Ganz besondere Gefühle

SAARBURG. Im Rahmen eines Schüleraustauschs mit seiner Partnerschule aus Nazareth lud das Gymnasium Saarburg zu einem Empfang in den Sitzungssaal der Verbandsgemeinde ein. Israelische und deutsche Schüler präsentierten eine Aufführung, in der sie sich mit den Werten der jeweils anderen Kultur auseinander setzten.

Bürgermeister Günther Schartz gab mit seiner in Englisch gehaltenen Begrüßung der Hoffnung Ausdruck, die Partnerschaft der beiden Schulen wirke als Beitrag zur Friedensarbeit. In der Tat soll das ehrgeizige Projekt über die auf Spracherwerb ausgerichteten europäischen Austauschprogramme hinaus gehen.Studiendirektor Günther Heidt leitet eine Israel-AG, die ein umfangreiches Besuchsprogramm für die Gäste und den Verlauf des Begegnungs-Abends gestaltete. Mit musikalischer Untermalung von Andreas Berend am Keyboard versuchten die Schüler Antworten auf Fragen nach den Gründen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu finden.Außerdem äußerten sie Gedanken zu einer besseren, von gegenseitigem Respekt und Toleranz geprägten Welt. Hass und Vorurteile sollen durch gegenseitiges Verständnis vermieden werden. Wie das funktionieren kann, zeigten die Jugendlichen, indem sie sich zum Ausdruck ihrer Wünsche Zitaten der jeweils anderen Kultur bedienten.Israelis danken für Gastfreundschaft

Großen Beifall gab es, als die sonst arabisch sprechenden Schüler das Gedicht "Gefühle" von Evelyne Stein-Fischer auf Deutsch rezitierten und ihre Saarburger Partner auf Arabisch "Ich erzähle Dir die Welt" von Sameeh Al Kasem vortrugen. Die Gedichte zierten, auf Transparente geschrieben, den Festsaal.Die englische Version spielte eine ebenso große Rolle. Wie der Abend zeigte, ist eine gemeinsame die Welt umspannende Sprache ein entscheidendes Element fruchtbarer Kommunikation.Die verschiedenen Glaubensrichtungen angehörenden Schüler und Schülerinnen der Sisters of St. Joseph High School in Nazareth werden in Arabisch, Hebräisch, Englisch und Französisch unterrichtet. Geplant ist, Deutsch als weitere Fremdsprache anzubieten. Motivierend dürften sich die in Saarburg gewonnenen Eindrücke der Gruppe auf diese Pläne auswirken. Denn wie Souad Rizik, die begleitende Lehrerin, in ihrer Abschieds- und Dankesrede ausführte, genoss sie eine wunderbare Gastfreundschaft und interessante neue Erfahrungen.Sie bedankte sich mit einem Geschenk bei Günther Schartz und vermittelte in einer Videoschau Eindrücke aus ihrer Heimat. Als gemeinsam bekannte Popsongs wie Michael Jacksons "Heal the world" gesungen wurden, wurde sichtbar, dass Verständigung nicht nur durch Dialog und Gedankenaustausch möglich ist, sondern auch durch eine gemeinsame Jugendkultur.Mode, Musik und Freizeitgestaltung hatten auch die Austauschpartner verbunden. Die Saarburger Schülerin Daniela Theobaldt: "Wir haben jeden Abend zusammen gefeiert. Es war richtig was los." Somit dürfte mancher Grundstein für länger anhaltende Freundschaften gelegt worden sein.