Ganztags nur an der Hauptschule

HERMESKEIL. Die Rektor-Bach-Hauptschule ist es schon. Das Gymnasium, dessen Träger der Kreis ist, will es bald werden und hat dafür einen Antrag ans Bildungsministerium gestellt. Noch nicht zur Debatte steht hingegen, dass auch die Grundschulen in der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil oder die Realschule folgen. Somit bleibt es vorerst in der VG bei "nur" einer Ganztagsschule.

Stoff für eine kontroverse bildungspolitische Diskussion liefert das Thema zu Beginn des Jahres 2007 in der Verbandsgemeinde Hermeskeil zwar nicht. Über das Angebot an "Ganztagsschulen" wurde aber auf Antrag der SPD-Fraktion zuletzt auch im VG-Rat gesprochen. Gegenwärtig gibt es nur eine Ganztagsschule in der VG: die Rektor-Bach-Hauptschule. An ihr wurde dieses Angebot im August 2002 eingeführt, das im laufenden Schuljahr von 95 Schülern wahrgenommen wird. "Die Erfahrungen sind positiv. Das Ganze funktioniert gut", sagt Bürgermeister Michael Hülpes, der Chef des Schulträgers. Den zusätzlichen personellen und sachlichen Aufwand für eine Ganztagsschule beziffert er auf rund 15 000 Euro.Gymnasium hat Antrag schon gestellt

Den Weg der Hauptschule will bald auch eine zweite Schule in der Hochwaldstadt beschreiten. Am Hermeskeiler Gymnasium, dessen Träger der Kreis ist, haben sich Elternbeirat, Schülervertretung und Gesamtkonferenz der Lehrer kurz vor Weihnachten ebenfalls dazu entschlossen, den Antrag auf Errichtung einer Ganztagsschule zu stellen (der TV berichtete). Allerdings ist noch unklar, ob dies schon im Schuljahr 2007/2008 möglich ist. An den anderen Schulen, für die die Verbandsgemeinde als Schulträger verantwortlich ist - sprich bei den Grundschulen in Hermeskeil, Reinsfeld, Beuren und Züsch sowie der Hermeskeiler Realschule - gibt es aktuell kein Ganztagsangebot. SPD-Fraktionssprecher Uwe Roßmann hält es allerdings für empfehlenswert, wenn das Ganztagsmodell neben der Hauptschule auch auf andere Schultypen in der VG übertragen wird. Damit könne angesichts der demografischen Entwicklung und sinkender Schülerzahlen das Schulangebot in der VG attraktiver gestaltet werden. Sein entscheidender Zusatz lautet aber: "Wir sollten das machen, so weit dies von den Schulen gewünscht wird."Hülpes: Stehen als Schulträger parat

Einen grundsätzlichen Dissens zum Standpunkt von Hülpes bedeutet die Roßmann'sche Aussage nicht. Der Bürgermeister betont, "dass wir parat stehen und als Träger mitziehen, wenn uns die Schulen dokumentieren, dass es ein Bedürfnis für ein Ganztagsangebot gibt". Generell ist dafür an Grundschulen eine Mindestteilnehmerzahl von 36 nötig, in der Sekundarstufe I sind 54 Anmeldungen Voraussetzung. Aktuell gebe es aber keine Signale in diese Richtung, informiert Hülpes. So wolle die Erich-Kästner-Realschule sich zunächst auf den derzeit laufenden Modellversuch "Selbstverantwortliche Schule" konzentrieren, an dem sie als eine von zehn Schulen im Land teilnimmt. An der Hermeskeiler Grundschule ist geplant, dass im Schuljahr 2007/2008 die Eltern gefragt und der Bedarf für die mögliche Einführung eines Ganztagsangebots ermittelt wird. Es sei aber wichtig, "alle Seiten zu beleuchten, damit wir nicht funktionierende Strukturen gefährden", betont Hülpes. Der Bürgermeister weist nämlich darauf hin, dass durch eine Ganztagsgrundschule in Hermeskeil "ein Sog entstehen könnte, der beispielsweise für die Schule in Züsch eine existenzielle Bedrohung sein könnte".

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