Fusion: Keller forcieren Partnersuche

Fusion: Keller forcieren Partnersuche

Es kommt wieder Bewegung in die Gebietsreform der Verbandsgemeinde Kell am See. Nachdem es zuletzt in Thalfang und Hermeskeil einige Diskussionen zu dem Thema gab, wollen auch die Keller ihre Fusion weiter vorantreiben. Die kommende Woche könnte laut VG-Chef Martin Alten schon eine "erste Tendenz" liefern, welchen von drei möglichen Partnern die Keller nun favorisieren.

Kell am See/Hermeskeil. In den Verbandsgemeinden Thalfang am Erbeskopf und Hermeskeil hat die Diskussion über Fusionen im Rahmen der laufenden Kommunalreform wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. In Thalfang sorgte ein Beschluss des Verbandsgemeinderats, mit der Einheitsgemeinde Morbach über einen Zusammenschluss verhandeln zu wollen, für Unruhe. Denn einige Ortsgemeinden wollen lieber zu anderen Nachbarn wechseln. Der wichtigste Ausschuss der Verbandsgemeinde Hermeskeil hat seinem VG-Rat empfohlen, sich noch einmal verstärkt für die Bildung einer großen Hochwald-VG mit den Nachbarn aus Thalfang und Kell am See einzusetzen (der TV berichtete am 9. September). Zu diesem Ziel habe sich die VG Hermeskeil zwar auch in der Vergangenheit schon deutlich bekannt, sagte Bürgermeister Michael Hülpes vorige Woche im Haupt- und Finanzausschuss. In der "allgemeinen politischen Situation" sei es jedoch "sinnvoll, die Dinge noch einmal zu begründen" (siehe Extra).
Kommunal- reform


In der VG Kell am See dagegen war es in den zurückliegenden Wochen etwas stiller geworden um das Thema Gebietsreform. Aber auch die Keller müssen, ebenso wie Thalfang, bis spätenstens 2019 einen Partner für eine freiwillige Fusion finden. Und auf Forderung des Landes sollen sie schon bis Jahresende einen Kandidaten präsentieren, mit dem sie in konkrete Verhandlungen einsteigen wollen. Der TV hat deshalb bei Bürgermeister Martin Alten nachgefragt, wie er das erneute Werben für eine Hochwald-VG mit Hermeskeil und Thalfang aufnimmt - und wie in Kell der weitere Fahrplan aussieht.
Laut Alten könnten die nächsten Tage eine "erste Tendenz" in der Frage bringen, mit welcher Nachbar-VG die Keller weiter verhandeln wollen. Die Verbandsgemeinde hatte im Frühjahr Arbeitsgruppen mit den drei Nachbarn Saarburg, Hermeskeil und Ruwer gebildet. In diesen Gruppen sollten alle relevanten Fakten für eine Entscheidung zusammengetragen werden. Während der Sommerferien seien diese Daten zu den Bereichen Finanzen, Feuerwehr, Schulen, Tourismus, VG-Werke und Personal von der Verwaltung aufgearbeitet worden, sagt Alten. "Die Daten sind auch schon an die Ortsbürgermeister und an die Mitglieder unseres Lenkungsausschusses übermittelt worden", teilt der Bürgermeister weiter mit. Bis kommenden Dienstag seien nun Treffen mit den jeweiligen Lenkungsausschüssen aus Hermeskeil, Saarburg und Ruwer geplant und bereits terminiert. "Wir werden sehen, ob wir dann so weit kommen, eine erste Tendenz für uns ableiten zu können."
Die nächste Sitzung des Keller Verbandsgemeinderats ist am 6. Oktober. Ob das Thema Gebietsreform dort auf der Tagesordnung stehen werde, will Alten noch nicht bestätigen. "Das ist ein Thema, bei dem wir nichts übers Knie brechen wollen. Es kann auch sein, dass wir dafür zwei Wochen später eine Sondersitzung einberufen."
Zu dem erneuten Vorstoß im Hermeskeiler Ausschuss, für eine starke Hochwald-VG mit Kell und Thalfang zu werben, sagt Alten: "Dass es in Hermeskeil diese Bestrebungen gibt, ist kein Geheimnis. In unseren Gremien ist das allerdings bislang nicht diskutiert worden." Das Thema könne aber "sicherlich bei dem geplanten Treffen mit dem Hermeskeiler Lenkungsausschuss angesprochen werden".Extra

Der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil hat in der vergangenen Woche öffentlich über eine Erklärung beraten, die dem VG-Rat am 28. September zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Die Ausschussmitglieder sprachen sich für die Empfehlung an den Rat aus, dieser solle sich für die Bildung einer "starken Hochwald-VG" mit Kell am See und Thalfang einsetzen. Die Hochwald-Region habe eine gemeinsame "Identitätsbasis" und "Mentalität", heißt es in der Erklärung. Die Reform biete nun die "einmalige Chance", diese Region auch politisch zu vereinen. Ein Ziel ist, damit das Mittelzentrum Hermeskeil mit seinen Versorgungseinrichtungen wie Schulen, Ärzten und dem Krankenhaus zu stärken. cweb

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