Garant für mehr Gesundheit

HERMESKEIL. 125 Jahre – auf dieses stolze Alter und einen langen, mit vielen Veränderungen verbundenen Weg kann das Hermeskeiler St. Josef-Krankenhaus 2005 zurückblicken. Mit vielen Freunden und illustren Gratulanten feierte die "Hochwald-Klinik" am Freitagabend ihr Jubiläum.

Vor allem auf das Wort "unverzichtbar" wollte bei diesem Festakt fast keiner der vielen Redner verzichten. 125 Jahre ist es her, dass in Hermeskeil die "Geburtsstunde" des Krankenhauses schlug. Mutter Rosa Flesch, die Gründerin der Ordensgemeinschaft der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, hatte damals drei Schwestern in den Hochwald geschickt. Denn dort war die Not groß - hatte doch kurz zuvor eine verheerende Typhus-Epidemie gewütet. "Mit ganz bescheidenen Möglichkeiten haben die Schwestern hier damit begonnen, ihren Dienst am Menschen zu leisten", erinnerte die Generaloberin der Franziskanerinnen, Schwester Basina Kloos, in einer von Bischof Reinhard Marx zelebrierten Eucharistiefeier an die Anfänge von "125 Jahren segensreichen Wirkens in Hermeskeil". Eine Scheune und ein Stall wurden 1880 zu Wohn- und Krankenzimmern umgebaut, so dass auch im Hochwald endlich ein Ort für die stationäre Pflege entstand. "Seitdem gewährleisten die Ordens- und Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte des St. Josef-Krankenhauses die wohnortnahe medizinische Grundversorgung der Bevölkerung rund um Hermeskeil", betonte Bernhard Molzberger, Geschäftsführer der Marienhaus GmbH, dem christlichen Träger der Klinik bei der anschließenden offiziellen Jubiläumsfeier in der Hochwaldhalle. Heute hat das St. Josef-Krankenhaus ein Einzugsgebiet von rund 40 000 Menschen, es verfügt über fünf Fachabteilungen mit 181 Betten und ist Arbeitgeber für fast 330 Beschäftigte. "Wir haben uns somit zu einer modernen Klinik mit hohen medizinischen Standards gewandelt", sagte Molzberger. Mensch im Mittelpunkt

Geblieben sei im St. Josef-Krankenhaus die Verpflichtung, den Auftrag der Gründerin Rosa Flesch weiterzuführen und den Menschen in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. "Das gilt für die Patienten ebenso wie für die Mitarbeiter", betonte er. Ein Anspruch, dem die "Hochwald-Klinik" offenkundig gerecht wird - wie unter anderem das Qualitätssiegel beweist, das die Zertifizierungsgesellschaft "proCumCert" der Einrichtung im März ausgestellt hat. Denn das Zertifikat weist das Hermeskeiler Krankenhaus als Ort aus, an dem das Bemühen um den Menschen und die seelsorgerische Betreuung von Patienten und deren Angehörigen eine wichtige Rolle spielen. Auch Bischof Marx hatte bereits in der Messe in der Martinuskirche die "besondere Atmosphäre" des Hauses hervorgehoben und "all jenen gedankt, die sich bemüht haben, das Krankenhaus in Hermeskeil zu einem Ort der Begegnung mit Kranken und mit Christus zu machen". Er sei sich sicher, dass den Mitarbeitern der Klinik dieses Ziel trotz sich verändernder Rahmenbedingungen auch in Zukunft immer vor Augen steht, sagte der Bischof. Denn dass das St. Josef-Krankenhaus eine Zukunft hat und der Standort dauerhaft erhalten bleibt, dass war nicht nur ein von allen Festrednern vorgebrachter Wunsch. Mit der 6,5 Millionen Euro teuren Erweiterung, die Ende August begonnen hat und das größte Bauvorhaben in der Klinik-Geschichte seit 1970 ist, wurde die wichtigste Weichenstellung für viele Jahre bereits gemacht. "Wenn das Land in großem Umfang Finanzmittel in die Sanierung und Modernisierung steckt, dann beweist das unser Vertrauen in den Standort und die Marienhaus GmbH als verlässlichen Partner", betonte Bernard Schumann vom Gesundheitsministerium. Denn immerhin übernimmt das Land stolze 90 Prozent der Investitionskosten. Wie wichtig das für eine Stadt und eine strukturschwache Region ist, die in naher Zukunft beispielsweise den Abzug der Bundeswehr hinnehmen muss, machte Ilona König deutlich. "Ich bin sehr froh über diese Investition. Denn sie bedeutet, dass diese wichtige Säule für Hermeskeil erhalten bleibt".