon unendliche Geschichte: die Windkraft.

Reinsfeld. Wann in Reinsfeld neue Einnahmen aus der Windkraft fließen und wie viel Geld das letztendlich sein wird, steht weiter in den Sternen. Dazu später mehr. Eine sozusagen sichere Bank hat die Gemeinde aber dennoch. Und das ist ihr Wald.
In der jüngsten Ratssitzung gab es diesbezüglich nur positive Nachrichten. Das Betriebsergebnis 2013 steht. Laut Bernhard Buss, Leiter des Forstamts Hochwald, wurde voriges Jahr ein sattes Plus von 220 164 Euro erzielt. Das Ergebnis lag weit über der ursprünglich geplanten Gewinnsumme von 104 000 Euro. Im laufenden Jahr wird der voraussichtliche Überschuss mindestens - wie im Forsthaushalt 2014 geplant - 125 000 Euro betragen, so Buss. Eventuell ist aber sogar noch ein Plus von 140 000 Euro möglich. Das Forstamt begründete die guten Ergebnisse mit den nach wie vor guten Preisen, die für Holz gezahlt werden. Ein Vorteil sind auch die niedrigen Unternehmerlöhne. Sofern beides so bleibt, könnten auch 2015 etwa 100 000 Euro plus erzielt werden. Im Zeitraum 2013 bis 2015 würde der Reinsfelder Wald somit insgesamt etwa 460 000 Euro in die Gemeindekasse spülen.
Weg vom reinen Fichtenwald


Der einstimmig verabschiedete Forsthaushalt 2015 sieht vor, dass nächstes Jahr etwa 8100 Festmeter Holz gefällt werden - und zwar vorwiegend Fichten. Mit Neuanpflanzungen - etwa Traubeneichen, Buchen oder Bergahorn - soll der Umbau von reinen Fichtenbeständen in mehr Mischwald fortgesetzt werden.
Zurück zur Windkraft: So richtig voran geht es mit diesen Plänen nicht. Ortsbürgermeister Rainer Spies (SPD) sprach zwar erneut von einer "vernünftigen Entscheidung", die der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil gefällt hat. Das Gremium hatte vorige Woche am bisherigen Mindestabstand von 1000 Metern von Windrädern zu Wohnhäusern festgehalten und die Forderung nach einem größeren Abstand von 1400 Metern abgelehnt (der TV berichtete). Doch ob und wo sich in Reinsfeld Räder drehen könnten, ist zum Beispiel wegen der streng geschützten Mopsfledermaus weiter unklar. Das deshalb in Auftrag gegebene Ampelkonzept lässt den Rat aber auf einige Standorte hoffen. Denn es geht von relativ guten Chancen für Reinsfeld aus. In dem Gutachten wird die Landschaft in drei Zonen eingeteilt: Rot bedeutet, dass aus Artenschutzgründen keine Windräder möglich wären. Gelb heißt "eventuell möglich" und Grün: Windräder möglich. VG-Bürgermeister Michael Hülpes dämpfte die Erwartungen aber mit dem Hinweis: "Diese Planquadrate sind reine Theorie". Außerdem würden Kommunen, deren Windrad-Standorte vorerst außen vor blieben, wohl kaum einem solchen Flächennutzungsplan zustimmen. Die Reinsfelder Räte appellierten jedoch an die Solidarität der anderen Orte. Schließlich hätten auch sie sich solidarisch gezeigt, als es wegen vermuteter Mopsfledermaus-Vorkommen so aussah, als könne nur noch die Stadt Hermeskeil mit Anlagen rechnen. Zum schleppenden Vorankommen sagte Hülpes: "Es liegt nicht an uns. Es liegt an den Auflagen der Kreisverwaltung." Sollte sich zeigen, dass der VG "widerrechtlich etwas vorenthalten" werde, könnten nicht nur die Investoren klagen, sondern auch die Verwaltung, beantwortete er eine Frage aus dem Rat.