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Funkamateure des Radio-Clubs aus Trier und Konz treffen sich einmal im Jahr auf dem Greimerather Schneeberg - Kontaktpflege rund um den Globus

Funkamateure des Radio-Clubs aus Trier und Konz treffen sich einmal im Jahr auf dem Greimerather Schneeberg - Kontaktpflege rund um den Globus

Die Ortsverbände des Deutschen Amateur-Radio-Clubs aus Trier und Konz haben ein Wochenende lang gemeinsam von der Schneeberghütte Greimerath aus in die Welt gefunkt. Zum zweiten Mal wurde dieses Treffen für den Erfahrungsaustausch genutzt. Wer hat die neuesten Funkgeräte und welche Antenne reicht am weitesten?

Ein Funkamateur sitzt nicht immer zu Hause hinter seinem Gerät, um mit der Welt in Kontakt zu sein. Einmal im Jahr treffen sich die beiden Ortsverbände des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) aus Trier mit 70 Mitgliedern und Konz mit 15 Mitgliedern auf dem Greimerather Schneeberg, um gemeinsam die besten Antennen auszuprobieren und die interessantesten Kontakte, möglichst rund um den Globus zu pflegen.Acht Antennen aufgebaut


Der Konzer Vorsitzende, Raoul Steffen, erklärt: "Wir haben hier acht verschiedene Antennen für die Kurzwelle und Ultrakurzwelle aufgebaut. Der Platz in 500 Metern Höhe ist ideal dafür."

Das Treffen dient dem allgemeinen Erfahrungsaustausch. "Es ist einfach die Begeisterung, mit Leuten in aller Welt reden zu können", beschreibt Steffen den Reiz der weit reichenden Funkwellen. Gesprochen wird in Englisch, Französisch oder per Morsealphabet, wenn sich zum Beispiel ein Chinese meldet.

Der Trierer Vorsitzende Michael Borm fügt hinzu: "Unser Hobby ist sehr lebendig, und nicht so verstaubt, wie es manchmal dargestellt wird." Gleichwohl fehle es in der Region an Nachwuchs. Funkamateure kommen aus allen Schichten und Berufsgruppen, seien jedoch in der Regel technisch begabt.

Im Gegensatz zum CB-Funk für jedermann brauchen die Funkamateure eine Lizenz. "Diese zu erwerben ist jedoch nicht schwerer als ein Autoführerschein", beruhigt Steffen. Dafür können die Aktiven bei diesem Hobby auch Lebensretter werden. "Funk funktioniert mit Akkus immer noch, wenn ein Stromnetz komplett ausgefallen ist", kann der Konzer Vorsitzende behaupten. In USA würden sich immer mehr Menschen mit Funk ausrüsten, und auch in Europa könnte es angesichts des Klimawandels mit Wirbelstürmen, wie kürzlich bei Berlin, wichtig werden, den Kontakt zu halten.

Die Ionosphäre der Erde reflektiert die Funkwellen. So werden Kontakte rund um den Globus möglich. "Einfache Geräte kosten so um die 50 Euro", macht der Trierer Vorsitzende Brom dem Nachwuchs das Hobby schmackhaft.
Vom Schneeberg bei Greimerath aus waren Kontakte nach Nord- und Südamerika problemlos möglich. Sogar Bildverbindungen können aufgebaut werden. "Das geht bei uns schon seit Ende der 70er Jahre, lange vor dem Internet", freut sich Raoul Steffen über eine Technik, die nicht jedem bekannt ist.

Der sportliche Aspekt ist dabei, möglichst viele Gesprächspartner zu erreichen, die möglichst weit weg leben. "Da werden Fachgespräche geführt und Rufzeichen ausgetauscht", sagt Steffen. Der Amateurfunk sei ein sehr verbindendes Hobby unter lauter netten Menschen. dothExtra

Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) ist der Dachverband der Funkamateure mit rund 70 000 Mitgliedern in ganz Deutschland. Die einzelnen Ortsverbände stellen sich im Internet unter www.darc.de vor. Neue Mitglieder sind stets willkommen. doth