Fruchtmarkt wird zur Baustelle

Was lange geplant war, geht nun in die Umsetzungsphase: Der Kreisverkehr am Saarburger Fruchtmarkt kommt. Die Arbeiten beginnen am 2. Januar. Zunächst einmal wird der letzte Abschnitt der Graf-Siegfried-Straße ausgebaut. Dazu wird die Straße zwischen der Einmündung zur Hosengasse und der Kreuzung etwa vier Wochen lang gesperrt.

Saarburg. Am ersten Arbeitstag im neuen Jahr fällt der Startschuss für das nächste Bauprojekt in der Saarburger Innenstadt. Nach dem Kreisverkehr am Altstadttunnel und dem vor kurzem fertiggestellten an der B 407 folgt der Kreisel am Fruchtmarkt.
Gebaut wird in mehreren Abschnitten, insgesamt etwa sieben Monate lang.
Los geht es am 2. Januar, aber noch nicht mit dem Umbau der Kreuzung, sondern mit dem Ausbau des letzten Teilstücks der Graf-Siegfried-Straße zwischen Einfahrt Hosengasse und Fruchtmarktkreuzung. Dafür wird dieses Teilstück voll gesperrt. "Eine Durchfahrt über eine Straßenseite, wie es bisher beim Ausbau der Straße möglich war, geht nun nicht mehr, weil der Bereich sehr eng ist", sagt Stadtbürgermeister Jürgen Dixius. Die Verkehrsteilnehmer könnten vom Altstadttunnel kommend aber auf dem Boemundhof wenden und wieder rausfahren.

Zahlreiche Sperrungen


Die Ein- und Ausfahrt zum Pferdemarkt ist möglich, so Dixius. Es sei gewährleistet, dass die Geschäfte angefahren werden können. "Wir haben bei der gesamten Planung dieser Maßnahme größte Rücksicht darauf genommen, dass die Geschäfte anfahrbar und angehbar sind", betont Dixius. Vorgesehen ist diese Vollsperrung für vier Wochen.
Parallel zu den Ausbauarbeiten, bei denen auch noch Hausanschlüsse verlegt werden, wird der Verteilerkasten der Telekom an der Kreuzung weiter auf den Fruchtmarkt verlegt, so dass diese Vorarbeiten zeitgleich mit dem Ausbau des letzten Teilstücks erledigt sein sollen.
Der Kreisverkehrbau startet damit, dass das Pflanzbeet am Rathaus und die Sitzflächen am Saarburger Hof abgebaut werden und der Boden dort befestigt wird. Denn darüber wird der Verkehr umgeleitet. Es wird also Platz geschaffen, damit die Autos in den folgenden Wochen an der Baustelle vorbeifahren können. Dies wird nur einspurig möglich sein.
Während der ersten Zeit wird wenig zu sehen sein, denn die Arbeiten spielen sich weitestgehend unter der Erde ab - es stehen zunächst einmal Kanalarbeiten an. Bis der Kreisverkehr, der 27 Meter Durchmesser haben wird, fertig ist, wird es zwischendurch immer mal wieder kurze Vollsperrungen geben. So wird einmal der Kunoweiher für 14 Tage und die Straße aus Richtung Krutweiler für zwei Tage gesperrt werden. Außerdem wird der Verkehr an der Kreuzung mit Ampeln geregelt. Fußgänger können die Baustelle jederzeit passieren.
"Es kommt zeitweise zu Behinderungen und Irritationen", gibt Johannes Müller vom Landesbetrieb Mobilität Trier (LBM) zu. Dennoch sei gerade die Aufteilung in verschiedene kleine Phasen bewusst gewählt, um die Behinderungen so gering wie möglich zu halten. "Das ist so geplant, um Anwohnern und Gewerbetreibenden gerecht zu werden", sagt Dixius. So sei es zwar aufwendiger und auch teurer, aber, so Dixius: "Es ist gut, dass das alle mittragen. Das ist nicht überall so." Zu den Kosten: Die teilen sich das Land (200 000 Euro), der Kreis (60 000 Euro), die Stadt (120 000 Euro) und die Verbandsgemeindewerke (165 000 Euro).
Mit dem Bau des Kreisverkehrs endet eine lange Phase der Umgestaltung der Stadtmitte, die mit dem Kreisel am Altstadttunnel begann und mit dem Ausbau der Graf-Siegfried-Straße weiterging. Wenn dann alles fertig ist, wird sich die Stadt Gedanken machen, wie der Fruchtmarkt selbst umgestaltet wird. Das wird aber erst 2013 der Fall sein.
Extra

Dass nun bald die Baufahrzeuge am Saarburger Fruchtmarkt anrücken, ist, wenn man die Vorgeschichte betrachtet, gar nicht so selbstverständlich. Kaum ein anderes Thema hatte die Bürger in den vergangenen Jahren so bewegt wie dieses. Denn längst nicht alle waren für den Kreisel. Bereits vor acht Jahren gab es eine Planung. Die Diskussion darüber spaltete die Stadt und endete schließlich in einem Bürgerbegehren. 60 Prozent sprachen sich gegen den Kreisel und den Ausbau des Fruchtmarkts aus. Sechs Jahre später kam das Thema im inzwischen neu besetzten Stadtrat erneut auf. Die Pro-Argumente überzeugten: Bussen und LKW eine Wendemöglichkeit geben, um aus der Innenstadt herausgehalten zu werden, Ausfahrten aus dem Kunoweiher und dem Graben verbessern und den Kindern der Grundschule St. Laurentius eine Möglichkeit geben, auf der Straßenseite ihrer Schule in den Bus zu steigen - überzeugten. Bei der Neuplanung gab es dann keine Einwände mehr. jkaExtra

Wegen der Baumaßnahme wird der Saarburger Wochenmarkt in der Innenstadt Saarburg ab 7. Januar auf den Cityparkplatz verlegt. Heute, Mittwoch, 28. Dezember, und am Mittwoch, 4. Januar, ist kein Markt. Der Wochenmarkt an Silvester ist der vorläufig letzte auf dem Fruchtmarkt. red