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Gasthaus Leyendecker in Rascheid schließt – Saal für Veranstaltungen bleibt vorerst offen

Abschied von Familienbetrieb : Gasthaus in Rascheid schließt – Saal für Veranstaltungen bleibt vorerst offen

In Rascheid endet eine Ära: Der langjährige Betreiber der Gaststätte Leyendecker will zum Jahresende aufhören. Den großen Veranstaltungsraum, eine Art Bürgerhaus-Ersatz, dürfen Gemeinde und Vereine aber noch eine Weile nutzen.

Otto Leyendecker hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch nun steht für den angehenden Rentner fest: „Ende des Jahres höre ich auf.“ Wenige Monate vor seinem 63. Geburtstag im Mai verabschiedet er sich aus dem Berufsleben – als Kraftfahrzeugmechaniker wie als nebenberuflicher Gastwirt.

Allerdings geht er „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, wie der 62-Jährige einräumt. Natürlich freue er sich darauf, mehr Zeit zu haben und vor allem an den Wochenenden weniger Stress. Doch andererseits ende nun die Ära eines echten Familienbetriebes, in dem jahrzehntelang drei Geschwister, unterstützt von ihren Partnern, mitarbeiteten. Die Basis dafür schuf ihr aus dem Piesporter Ortsteil Niederemmel stammender Vater, der 1948 eine ehemalige Scheune mit Stall zur Gaststätte umbaute und später auch den Saal gegenüber errichtete. Er sei Winzer, Landwirt und Gastwirt gewesen, erinnert sich Otto Leyendecker noch daran, wie sie als Kinder mit dem Traktor an die Mosel fuhren, um die Weinbergsflächen der Familie zu bewirtschaften.

Mit Blick auf die Familientradition ist Otto Leyendecker daher froh, dass diese am 31. Dezember nicht komplett Geschichte sein wird. Zwar werden sich die Türen der Gaststätte voraussichtlich dauerhaft schließen – und damit auch die des Sitzungsraums der Ortsgemeinde. Doch der Saal Leyendecker im Gebäude direkt gegenüber kann weiterhin genutzt werden. Darauf haben sich der Ortsgemeinderat und der Eigentümer verständigt. Im Rahmen der jüngsten Ratssitzung unterschrieben Leyendecker und Ortsbürgermeister Andreas Ludwig eine entsprechende vertragliche Vereinbarung.

Demnach gibt es vorerst zwar nur für zwei Jahre Planungssicherheit für Rascheids Bürgerhausersatz (siehe Hintergrund). Doch nachdem Leyendecker sich anfangs höchstens für ein Jahr hatte festlegen wollen, ist Ludwig froh, dass er nun doch für zwei weitere Jahre Nutzungsrechte einräumt. Und das einschließlich der Option einer weiteren Verlängerung. „Damit können wir vorläufig zufrieden sein“, betonte der Gemeindechef vor den Ratsmitgliedern und etwa 15 interessierten Bürgern, die die Sitzung verfolgten. In einer der nächsten Sitzungen des Rates wird laut dem Ortsbürgermeister aber wohl darüber beraten werden, wie es längerfristig weitergehen soll.

Mit den nun getroffenen Vereinbarungen könnten aber beide Seiten gut leben, versicherte der Ortschef. So lege der Vertrag etwa unter anderem fest, dass der Saal „an allen Wochentagen den Vereinen, der Gemeinde und ihren Bürgern zur Verfügung steht“. Die Ortsgemeinde zahlt dafür ab 1. Januar 2020 erstmals eine monatliche Pacht in Höhe von 500 Euro – plus Nebenkosten wie Heizung und Strom. Im Gegenzug übernimmt Leyendecker zwar nicht mehr wie bisher generell die Bewirtung, dafür aber die Reinigung der Räume nach Vereinsproben. Die von den Beteiligten gemeinsam erarbeiteten Vereinbarungen waren erforderlich, weil die aktuelle Vertragsverlängerung zum Jahresende ausläuft.