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Geld fließt nicht nur in ein Klärwerk

Geld fließt nicht nur in ein Klärwerk

Mehr Platz schaffen im Greimerather Feuerwehrgerätehaus, die Grundschule in Schillingen sanieren, die Kanalrohre in der Zerfer Ortsdurchfahrt erneuern und das Klärwerk in Mandern modernisieren: Das sind nur vier Projekte, für die die Verbandgemeinde Kell am See in den nächsten vier Jahren Geld ausgibt. Insgesamt sind bis 2019 Investitionen in einer Gesamthöhe von etwa 13,8 Millionen Euro geplant.

Kell am See. "Wir schnallen den Gürtel enger." In der jüngsten Sitzung des Keller VG-Rats kamen Sascha Kohlmann und Manfred Rauber zu dieser gleichlautenden Einschätzung. Mit diesen Aussagen bezogen sich die Sprecher von CDU und SPD auf die geplanten Investitionen im Jahr 2016 (siehe Extra), die aus dem allgemeinen Haushalt der VG finanziert werden müssen. Das Gremium richtete seinen Blick aber noch weiter in die Zukunft. Denn es ging in der Sitzung auch um ein Papier mit einer Gesamtsumme im zweistelligen Millionenbereich. Dabei hat der Rat nicht nur den Fahrplan für Investionen festgelegt, die die VG bis 2019 ins Auge gefasst hat. Er hat zudem den Vorhaben zugestimmt, die die als Eigenbetrieb wirtschaftenden VG-Werke in den nächsten vier Jahren anpacken wollen. Bei den meisten Investitionen der Werke ist es übrigens so, dass die Bürger in den 13 VG-Dörfern von Baldringen bis Zerf dabei indirekt zur Kasse gebeten werden, weil sie Gebühren zahlen müssen. VG-Chef Martin Alten (CDU) betont die Bedeutung des Investitionsprogramms und will es nicht als vorweihnachtliche Wunschliste abtun: "Es ist eine wichtige Grundlage bei der Erstellung unseres Haushaltsplans", sagt Alten.
Die Gesamtsumme: Von 2016 bis 2019 nehmen sich VG und Werke Investitionen vor, die zusammen rund 13,8 Millionen Euro kosten würden. Auf Vorhaben der VG selbst entfällt dabei ein Anteil von 2,6 Millionen Euro. Das Wasserwerk will in diesem Zeitraum 1,6 Millionen Euro ausgeben. Das mit Abstand meiste Geld fließt jedoch in Projekte zur Abwasserbeseitigung. In diesem Betriebszweig sehen die Werke in den nächsten vier Jahren Investitionen in einer Gesamthöhe von 9,6 Millionen Euro vor.
Die wichtigsten Vorhaben der Werke: Der größte Posten ist die Generalsanierung des Klärwerks in Mandern, in dem auch das Abwasser aus den Orten Waldweiler, Kell und Schillingen ankommt. 2018 und 2019 sind für dieses Projekt Ausgaben-Ansätze von jeweils 2,5 Millionen Euro vorgesehen. Viel Geld vergraben die Werke auch im Untergrund, wenn ab nächstem Frühjahr in Zerf die Ortsdurchfahrt (B 407) ausgebaut wird. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Kanalrohre und Wasserleitungen erneuert, was 2016 und 2017 Kosten von etwa 1,3 Millionen Euro verursacht. Die für 2017 geplante Erschließung des Baugebiets Mandern, wo die Werke Versorgungsleitungen verlegen, schlägt mit 920 000 Euro zu Buche.
Die wichtigsten Vorhaben der VG: Zentrales Hoheitsgebiet der Verbandsgemeinden ist deren Zuständigkeit für das Feuerwehrwesen und die Grundschulen. In den Brandschutz will die VG bis 2019 etwa 650 000 Euro investieren. Neben den bereits im nächsten Jahr vorgesehenen Projekten (siehe Extra) stehen unter anderem noch der Kauf von Feuerwehrfahrzeugen in Waldweiler (110 000 Euro) und von sogenannten Gerätewagen-Tragkraftspritzen für die Wehren in Baldringen, Paschel und Schömerich (jeweils 40 000 Euro) auf der Agenda. Bei den Schulen enthält das Investitionsprogramm einen klaren Fingerzeig - und zwar, dass am Fortbestand des Standorts Schilllingen wohl nicht gerüttelt wird. Denn ab 2017 sind insgesamt 600 000 Euro für die Sanierung dieses Gebäudes vorgesehen. Gänzlich außen vor bleibt im Investitionsprogramm vorerst noch ein anderes Gebäude: die Grund- und Realschule Zerf. Sie befindet sich noch in Trägerschaft des Kreises. Dieser will aber den Realschulstandort Zerf aufgeben und konzentriert sich dann auf Kell, wo bis 2019 ein Neubau entstehen soll. Da in Zerf aber höchstwahrscheinlich zumindest die Grundschule erhalten bleibt, ist davon auszugehen, dass die VG die Trägerschaft für dieses Gebäude vom Kreis übernehmen wird.

Extra

Im Vergleich zu 2015 will die VG ihre Investitionen nächstes Jahr zurückfahren. 2015 waren 536 000 Euro für neue Projekte geplant, 2016 nur noch 326 000 Euro. Vom letztgenannten Betrag entfallen allein 220 000 Euro auf den Bereich Brandschutz, also die Feuerwehren. So sind unter anderem die Erweiterung des Gerätehauses in Greimerath (70 000 Euro) und der Kauf von neuen, modernen Helmen für die Feuerwehrleute in den 13 Orten (insgesamt 44 000 Euro) beabsichtigt. In eine bessere Ausstattung ihrer Grundschulen investiert die VG 2016 lediglich rund 47 000 Euro. Dieser geringe Betrag lässt sich dadurch erklären, dass größere bauliche Aktivitäten an den Schulgebäuden vorerst auf Eis gelegt sind. Die VG will nämlich zunächst bis Sommer 2016 ein Konzept fertigstellen. Es soll klären, welche Schulstandorte langfristig erhalten bleiben und welche Schulen möglicherweise geschlossen werden (der TV berichtete mehrfach). ax