Für den Radweg

SCHILLINGEN. Der Radweg Ruwer-Hermeskeil kann kommen: Der Verbandsgemeinderat Kell am See nahm die Bau- und Unterhaltungsvereinbarung nach langer Diskussion am Donnerstagabend bei drei Gegenstimmen an.

Der Radweg von Ruwer nach Hermeskeil ist zur Zeit ein Stammgast auf den Tagesordnungen der politischen Gremien im Hochwald. Nach langen und heißen Diskussionen in der Verbandsgemeinde Hermeskeil (der TV berichtete) war jetzt die Reihe am Verbandsgemeinderat Kell am See, der in Schillingen über die von der Verwaltung vorgelegte Bau- und Unterhaltungsvereinbarung diskutierte.48 Kilometer lang, 10,5 Millionen Euro teuer

Der Radweg in Kürze: 48 Kilometer lang, 10,5 Millionen Euro teuer - 80 Prozent kommen von Landesebene. Die Verwandlung der alten Bahntrasse in einen Radweg betrifft den Landkreis, die Stadt Trier und die Verbandsgemeinden Ruwer, Kell am See und Hermeskeil. In der Verbandsgemeinde Hermeskeil hat man sich geeinigt, dass die Stadt Hermeskeil und die Gemeinde Reinsfeld - nur sie werden von der Trasse berührt - neben der Verkehrssicherungs- und Unterhaltungspflicht auch den Grunderwerb selbst übernehmen. Grundsätzlich hatte sich der Verbandsgemeinderat Kell am See bereits in der Novembersitzung 2001 für den Radweg Ruwer-Hermeskeil entschieden und sich bereits erklärt, den Gesamtanteil von 300 000 Euro zu tragen. "Jetzt geht es um Planung, Bau und Unterhaltung", erklärte Bürgermeister Werner Angsten. "Es ist bei weitem noch nicht alles klar", betonte Dittmar Lauer (CDU). "Der Radweg muss bis zum Bahnhof Hermeskeil führen und darf nicht mitten in der Prärie enden." Lauer bezog sich auf ein Teilstück der alten Trasse von der Einmündung der Bahnstrecke Langenlonsheim-Hermeskeil bis zum Bahnhof der Hochwaldstadt, das "eisenbahnrechtlich noch nicht entwidmet ist und deshalb noch nicht erworben werden kann". Dieser Streckenteil soll Gegenstand eines Gestattungsvertrags werden, der die Errichtung des Radwegs erlauben soll.Keine Zustimmung für Verteilungsmodell

"Das Ministerium hat erklärt, dass dieses Projekt nicht in einem Bauabschnitt gefördert werden könne", betonte Bürgermeister Angsten. "Die Vertragspartner müssen von einem Förderzeitraum von fünf Jahren ausgehen." In diesem Zeitraum müsse die Verbandsgemeinde 60 000 Euro pro Jahr aufbringen. "Wir sollten verschiedene Finanzierungsmodelle entwickeln, in deren Mittelpunkt Möglichkeiten der Verteilung dieser Belastung auf die Ortsgemeinden stehen." Damit stieß Lauer auf den Widerstand einiger Ratskollegen. "Wenn nur eine einzige Ortsgemeinde ein solches Modell ablehnt, ist es bereits gegenstandslos geworden", sagte Christian Kruchten (SPD). "Die Gemeinden, die von dem Radweg berührt werden, haben mit Sicherheit eigene Pläne." Beigeordneter Heinz-Rolf Kniesz warnte davor, "sich von Partikularinteressen leiten zu lassen". Auch Ludwig Bohr (SPD) war gegen ein Verteilungsmodell: "Dieses Projekt muss auf Verbandsgemeinde-Ebene finanziert werden." Ab wo wann gebaut wird, ist noch unklar. Der Rat hat konkrete Vorstellungen: "Als erster Bauabschnitt soll die Strecke zwischen den Bahnhöfen Kell am See und Reinsfeld ausgebaut werden", sagte Lauer. Diese sieben Kilometer lange Strecke verbindet die beiden Fremdenverkehrsgemeinden mit den höchsten Übernachtungszahlen im Hochwald.

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