Fünf mal elf Jahre Frohsinn

55 Jahre Tawär Helau: Das närrische Jubiläum prägt die Karnevalstradition bis in den August des nächsten Jahres hinein. Zu Beginn wird der Auftakt am 11. November ab 20.11 Uhr im beheizten Pavillon an der Volksbank in der Römerstraße noch etwas bescheiden ausfallen. Doch der Carnevalsclub Rot-Weiß plant Großes.

Tawern. Tawernicus regiert ab dem 11.11. das närrische Tawern. Es ist eine Comic-Figur, ein römischer Legionär aus den Asterix-und-Obelix-Heften, passend zur antiken Vergangenheit des Dorfes. Nur dieser trägt auf seinem Schild das Tawerner Wappen und die Aufschrift CC Rot-Weiß.
"Wir erfinden nur alle fünf Jahre eine neuen Orden", sagt dazu der Sprecher des närrischen Clubs, Thomas Koltes. Der Anlass könnte nicht größer sein, denn die mehr als 100 Aktiven feiern in der neuen Session fünf-mal-elf Jahre Tawerner Frohsinn. Los geht's noch recht bescheiden, am 11.11. im beheizten Pavillon vor der Volksbank in der Römerstraße, ab 20.11 Uhr versteht sich. "Wenn viele kommen, wird es umso gemütlicher", lädt Koltes ein. Zu Bier, Glühwein, Lumumba und kleinen Snacks spielt die närrische Hofkapelle des Musikvereins. Danach legt DJ Michel die besten Karnevalslieder "Uus Kölle" auf.
Und da zeigt sich eine der mannigfaltigen Besonderheiten dieses Clubs: Es gibt eine Kölsche Nacht mit einer entsprechenden Band, immer im Wechsel mit einem Umzug. "Viele von uns lieben die Kölner Fastnachtsmusik, und wir fahren seit 14 Jahren da gerne in diese Karnevalshochburg", verrät Koltes.
Zwei Kappensitzungen und ein Umzug sind für nächstes Jahr geplant. "Im August wird groß gefeiert", kündigt der Sprecher an. Zwischen Halle und Sportplatz soll es ein Fastnachts-Open-Air geben. Wie genau das Programm aussehen wird, ist noch in Planung. Ganz Tawern stand Kopf, als im Gasthaus Laux am 25. Februar 1962 die erste Kappensitzung des neu gegründeten Vereins stattfand. Hermann Konz war seinerzeit Sitzungspräsident, Büttenredner waren Roland Schons, Heinz Schons, Vinzenz Schreiner und Karl Gorges.
Doch schon 1969 war irgendwie die Luft raus. Es folgte ein Dornröschenschlaf, den Egon May und Arnold Binz 1979 beendeten. 1983 fanden die ersten Kappensitzungen und Maskenbälle in der neuen Turnhalle statt. Zum 50-jährigen Bestehen 2012 spielte Brings auf, die bekannte Kölsch-Rock-Formation.
Heute gibt es 110 Aktive und 300 Mitglieder. Vier Garden mit 40 Gardemädchen, sieben erfahrene Büttenredner, zwei Ballette, in denen schöne Männerbeine zu sehen sind und ein Elferrat, der nicht nur in den Sitzungen vorne sitzt, sondern das nur darf, wenn jeder beim Auf- und Abbauen hilft. Besonders stolz ist Thomas Koltes auf den Fastnachtsumzug: "Wir haben zwar nur alle zwei Jahre einen Umzug, aber dafür sind die über 20 Gruppen und Wagen wirklich alle aus unserem Dorf und nicht von außerhalb." Dafür spart man sich ein Motto und das Prinzenpaar. Das Konzept geht auf. "Seit wir im Bürgerhaus sind, steigen unsere Kartenverkäufe wieder", freut sich Koltes.