Geld und Muße für Philosophie

Kanzem . Die Anlegung des "philosophischen Friedhofsgartens", der Baubeginn in den Neubaugebieten "Ober`m Mergel" und "Kirchenwies" sowie ein ganzes Bündel von Maßnahmen zur Touristenwerbung stehen ganz oben auf der Wunschliste des Gemeinderates.

Einstimmig hat der Gemeinderat den Haushaltsplan 2003 mit einem Fehlbedarf von 192 000 Euro im Verwaltungshaushalt beschlossen. Rund 166 000 Euro sollen an neuen Krediten aufgenommen werden.Die Abschnitte des Lebens

In diesem Jahr wird mit der Anlage des "philosophischen Friedhofsgartens" begonnen. Ein Loch in der Friedhofsmauer, dahinter eine Brachfläche mit ein paar Bäumen und Sträuchern ­ das ist das Einzige, was bisher von dem Projekt zu sehen ist. "Im Februar wollen wir mit den Arbeiten beginnen", berichtete Ortsbürgermeister Günter Frentzen.Der Garten soll in vier Teilbereichen die verschiedenen Lebensabschnitte des Menschen von der Geburt bis zum Tod darstellen. Ein Wasserlauf, verschlungene Wege, eine üppige Bepflanzung und ein Pavillon aus Glas und Stahl sollen zum Innehalten einladen. "Der Garten wird ein Gesamtkunstwerk, in dem man sich trifft und verweilt", sagte Frentzen, "die Bürger können sich an der Bepflanzung und Gestaltung beteiligen".Wegen des modellhaften Charakters will die Gemeinde das Projekt in die Landesgartenschau 2004 einbinden. 140 000 Euro betragen die Gesamtkosten der Maßnahme, wovon das Land Rheinland-Pfalz einen Zuschuss von knapp 90 000 Euro zahlt.Eigenleistung ist auch bei der Renovierung des Umkleidegebäudes am Sportplatz gefragt. Nachdem die Kommunalaufsicht im vergangenen Jahr ihr Veto zur Finanzierung der Maßnahme eingelegt hatte, wurden in diesem Jahr 12 000 Euro an Materialkosten zur Erhaltung der Anlage in den Verwaltungshaushalt aufgenommen.Normenkontrollklage eingereicht

Problematischer gestaltet sich der Vorstufenausbau im Neubaugebiet "Ober`m Mergel". 22 Baustellen sollen hier entstehen, der Bebauungsplan ist bereits erstellt und genehmigt. 231 000 Euro sind für Vorstufenausbau und Grunderwerb im Haushaltsplan veranschlagt. Abzüglich der Erschließungsbeiträge muss die Gemeinde gut 84 000 Euro aus der eigenen Kasse zahlen.Dieses Geld kann sie sich in diesem Jahr aber möglicherweise sparen. "Nachdem der Haushalt verabschiedet war, hat ein Anlieger eine Normenkontrollklage eingereicht", erläuterte Ortsbürgermeister Frentzen, "die Begründung ist mir noch nicht bekannt. Aber damit ist die Maßnahme vorerst gestoppt".Im Neubaugebiet "Kirchenwies" gibt es diese Probleme offensichtlich nicht. Der Bebauungsplan liegt zur Genehmigung bei der Kreisverwaltung. Knapp 127 000 Euro sind für den Vorstufenausbau eingeplant. Hinzu kommen rund 19 000 Euro für Ausgleichsmaßnahmen. Der Gemeindeanteil beträgt 31 000 Euro. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein.Auch in diesem Jahr will der Gemeinderat mit verstärkter Werbung und neuen Ideen Touristen von Nah und Fern an die Saar locken.Für den jährlichen Veranstaltungskalender, den Internetauftritt und eine bessere Beschilderung für Radwege und Gastronomiebetriebe sind im Haushalt rund 10 000 Euro vorgesehen.

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