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Gelbbauchunken tummeln sich auf Truppenübungsplatz

Gelbbauchunken tummeln sich auf Truppenübungsplatz

Obwohl das Land mittlerweile den früheren Truppenübungsplatz Schadall in Saarburg übernommen hat, weiden dort immer noch keine Rinder und Pferde. Der Kreis hofft, dass das geplante Beweidungsprojekt spätestens 2018 umgesetzt wird.

Saarburg/Greimerath. Auf dem Panzbruch südwestlich von Greimerath wälzen sich Taurusrinder und Konikpferde in den Feuchtwiesen. Die Tiere auf der 60 Hektar großen Fläche, zu der auch das knapp 34 Hektar große Naturschutzgebiet Panzbruch gehört, werden von dem Landwirt Burkhard Franzen betreut. Mit Hilfe der Tiere wird verhindert, dass das Biotop verbuscht. Das ist Voraussetzung dafür, dass seltene Pflanzen und Tiere wie etwa der Braunfleckige Perlmutterfalter nicht aus dem Schutzgebiet verdrängt werden.Projekt seit vier Jahren geplant


Anders sieht es auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Schadall in Saarburg aus - obwohl seit mindestens vier Jahren klar ist, dass solche Tiere auch die einstige Militärfläche offen halten sollen. Die Fläche, die zum Nationalen Naturerbe in Deutschland zählt, verbuscht zunehmend. Auf ihr leben viele seltene Amphibien wie etwa die Gelbbauchunke, und Fledermäuse jagen dort Insekten. Birken und Sträucher breiten sich auf der 137 Hektar großen Fläche immer weiter aus. In trockenen Jahren fanden sich kaum noch ausreichend Wasserflächen für die Lurche.

Aktuell weiden auf dem vom Hofgut Serrig gepachteten Areal Schafe. Die Tiere - so der Leiter des Hofguts, Michael Köbler - sollen die Fläche weiter für die geplante Extensivbeweidung durch die Rinder und Pferde vorbereiten. Auch wurden im Sommer Teiche angelegt. "Zurzeit gibt es in diesen Bereichen jede Menge Gelbbauchunken", sagt Köbler. Die Schafe sind aber zu leicht, um den Boden dauerhaft zu verdichten. Hierfür sind Rinder und Pferde besser geeignet.
Träger des Beweidungsprojekts ist der Kreis Trier-Saarburg. Er hat mittlerweile die die Förderung des Vorhabens bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz beantragt. "Da dieser Antrag mit dem Landesumweltministerium abgestimmt werden muss, rechnen wir bis Ende dieses Jahres oder Anfang 2017 mit der Bewilligung", sagt Thomas Müller, Pressesprecher des Kreises. Die Entscheidung über das Beweidungsprojekt selbst müsse dann die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord als Obere Naturschutzbehörde treffen.

Bereits vor zehn Monaten hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Henter die frühere Landesregierung gefragt, ob es nicht sinnvoll sei, das Beweidungsprojekt "durch das in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Hofgut Serrig der Lebenshilfe betreiben zu lassen". Ulrike Höfken, Umweltministerin des Landes, stellte noch vor den Landtagswahlen klar, dass dieses Vorhaben vom Naturschutzbund (Nabu) Deutschland und dem Hofgut Serrig gemeinsam umgesetzt werden solle. Diese Lösung würden alle Beteiligten begrüßen. In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Henter betonte Höfken, dass es eine aktualisierte Risikobewertung des Landes für den Truppenübungsplatz gebe: "Abgesehen von bisher unbekannten kleinräumigen Verunreinigungen verbleiben die aus Resten von Kampfmitteln bestehenden Risiken: Der Anfangsverdacht einer Kontamination der innerhalb der Fläche liegenden Regenrückhaltebecken hat sich nicht bestätigt." Die Frage, wer für die Beseitigung etwaiger Altlasten verantwortlich gewesen wäre und die Tatsache, dass das Land den Truppenübungsplatz erst in diesem Jahr vom Bund übernommen hat, hatten das Weideprojekt in der Vergangenheit verzögert.Meinung

Eine weitere Schatzkiste
Nach den Militärs kommen die Unken. Mancher befürchtete, sie würden auf dem früheren Truppenübungsplatz nur nach Hilfe rufen. Und tatsächlich sah es in den vergangenen Jahren häufiger so aus, als würde das Beweidungsprojekt mit Taurusrindern und Konikpferden ausgebremst werden. Doch allen - offiziell nie erklärten - Widerständen zum Trotz, scheint es jetzt allmählich Realität zu werden. Damit bekommt die Verbandsgemeinde Saarburg ein zweites bundesweit bedeutendes Schutzgebiet. Denn auch das Naturschutzgebiet Tabener Urwald zählt mit seinen Käfern zu den nationalen Schatzkisten, für die unsere Region Verantwortung trägt. saarburg@volksfreund.de