Jugendpflege: Für diejenigen, um die es geht, bleibt wenig Zeit

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Jugendpflegerin Jaqueline Maron und ihre Kollegin in Saarburg haben viele Aufgaben: Sie geben jungen Leuten in Gremien eine Stimme, begleiten Jugendgruppen in der Verbandsgemeinde und managen das Jugendzentrum. Die Schwerpunkte sind dabei anders, als man denken könnte.

„Jugendpflegerin – ist das so was wie Kinderpflegerin? Arbeiten Sie im Gesundheitsbereich?“ mit solchen und ähnlichen Fragen wird Jacqueline Maron seit einem halben Jahr stetig konfrontiert. Denn seitdem ist sie die Jugendpflegerin in der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, genauer Dienststellenleiterin mit einer 75-Prozent-Stelle und einer Kollegin (50 Prozent).

Mindestens zwei Mal pro Woche erklärt die 29-Jährige, was zu ihren vielfältigen Aufgaben gehört. Kurz gesagt macht die Jugendpflege Jugendarbeit und unterstützt die Jugendarbeit im ländlichen Raum. Und hier räumt die Pädagogin mit dem ersten Vorurteil auf: „Jugendarbeit wird oft als Freizeitangebot angesehen. Darum geht es zwar auch, aber im Vordergrund steht immer die Bildungsarbeit oder das Schaffen von Angeboten, die Jugendliche aufgrund der familiären Situation nicht haben.“ Öffentlich sichtbar ist das Wenigste, was die Jugendpflege macht. Und der direkte Kontakt mit Jugendlichen hält sich aufgrund des hohen Verwaltungs- und Organisationsaufwands auch in Grenzen, was Maron sich anders wünschen würde.

Die Aufgaben Eine wichtige Aufgabe der Jugendpflege ist es, die Jugendgruppen im ländlichen Raum zu begleiten. Maron: „Mal heißt es Jugendraum, mal Jugendclub. Etwa jeder zweite Ort im Landkreis hat sowas, und überall ist es etwas anders organisiert.“ Die Jugendpflege helfe beispielsweise, Geld für neue Möbel zu organisieren und unterstütze bei Problemen und Konflikten.

Jacqueline Maron und ihre Kollegin Annika Valentin managen zusammen mit dem Jugendsozialarbeiter der Stadt, Bernd Bredin, zudem das Jugendzentrum in Saarburg. Eine Aufgabe, die für die Jugendpflege ungewöhnlich ist (mehr dazu unten).

Die Hauptarbeit der Jugendpflege findet laut Jacqueline Maron in Gremien statt. Dort ist sie Sprachrohr für Jugendliche. Außerdem sagt Maron: „Die Synergieeffekte sind für uns wichtig.“ Zu den Gremien gehören die Arbeitsgemeinschaft Jugendpflege im Landkreis Trier-Saarburg mit den Jugendpflegern aller Verbandsgemeinden, die Fachkonferenz Jugend der katholischen Kirche, das Fachgremium Jugend (mit Schulsozialarbeitern und dem Jugendsozialarbeiter der Stadt) und lokale Gremien wie das Lokale Bündnis für Familie in Saarburg und der Verbandsgemeindejugendring, der den Spielanhänger verleiht. Bei Bedarf gehen Maron und ihre Kollegin auch in Orts- oder Verbandsgemeinderäte.

Jacqueline Maron, Jugendpflegerin Verbandsgemeinde Saarburg-Kell. Foto: TV/Marion Maier

Sie organisieren Bildungsangebote, wie die U-18-Wahl, die kreisweit mit den Schulen veranstaltet wurde, oder auch Workshops mit dem Ziel, soziale, persönliche oder politische Kompetenzen zu erlernen, wie Kochen oder Spielen in einer Band. Die Jugendpflegerinnen veranstalten Ferienangebote wie eine einwöchige Freizeit in Flensburg zuletzt und akquirieren Ehrenamtliche unter anderem für die Betreuung bei Freizeiten. Sie qualifizieren auch ehrenamtliche Kräfte beispielsweise für die Jugendleitercard. Betreuer lernen dabei einiges über Gruppenpädagogik, Aufsichtspflicht und Methoden. Auch für die jugendpastoralen Veranstaltungen (wie Heilig-Rock-Angebote) sind die beiden Pädagoginnen zuständig, was mit der Historie der Stelle zu tun hat. Denn sie entstand aus der Kinder- und Jugendpastoral-Außenstelle in Saarburg. Die beiden Jugendpflegerinnen sind beim Bistum Trier angestellt, die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell finanziert die Stellen mit. Für viele Projekte beantragen die Jugendpflegerinnen aber auch Fördermittel.

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