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Geld aus Brüssel für Ideen am Ort

Geld aus Brüssel für Ideen am Ort

KONZ. Europa ist ein Kontinent der Regionen. Grund genug, Maßnahmen da zu fördern, wo sie erdacht und umgesetzt werden. Dazu hat die Europäische Union das "Leader+"-Konzept erdacht. Die Ergebnisse aus der Region wurden jetzt den Medien vorgestellt.

"Sahnehäubchen" seien die "Leader+"-Projekte, sagt Franz-Josef Strauss vom Mainzer Wirtschaftsministerium. Die Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union ersetzt also keineswegs traditionelle Förderungsmaßnahmen. Abseits von Genehmigungsbürokratie und Ressortzuordnung unterstützt "Leader+" die Projekte, die am Ort erdacht und ausgeführt werden. "Leader+" soll regionalbezogen und ressortübergreifend funktionieren - und vor allem basisnah. In einem Wettbewerb hatte das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium vor drei Jahren zur Einreichung von gebietsbezogenen Entwicklungsprojekten aufgefordert. Sie werden zu 50 Prozent von der EU und zu unterschiedlichen Prozentsätzen von Land, Kreisen und Kommunen gefördert. Unter den sieben Gruppen, die landesweit den Zuschlag erhielten, befand sich auch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Moselfranken. Sie betreut Projekte in den Verbandsgemeinden Konz, Saarburg und Trier-Land, setzt sich aber zum größeren Teil aus Vertretern nichtstaatlicher Organisationen zusammen. So haben die "Freunde des Elblingweins Obermosel" ihren Platz in der Aktionsgemeinschaft, ebenso wie die Galerie Reeh in Oberbillig oder der Heimatverein Igel. Drei Jahre nach dem Start, ungefähr zur Halbzeit der bis 2008 laufenden "Leader+"-Förderung, stellten die Initiatoren, an ihrer die Spitze die Verbandsgemeinde-Bürgermeister Wolfgang Reiland (Trier-Land), Günther Schartz (Saarburg) und Winfried Manns (Konz), sechs aktuelle Projekte vor. Es handelt sich um Vorhaben aus den Bereichen Denkmalrestaurierung und Dorferneuerung, Tourismusförderung, Weiterbildung und Jugendförderung. Gemeinsam ist ihnen der Bezug zu Einrichtungen und Personen auf der lokalen Ebene. Die Projekte orientieren sich nicht streng an Ressortgrenzen, sondern bewegen sich quer durch alle Bereiche, die Kapital der Region sein können. Ein Projekt unterstützt die Instandsetzung von Gebäuden zur Förderung regionaltypischer Ortsbilder, ein anderes die Herrichtung von Wegekreuzen. Mit dem "Grünkonzept Saarmündung" will die Stadt Konz ein vernachlässigtes Areal zum Ruhepunkt für Touristen und Nahurlauber aufwerten. Verbandsgemeinde und Dekanatsjugendstelle Saarburg erproben ein Vorhaben mit dem Titel "Kommunikations & Partizipationsprojekt Saarburger Land". Das soll Kinder und Jugendliche an ihre Heimatgemeinden binden. Schließlich ist ein "Multimedialer Kulturlandschaftsführer Moselfranken" in Vorbereitung, der historische Gebäude des Bezirks in 3D-Rekonstruktionen präsentiert, unter anderem die Kaiservilla in Konz. Von der sind nur noch Reste erhalten. Knapp eine Million Euro stehen der LAG aus dem "Leader+"-Topf zur Verfügung. Davon wurde bisher gut die Hälfte abgerufen. Für den Restbetrag stehen weitere Projekte an, unter anderem römische Kunst am Konzer Saar-Kreisel und ein "Nordic-Walking Parcour" in Zemmer. Basisnah und quer durch alle Ressorts.