Gedanken über die Kuh der englischen Königin: Autor Alfons Klein liest in Hermeskeil

Gedanken über die Kuh der englischen Königin: Autor Alfons Klein liest in Hermeskeil

Das Absurde liegt so nah. Den Beweis führt der St. Wendeler Autor Alfons Klein in seinen Büchern. Daraus las er in der Hermeskeiler Buchhandlung Lorenzen und verblüffte damit rund 40 Zuhörer. Der 80-jährige ehemalige Sprachenlehrer schreibt seit seiner Kindheit und hat bislang sieben Bücher veröffentlicht.

Mit Ironie, Humor und Scherzen beschreibt Alfons Klein in seinen Büchern, was unmittelbar um ihn herum passiert. "Es sind Geschichten aus dem Alltag und von den einfachen Leuten, alles real existierende Personen", sagt der aus dem saarländischen St. Wendel stammende ehemalige Sprachenlehrer.

Die Ergebnisse des Sammelns von Puzzlestücken der oft absurden Wirklichkeit, die er mit Humor zusammensetzt, fasst der 80-Jährige in seinen Büchern zusammen. Kurze, kürzere und kürzeste Geschichten stehen dann in einem Band mit einem Titel wie "Die Kuh der englischen Königin", aus dem er in der Hermeskeiler Buchhandlung Lorenzen las. Bislang hat Alfons Klein sieben Bücher veröffentlicht.Griff ins pralle Leben


Veranstalter ist die Stadt Hermeskeil im Rahmen ihrer zweiten Reihe Kultur (er) Leben. Beigeordneter Willi Auler fand: "Wir wollen die Veranstaltungsreihe entzerren und nicht nur auf die vier Wochen des früheren Kulturherbstes beschränken." In Hermeskeil soll es ein kontinuierliches Bildungsangebot geben.

Rund 40 Menschen interessierten sich für die Alltagsgeschichten von Alfons Klein, zu denen Peter Schiwek vom Kulturbeirat begrüßte: "Das ist wichtig, denn es bereichert die Stadt."

Der Griff ins pralle Leben geht natürlich nicht ohne die Mundart, die bei Klein in St. Wendeler Färbung daherkommt. "Das muss aber lesbar bleiben, doch Menschen sind auf Platt immer besser zu porträtieren", sagt der Autor. Klein macht sich immer Notizen. Wer weiß, wo man das in einer Geschichte mal brauchen kann.

Was ihm selbst das Schreiben gibt, ist: "Wenn die Leute zustimmend nicken und ich einen Nerv getroffen habe, weiß ich, so isses." Er habe große inspirative Phasen, aber meist sei das Schreiben auch Arbeit.

Zu jeder Geschichte spielt er die passende Musik, bei der Kuh der englischen Königin deren Nationalhymne, beim Seniorentreff ist es altbackener Chorgesang. Auch aus der Presse zieht Klein haarsträubende Erkenntnisse wie: "Wir brauchen Zebrastreifen und Wasser im Brunnen." So wird ein saarländischer Ortsvorsteher zitiert. Er geht auch der Frage nach: "Wie beleidigt man eine Leberwurst?"

Jürgen Schuh aus Hermeskeil hörte aufmerksam zu und erkannte: "Das ist wirklich aus dem Leben gegriffen. Da kommt einem so manches bekannt vor." Antonia Klassen aus Naurath urteilt: "Klein schreibt sehr kurzweilig und lustig."

Die Bücher von Alfons Klein sind im Geistkirch-Verlag erschienen. Das Hörbuch zur Buchreihe trägt den Titel "Klein-Laut".Extra

Kultur (er) Leben geht weiter: Am 20. Februar geben die Footbreakers um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Hermeskeil ein Gastspiel. Mit zwei Gitarren, einem Cajon und bis zu vier Stimmen erklingen populäre und weniger bekannte Melodien. Das Heavy-Classic-Ensemble gastiert am 27. Februar um 19.30 Uhr im Hermeskeiler Johanneshaus. Für die Zuhörer wird die Frage geklärt: Kann Deep Purple klingen wie ein Komponist des 18. Jahrhunderts? Heavy Classic gibt darauf die musikalische Antwort. doth

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