Menschen: Gartenarbeit oder ein Glas Wein genießen

Menschen : Gartenarbeit oder ein Glas Wein genießen

KELL AM SEE. Seit 18 Jahren ist Werner Angsten Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See. Erfahrung und Verlässlichkeit sind daher die wichtigsten Attribute, mit denen der 57-jährige CDU-Kandidat am 26. März ein weiteres Mal um das Vertrauen der Wähler wirbt. Denn: "Ich gehe in diesem Amt auf und es macht mir immer noch sehr viel Spaß", sagt der erklärte Liebhaber der heimischen Natur.

Als "First Lady" muss man zuweilen pfiffig sein, um sich seine eigenen Wünsche zu erfüllen. Agnes Angsten, die seit 1972 mit dem Bürgermeister der VG Kell am See verheiratet ist, weiß das ganz genau und liefert dafür beim Besuch des TV im schmucken Eigenheim des Rathaus-Chefs in der "Messflur" in Kell am See gleich ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit. Schon lange wollte sie sich endlich einmal im Outlet-Center in Zweibrücken umschauen. Doch wie sollte es gelingen, ihren Mann Werner wenigstens kurzzeitig von seinen Dienstgeschäften wegzulocken? Die Lösung dieses Problems war ein Angebot, mit dem sie ihm diesen Ausflug garantiert schmackhaft machen konnte: Man könne sich bei dieser Gelegenheit ja gleich auch den bekannten Rosenpark in der westpfälzischen Stadt anschauen, lieferte sie ihrem Gatten ein überzeugendes Argument. Denn durch die "heimische Natur" zu streifen und sich mit dem Fotoapparat bewaffnet auf die Suche nach seltenen Orchideenarten und anderen "schönen Pflanzen" zu begeben - das ist die große Passion von Werner Angsten, der 1948 im Hunsrückort Liesenich (Kreis Cochem-Zell) geboren wurde und bei der dortigen Kreisverwaltung eine leitende Stellung inne hatte, bevor er 1988 zum Bürgermeister der VG Kell am See gewählt wurde und im Hochwald eine neue Heimat fand. Keine Seltenheit ist es auch, dass Passanten in den Sommermonaten das Gemeindeoberhaupt bei der Gartenarbeit ertappen können. "Für mich bedeutet das Entspannung", betont Angsten. Ein festes Ritual ist es bei schönem Wetter, dass er sich zwischen Dienstschluss im Rathaus und den häufigen Abendterminen zusammen mit seiner Frau bei einem Glas Wein und einem Salatteller auf die Terrasse setzt. "Das ist Genuss, das ist Familie - auch wenn es leider nicht lang ist", sagt der CDU-Politiker, der einst in Liesenich im Verein Klavier und Trompete spielte und nach wie vor die Musik zu seinen Leidenschaften zählt.Kaum freie Wochenenden

Als Bürgermeister ist die Freizeit zwar knapp bemessen, "gibt es im Grunde genommen keine Samstage oder Sonntage", betont der Bürgermeister. Nach 18 Jahren im Amt haben sich die Angstens darauf aber längst eingestellt. Ohnehin sei seine Tätigkeit als Bürgermeister für ihn mehr als nur ein Beruf, sondern eher ein "umfassendes Hobby". Sicher, er habe es bestimmt in der Vergangenheit nicht allen Recht machen können, sagt der CDU-Bewerber. "Aber ich lebe und identifiziere mich mit den Leuten hier, ich kenne alle und jeden und gehe in diesem Amt auf", betont Angsten, der sich selbst gern als "Kümmerer" bezeichnet und beispielsweise auf sein Engagement bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen für Jugendliche aus der VG verweist. Aber schleichen sich im Laufe der Zeit möglicherweise auch Abnutzungserscheinungen ein und lässt irgendwann nicht die Motivation nach? Für Werner Angsten sind das Vorbehalte, die auf ihn nicht zutreffen. Vielmehr sei das Gegenteil der Fall: "Der Spaß an meinem Amt hat nicht nachgelassen, sondern sich sogar peu à peu gesteigert", beteuert der 57-Jährige. Denn ob nun Ruwer-Hochwald-Radweg, der Neubau des DRK-Seniorenheims oder andere Projekte, "es gibt immer neue Herausforderungen und Aufgaben. Und denen würde ich mich gerne weiterhin stellen", betont Angsten. Im direkten Duell diskutieren die Bürgermeisterkandidaten Christian Kruchten und Werner Angsten am Mittwoch, 22. März, ab 19.30 Uhr in der Manderner Siebenbornhalle über die wichtigen Themen in der VG Kell am See.

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