Geduld ist eine Tugend…

Und handwerkliches Geschick eine besondere Zier. Leider besitzt mein Mann Martin diese nicht. Als es diese Woche so heiß war, habe ich aus meinem Baumarkt in Hermeskeil einen Ventilator mitgebracht. Allerdings war er nicht fertig montiert, sondern noch verpackt.

Als Martin das gesehen hat, hatte er schon ein Fragezeichen im Blick. Mit den Worten "das ist Männersache" hat er sich dennoch mit dem Karton in den Keller verabschiedet. Zuerst war nur lautes Fluchen und Poltern aus dem Keller zu hören, eine Stunde später das Gemurmel zweier Männer. Aha, er hatte seinen Kumpel Pitter um Hilfe gebeten. Das musste ich mir mal näher anschauen. Ich bin runtermarschiert unter dem Vorwand, mir ein Eis zu holen. Mit hochrotem Kopf und Schweiß auf der Stirn haben die beiden ausgesehen, als wären sie beim Kreissportfest in Konz angetreten. Der Ventilator sah allerdings nicht so aus, als könnte er auch nur das seichteste Lüftchen verursachen. Die Einzelteile waren auf dem Boden verteilt. Grinsend habe ich mich mit meinem Eis verzogen. Soso, Männersache.Nach einer weiteren Stunde hab' ich Martin rufen hören, dass sie kurz auf ein Bier in die Kneipe ums Eck gehen. Das war für mich die Gelegenheit, einen Blick auf ihr Machwerk zu werfen. Fast - ich betone FAST - hätte der Ventilator funktioniert. Wenn die beiden begriffen hätten, wie man das Kopfteil an der Halterung befestigt. Wahrscheinlich haben sie beim Bier Expertenrat gesucht. Dabei war das ganz einfach: Kopfteil draufsetzen, mit der kleinen Schraube festdrehen, Stecker einstecken, Frischluft. Als sie wiederkamen, hat der Ventilator im Wohnzimmer gepustet. "Na, wie haben wir das gemacht?", fragt Martin, als hätte er alles selbst zusammengebaut. Na ja, Hauptsache, der Ventilator funktioniert. Der Sommer kann kommen.

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