Geduldsspielmann und Kräuterkrämer
208 Kinder haben beim achten Verbandsgemeinde-Ferienspaß "Ritter auf der Grimburg" mittelalterliche Handwerkskunst erlernt und den verdienten Ritterschlag erhalten.
Grimburg. (urs) Zwei Tage lang hat sich auf der Burg Grimburg wieder alles um alte Handwerkskunst gedreht - und natürlich um den Ritterschlag.
Der Verbandsgemeinde Hermeskeil geht es mit dem Ferienspaß "Ritter auf der Grimburg" zwar hauptsächlich um das Vermitteln mittelalterlicher Fertigkeiten. Viele Kinder fasziniert aber nun einmal doch mehr das organisierte Treiben der Ritter.
Laut Jugendpfleger Bernd Hermesdorf hebt sich die Veranstaltung allerdings deutlich ab von einem herkömmlichen "Ritterspektakel".
Das pädagogische Ziel sei vielmehr, "dass die Kinder mittelalterliche Handwerke erlernen können". Und das biete sonst seines Wissens niemand sonst.
Für die zehn Workshops an zwei Tagen sind 30 Betreuer im Einsatz. Und alle vermitteln den Kindern ehrenamtlich ihr Können oder helfen mit, wo Not am Mann ist. Gregor Müller (83) und Edmund Hares (79) zählen zu denen, die von Anfang an dabei sind. Während Müller das Korbflechten zeigt, unterweist Hares im Binden von Reisigbesen.
Solche Arbeiten hätten die Bauern früher während des Winters angepackt, wissen die früheren Hüttenarbeiter noch aus ihrer Kindheit.
Sie selbst haben erst als Rentner zu den Hobbys gefunden und sind schon 15 Mal beim Rheinland-Pfalztag gewesen.
Vor der "Turnierwiese", an der es den Ritterschlag gibt, unterrichtet Manuela Lohse im Bogenschießen. Während die Bescheiderin dem Ferienspaß seit vier Jahren die Treue hält, ist Carmen Marcella Modde zum ersten Mal dabei. Die seit einem Jahr in Gusenburg lebende Holländerin unterweist Kinder im Pergamentmalen. "Das macht sehr viel Spaß", versichert die Künstlerin, die auch kostenlos Zunftschilder gefertigt hat. Gedränge herrscht auch an den Ständen von Sascha Neumann, der sich als "der Geduldsspielmann" vorstellt, und Anneliese Lorscheider. Die Grimburger Kräuterexpertin ist von Anfang an dabei. Ihr Lehrgang hinterlässt Eindruck. Sie hätten Kräuterquark zubereitet und Ringelblumensalbe, erzählen Vanessa, Julian und Florian aus Heddert. Julian hat Brennesseln gekostet, Vanessa getöpfert.