Geld der EU fließt an Mosel und Saar

Geld der EU fließt an Mosel und Saar

Insgesamt etwa 300.000 Euro aus dem Leader-Programm der EU fließen in die Region. Mit dem Fördergeld werden etliche Projekte finanziert, die Gemeinden im ländlichen Raum unterstützen sollen. Saarburg, Mannebach, Konz und Wellen sind diesmal dabei.

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Moselfranken kann beinahe aus dem Vollen schöpfen. "Weil andere Gruppen in Rheinland-Pfalz einen Teil des ihnen zustehenden Geldes nicht abrufen können, gibt es zusätzliche Förderung für uns", sagt Thomas Wallrich, Geschäftsführer der LAG Moselfranken mit Sitz in Saarburg. Die LAG kümmert sich um die Vergabe von Fördergeld, das aus dem Leader-Programm der EU kommt.

Für die aktuelle Förderperiode von 2007 bis 2013 waren für die LAG Moselfranken ursprünglich 1,35 Millionen Euro vorgesehen. Inzwischen sind es 1,6 Millionen. "Wir sind halt sehr aktiv", sagt Wallrich, klopft sich und den Kollegen gedanklich auf die Schulter und schmunzelt.

Sechs neue Projekte in Saarburg, Mannebach, Konz und Wellen profitieren von dem Geldsegen aus Brüssel. Die Bauarbeiten dafür sollen noch 2013 beginnen. Insgesamt 600.000 Euro investieren die privaten und kommunalen Projektträger. Etwa die Hälfte davon ist Fördergeld.

Die Geschäftsstelle der Saar-Obermosel-Touristik (SOT) in Konz bekommt ein neues Domizil. Sie zieht in die ehemalige Tierhandlung Fressnapf an der Saarstraße. Die alte Filiale ist nicht barrierefrei. Die neue dagegen wird behindertengerecht, bekommt also einen ebenen Zugang, automatische Türen und eine rollstuhlgerechte Informationstheke. "Der Standort ist direkt am Radweg und damit ideal. Außerdem haben wir mehr Lagerraum für unser Material", sagt Geschäftsführerin Stefanie Koch. Wunschtermin für den Einzug ist Juni. 52.000 Euro werden investiert, 24.000 Euro Fördermittel stehen dann bereit.

Das Umfeld der Pfarrkirche in Wellen bekommt ein neues Gesicht. Die Treppen sollen zukünftig leichter zu bewältigen sein. Bänke laden dann zum Verweilen ein. "Es wird ein Treffpunkt für Jung und Alt. Und für Touristen", sagt Ortsbürgermeister Hans Dostert.

Viele Touristen würden zwar die Kirche besuchen, hätten dort aber bisher keine Möglichkeit zur Rast. Auch optisch soll der Bereich mehr hermachen. "Wir erneuern Pflasterung und Bepflanzung", sagt Dostert. 150.000 Euro investiert die Gemeinde. 72.000 Euro kommen aus dem Leader-Programm. Ende 2013 soll alles fertig sein. An der Altstadtbrücke in Saarburg entsteht ein neuer Radweg. Die Rampe führt vom Brückenkopf auf der Beuriger Seite hinab zum Ufer. Bisher müssen Radfahrer über eine Treppe laufen und das Rad durch eine Betonrinne schieben. "Für uns als Tourismusstadt ist es wichtig, möglichst fahrradfreundlich zu sein", hatte Stadtbürgermeister Jürgen Dixius in einer Sitzung des Bauausschusses im vergangenen Jahr gesagt. Behindertengerecht wird der Zugang zur Saar aber nicht. "Der Weg wird für Rollstuhlfahrer zu steil sein. Für eine bessere Lösung fehlt der Platz", sagt Wallrich. 80.000 Euro kostet der Weg, 37.000 Euro davon sind Fördergeld. Baubeginn ist im Frühjahr.

Geld gibt es auch für die Ortskern-Initiative der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg. Die Verwaltung hat etliche Fördertöpfe mit einer Werbekampagne bekanntgemacht (der TV berichtete). Damit Bauherren etwa bei Sanierungen Steuervorteile bekommen, müssen die Gemeinden Sanierungsgebiete festlegen. Dafür engagieren sie einen Experten. Bisher haben nur Freudenburg und Fisch das getan. Mit Geld aus dem Leader-Programm können weitere Gemeinden Planer beauftragen. Das wird insgesamt grob geschätzt 180.000 Euro kosten. 83.000 Euro kommen aus dem Leader-Topf. "Die Ausweisung von Sanierungsgebieten stößt auf großes Interesse. Auch die Verbandsgemeinden Konz und Trier-Land wollen diese Option prüfen", sagt Wallrich. Erste Planungen laufen bereits. Los geht es im Sommer 2013.

Auch der Panoramaweg durch die Saarburger Weinberge soll aufgemotzt werden. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein wird neue Wegweiser, Bänke und Infotafeln aufstellen. Eine Panoramatafel soll die Kulturdenkmäler der Stadt präsentieren. Der Verein nimmt 25.000 Euro in die Hand. 12.000 Euro sind Fördergeld. Projektstart ist im Frühjahr 2013.

Beispielhaft könnte auch die Gesundheitshütte in Mannebach werden. "Das Projekt wurde in der LAG sehr positiv gesehen", sagt Wallrich. Die Gemeinde wird ein Holzhaus mit seniorengerechten Fitnessgeräten bauen. Die Hütte ist Teil des Mannebacher Mobilitätsmodells, das den Ort vor dem Hintergrund des demografischen Wandels lebenswert halten soll. Die Gesundheitshütte soll sich zu einem Treffpunkt im Dorf entwickeln. 86.000 Euro kostet das Ganze, 35.000 Euro kommen aus Brüssel. Im Sommer 2013 ist Baubeginn.

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