Gelungener Auftakt zur Spenden-Tour: Benefizradler starten in Trier mit viel Rückenwind

Vor-Tour der Hoffnung : Drei Tage unterwegs in der Großregion: Benefizradler starten in Trier mit viel Rückenwind

Perfekter Auftakt für die „Vor-Tour der Hoffnung“: Am Sonntag sind 160 Spendensammler, darunter viele Promis, in Trier zur dreitägigen Tour durch die Großregion aufgebrochen. Schon am ersten Stopp erlebten sie Überraschendes.

Dutzende Menschen in grün-weißen Radfahrer-Trikots haben sich am Sonntagmorgen vor der Porta Nigra in Trier versammelt. Überall hört man das Geräusch von klackenden Radler-Schuhen auf dem Asphalt. Dazwischen ertönt immer wieder ein „Hallo!“ gefolgt von herzlichen Umarmungen.

Es sind die Teilnehmer der Benefiz-Radtour „Vor-Tour der Hoffnung“, die sich auf ihren Start vorbereiten. Drei Tage lang werden sie rund um Trier und in der Großregion unterwegs sein, um in den Dörfern Spenden für krebskranke und hilfsbedürftige Kinder einzusammeln. „Es ist jedes Jahr wie ein großes Familientreffen“, sagt Jürgen Grünwald, der mit seinem Verein Vor-Tour der Hoffnung die Rundfahrt schon zum 24. Mal organisiert. „Uns vereint alle, dass wir möglichst viel Geld für die Kinder erradeln wollen.“

Vor-Tour der Hoffnung - Tag 1

Unter den etwa 160 Fahrern sind einige Prominente aus Sport, Politik und Wirtschaft, die die 1996 gegründete Benefiztour zum Teil seit Jahren unterstützen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist mit Ehemann Klaus Jensen dabei: „So viel Ehrenamt, Spendenbereitschaft und Tatkraft sind einfach toll“, lobt sie. Für Eiskunstlauf-Ikone Norbert Schramm ist es „jedes Mal ein wunderschönes Erlebnis. Ich freue mich schon darauf, dass es wieder losgeht.“

Nach einem Gruppenfoto vor der Porta gibt Grünwald seinen Mitstreitern noch eine besondere Motivation mit auf den Weg. Vertreter der Kirchengemeinde St. Martin aus Schweich übergeben einen Scheck über 1500 Euro, gesammelt während des Pfarrfests. Damit sind im Laufe des Jahres schon insgesamt 251 000 Euro für die Tour zusammengekommen. „Das ist ein schöner Vorschuss, aber das soll natürlich noch mehr werden“, spornt Grünwald die Radler an.

Angeführt von Malu Dreyer im Spezial-Tandem rollt der Tross pünktlich um 10.15 Uhr in Richtung Moselufer, weiter die Pellinger Straße hinauf und durch das von Weinbergen gesäumte Konzer Tälchen. Erster Stopp-Ort an Tag eins ist der Festplatz des Weinfestivals in Konz-Oberemmel – quasi ein Heimspiel für Joachim Weber, Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde Konz, der mit seiner Frau mitradelt. „Wir fahren beide gern Rad und finden es unheimlich wichtig, so eine gute Sache zu unterstützen“, sagt Weber.

Vor-Tour der Hoffnung - Der Start in Trier

In Oberemmel wartet eine Überraschung auf die Fahrer. Grundschüler aus dem Ort schließen sich ihnen an und begleiten sie das letzte Stück bis zur Bühne. Dort warten Kita-Kinder und singen mit den Tour-Teilnehmern. Die sind bester Laune – es dauert nicht lange, bis sie in einer Polonaise mit den Oberemmelern über den gut gefüllten Platz ziehen. Dann stellt Grünwald einige prominente Mitstreiter vor: Dabei sind unter anderem der Ex-Zehnkämpfer Guido Kratschmer, die Kunstrad-Weltmeisterinnen Lisa Hattemer und Julia Thürmer, der gebürtige Trierer und zweifache Radsport-Meister Reimund Dietzen sowie Tour-Schirmherrin und Biathlon-Olympiasiegerin Petra Behle. Die „Promis“ stellen sich Fragen der neugierigen Kinder. „Warum habt ihr so viele Muskeln?“, will ein Junge wissen. „Durch Training. Aber das ein oder andere Glas Moselriesling ist dabei auch nicht schädlich“, antwortet spontan die amtierende deutsche Weinkönigin Carolin Klöckner.

Ortsvorsteher Hermann-Josef Benzkirch hat dann die zweite große Überraschung im Gepäck. „Der ganze Ort hat fleißig gesammelt für die stolze Summe von 9319 Euro“, berichtet er – und zerreißt den Scheck. Denn die Winzer haben noch einen Tausender draufgelegt, und so landen mehr als 10 000 Euro auf dem Spendenkonto. Tour-Organisator Grünwald ist begeistert: „Danke für diesen tollen Empfang. Jetzt können wir mit einem sehr guten Gefühl weiterfahren.“

In Trier machen sich die Vor-Tour-Radler am Sonntag vor dem Mercure Hotel Trier Porta Nigra auf den Weg. Drei Tage dauert die Benefizfahrt insgesamt, die bis Dienstag quer durch den Kreis Trier-Saarburg und die Großregion führt. Foto: Rainer Neubert

Auf dem Programm stehen am ersten Tag noch Stopps in Wiltingen, im luxemburgischen Grevenmacher und in Langsur-Mesenich. Ein besonderer Moment ist am frühen Abend bei der Rückkehr nach Trier der Besuch im Dom, wo Bischof Stephan Ackermann allen Teilnehmern einen Reisesegen spendet. Am heutigen Montag steigen die Spendensammler wieder aufs Rad und kommen unter anderem in Konz, Hermeskeil und Waldrach vorbei (siehe Info). Das gesammelte Geld kommt Institutionen zugute, die sich in der Krebsforschung engagieren oder sich auf andere Weise für kranke Kinder und deren Familien einsetzen.

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