Früheres Feuerwehrmuseum ist Geschichte

Nur noch ein Trümmerfeld erinnert an ein Haus mit bewegter Historie. Bagger haben das frühere Domizil des Feuerwehrmuseums in der Hermeskeiler Bahnhofstraße abgerissen. An seiner Stelle entsteht bis Herbst 2010 ein neues Wohn- und Geschäftshaus.

 Schweres Gerät im Einsatz: Bagger haben das frühere Domizil des Feuerwehrmuseums in der Bahnhofstraße dem Erdboden gleichgemacht. TV-Foto: Axel Munsteiner

Schweres Gerät im Einsatz: Bagger haben das frühere Domizil des Feuerwehrmuseums in der Bahnhofstraße dem Erdboden gleichgemacht. TV-Foto: Axel Munsteiner

Hermeskeil. "Natürlich stimmt mich diese Sache schon ein bisschen traurig. Es hat ja doch viel Arbeit in diesem Haus gesteckt." Das sagt Ernst Blasius. Er ist Leiter des Hermeskeiler Feuerwehrmuseums, das mit seinen Exponaten derzeit provisorisch in einer Halle im Industriegebiet "Grafenwald" untergebracht ist und nach wie vor auf den Umzug in den geplanten Neubau auf dem "Neuen Markt" wartet.

Hamburger Eigentümer verkauft Haus an die Stadt



Die frühere Heimstatt des Museums in der Bahnhofstraße jedenfalls ist nun jedoch Geschichte. Bagger haben das Haus abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht. Über seine Historie weiß Blasius zu berichten, dass es um 1900 erbaut wurde, anfangs einer Bäckerei und später diversen anderen Geschäften Platz bot. Längere Zeit gehörte es danach einem Besitzer aus Hamburg, der sein inzwischen leerstehendes Eigentum schließlich an die Stadt verkaufte. "Das war ein Glücksfall für uns", erinnert sich Blasius. 1995 wurde den Hermeskeiler Feuerwehrleuten erlaubt, ihre nach und nach gesammelten historischen Geräte in dem Haus in der Bahnhofstraße unterzustellen. Am 17. April 1999 wurde dort dann unter dem Namen "Feuerpatsche" das erste und bis heute einzige Feuerwehrmuseum in Rheinland-Pfalz eröffnet.

Im Jahr 2006, so die Auskunft von Stadtbürgermeister Udo Moser, musste der städtische Bauausschuss aber die Schließung des Feuerwehrmuseums anordnen - und zwar ausgerechnet deshalb, weil Experten vorher bei einer Ortsbegehung Mängel beim Brandschutz - es gab unter anderem im Haus nur eine steile Treppe als Fluchtweg - festgestellt hatten.

Die Stadt hat das baufällige Gebäude zwischenzeitlich an die Grunstückverwaltungsgesellschaft des Hermeskeiler Bauunternehmers Max Düpre verkauft. Und dieser will an der Stelle des nun abgerissenen Museumsbaus in den nächsten Monaten ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Bis Herbst 2010 soll es fertig sein. Für gewerbliche Nutzung, so Düpre, steht im Erdgeschoss eine Fläche von circa 300 Quadratmetern zur Verfügung.

Für die Wohnungen darüber ist ein Mieter bereits gefunden. Die Barmherzigen Brüder Schönfelder Hof, die gegenüber in der Bahnhofsstaße seit elf Jahren ein gemeindepsychiatrisches Betreuungszentrum betreiben, wollen ihr Angebot erweitern.

Ambulante Wohngruppe für psychisch kranke Menschen



Wie Leiter Werner Quetsch betont, soll für vier psychisch kranke Menschen, die einen "hohen Hilfebedarf haben, aber trotzdem ein weitgehend eigenständiges Alltagsleben führen wollen", im ersten Stock des Neubaus eine ambulante Wohngruppe mit jeweils rund 25 Quadratmeter großen Appartements eingerichtet werden. "Die räumliche Nähe zu unserem Zentrum ist für diesen Zweck natürlich ein ganz wichtiger Pluspunkt", sagt Quetsch.

Eine Etage darüber entstehen Zwei-Zimmer-Wohnungen, wobei dort ebenfalls eine Kooperation der Barmherzigen Brüder mit Düpre angedacht ist. Somit laufen in der Stadt nun zwei Projekte für die Einrichtung von ambulanten Wohngruppen parallel, wobei in beiden Fällen der Hermeskeiler Bauunternehmer mit sozialen Trägern zusammenarbeitet.

Wie erst kürzlich im TV berichtet, wird zurzeit das ehemalige "Hotel Spreyer" vom Trie rer Verein "Club Aktiv" in eine Senioren-WG umgewandelt.

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