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Frust und Freude - Winter ohne Schnee

Frust und Freude - Winter ohne Schnee

Der Blick auf den Kalender zeigt: Der Winter 2011/2012 ist seit heute Geschichte: Der TV wollte deshalb in einer Umfrage wissen: Wer waren im Hochwald die Gewinner und Verlierer der Jahreszeit, in der es diesmal so gut wie keinen Schnee, aber im Februar eine lange Periode mit grimmigem Frost gab?

Hermeskeil/Kell am See. Des einen Freud, des anderen Leid: Dieses Sprichwort trifft auf den Winter 2011/12 zu. Schlaglichtartig dafür stehen zwei Aussagen: Einerseits klagt ein Vereinsvorsitzender frustriert "über die schlechteste Saison seit 20 Jahren". Auf der anderen Seite freut sich ein Kommunalpolitiker darüber, "dass wir viel Geld gespart haben."
Denn im Vergleich zum Winter davor gab es große Kontraste. 2010/11 versank der Hochwald im Schnee und das Streusalz wurde knapp. Diesmal kam kaum weiße Pracht herunter und abgesehen von einem Kälteeinbruch im Februar blieb es relativ mild.
Skigebiete: Sie stehen eindeutig auf der Verliererseite. "Bei uns war absolut tote Hose. Der Lift ist an keinem einzigen Tag gelaufen", lautet das ernüchternde Fazit von Gilbert Roth, Chef des Skiklubs Dollberg bei Neuhütten. Wann es zuletzt eine solche Nullnummer gegeben hat? Bei dieser Frage muss Roth weit zurückdenken. "Das war irgendwann Ende der 1980er Jahre." Immerhin habe der Verein noch finanzielle Rücklagen, um eine Saison ohne Einnahmen zu verkraften. Etwas besser sah es am Erbeskopf aus. Dort war an den kalten Februartagen die Schneekanone im Einsatz. Mit 25 Lifttagen und 100 000 Besuchern habe man das "Minimalziel erreicht", so Betriebsleiter Klaus Hepp. In der Saison 2010/11 wurden jedoch 180 000 Besucher an 48 Tagen gezählt.
Landwirtschaft: "Mehr Schnee wäre für uns besser gewesen", sagt Gerhard Eiden, stellvertretender Vorsitzender des Kreis-Bauernverbands aus Hermeskeil. Das hätte nämlich die Pflanzen wie den Winterweizen oder Raps besser vor der "teilweise barbarischen Kälte" im Februar geschützt. Diese Bestände hätten gelitten. "Auch die Arbeit im Stall war problematisch, weil man ständig darauf achten musste, dass die Wasserleitungen nicht einfrieren."
Forst: "Wichtig war für uns, dass wir diesmal von Winterstürmen wie ,Xynthia\' oder ,Kyrill\' verschont wurden und es deshalb keine großen Schäden gab", sagt der Hermeskeiler Forstamtsleiter Bernhard Buss. Weil im Wald zudem kaum Schnee lag, konnte dort über einen längeren Zeitraum gearbeitet werden.
Öffentliche Einrichtungen: Zu einer etwas zwiespältigen Einschätzung kommt Werner Angsten. "Die Energiekosten in unseren Gebäuden dürften deutlich geringer sein als 2010/11. Wie viel das in Prozent ausmacht, kann ich derzeit aber noch nicht sagen", erklärt der Keller Bürgermeister. Die Kältewelle im Februar habe aber Probleme bereitet: "So hatten wir in der Grundschule in Schillingen einen größeren Schaden zu beklagen, weil dort die Leitungen eingefroren sind."
Straßenmeisterei: Sie hat vom schneearmen Wetter klar profitiert. Die Männer der Straßenmeisterei Hermeskeil sind 2011/12 mit ihren Fahrzeugen zu insgesamt 60 Winterdiensteinsätzen ausgerückt. Im Jahr davor waren es 100. Es wurden diesmal 1800 Tonnen Salz und 600 000 Liter Sole verbraucht. Im Winter 2010/11 waren es 4200 Tonnen Salz und 1,2 Millionen Liter Sole. "Die Material- und Personalkosten für den Winterdienst liegen diesmal schätzungsweise um die Hälfte niedriger", sagt Hans-Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier mit Blick auf die Zahlen der Hermeskeiler Straßenmeisterei. Günstig habe sich die Schneearmut auch auf das Geschehen an den Straßenbaustellen ausgewirkt. "Im aktuellen Winter konnte bis Weihnachten gearbeitet werden. Mitte Februar wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Im Jahr davor mussten wir die Arbeiten schon Ende November einstellen und konnten erst Ende Februar wieder beginnen. Die Ausfallzeiten waren also wesentlich geringer."
Bauhof Hermeskeil: "Für uns war das ein guter Winter, weil er uns weniger Geld gekostet hat", sagt der für den Bauhof zuständige Beigeordnete Volker König. Ähnlich wie bei der Straßenmeisterei musste die Stadt Hermeskeil rund 40 Prozent weniger Salz streuen. "Es sind im Vergleich zum Winter 2010/11 auch nur halb so viel Arbeitsstunden angefallen."