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Gemeinde Greimerath will kräftig investieren – Sorgen bereitet der Wald

Kommunalpolitik : Gemeinde Greimerath will kräftig investieren – Sorgen bereitet der Wald

Mehrgenerationenplatz, Straßenausbau, ein neues Baugebiet – die Gemeinde Greimerath hat viel vor. Für einen Teil dieser Projekte kann sie mit hohen Zuschüssen aus einem Förderprogramm rechnen. Einnahmen aus dem Forst fließen in nächster Zeit jedoch nicht wie gewohnt.

Der Wald ist eigentlich eine verlässliche Einnahmequelle für Greimerath. Doch in diesem Jahr hat der trockene Sommer die waldreiche Hochwaldgemeinde empfindlich getroffen. „Ich bin seit 30 Jahren kommunalpolitisch tätig, solche negativen Zahlen musste ich noch nie verabschieden“, klagte Ortsbürgermeister Edmund Schmitt (FWG) jüngst im Gemeinderat.

Helmut Lieser, Leiter des Forstamts Saarburg, beschrieb die Misere noch deutlicher: „Die Situation im Wald hat sich dramatisch verändert.“ Die Dürre ab dem Frühjahr habe die Fichten besonders geschwächt, die dem Borkenkäfer „nichts mehr entgegenzusetzen“ hatten. Um die Verbreitung der Schädlinge zu verhindern, habe das Team von Förster Helmut Gödert zwar gut reagiert und die befallenen Bäume schnell aus dem Wald geholt. Doch der Markt sei „an diesem Käferholz am Ersticken“. Allein im Bereich des Forstamts seien 90 000 Festmeter davon angefallen.

Die Preise seien enorm gefallen – zum Teil auf 35 bis 18 Euro pro Festmeter Fichte. Dies spiegele sich in den „unschönen Ergebnissen“ der Wirtschaftspläne. 2018 gab es laut Lieser in Greimerath noch ein Plus von 204 000 Euro – bedingt allerdings durch einen ungewöhnlich hohen Einschlag. 2019 werde mit 38 000 Euro „Miesen“ enden, 2020 geschätzt mit einem Minus von 58 000 Euro. Mit einer satten Finanzspritze aus dem Wald ist somit vorerst nicht mehr zu rechnen. Noch im Vorjahr hatte die Gemeinde mehr Bäume fällen lassen als ursprünglich geplant, um mit dem Geld das marode Dach der Grimoldhalle zu reparieren. „Das war unser Glück, heute wäre das so nicht mehr möglich“, stellte Ratsmitglied Sebastian Ottrembka (FWG) fest.

In nächster Zeit hat die Gemeinde jedoch viele kostspielige Projekte vor der Brust. Das zeigt das vom Rat einstimmig beschlossene Investitionsprogramm bis 2023. Für etwa 1,16 Millionen Euro soll der Dorfplatz zum Mehrgenerationenplatz mit Pavillon, Bühne und Kiosk umgestaltet werden. „Das wollen wir im nächsten Jahr endlich umsetzen“, sagte Schmitt. Der Ausbau der Hauptstraße wird rund 1,76 Millionen Euro kosten. 225 000 Euro sind kalkuliert für die Unterstützung privater Sanierungsprojekte, 70 000 Euro für die Gestaltung des Hochwaldplätzchens (ehemals Haus Meiers), 90 000 Euro für einen Verbindungsweg zwischen Dorfplatz und Dorfpark. Für die weitere Sanierung der Grimoldhalle sind 250 000 Euro nötig, knapp 160 000 Euro fließen unter anderem für neue Fenster in Kita und Grundschule.

Bedarf gibt es auch beim Bauland. Laut Schmitt will die Gemeinde den zweiten Bauabschnitt „Auf dem Altenweg“ erschließen. Dort könnten aber maximal zwei gemeindeeigene Bauplätze entstehen. Der Rat beschloss daher mit deutlicher Mehrheit, ein Neubaugebiet am Standort „Lochgarten“ nahe der Brittener Straße anzugehen. Drei CDU-Mitglieder, die sich bei der Abstimmung enthielten, favorisierten stattdessen ein Gebiet in Verlängerung der Schulstraße. Dies lehnte die Ratsmehrheit ab, weil die Grundstücke dort zu steil und daher schwer verkäuflich wären.

Alle diese Projekte würden den kommenden Haushalt sicherlich belasten, sagte der Ortschef. „Aber wenn wir es jetzt nicht machen, wann dann?“ Damit spielte er auf ein Städtebau-Förderprogramm an, von dem Greimerath bis 2023 profitiert. Öffentliche Projekte werden in der Regel zu 75 Prozent bezuschusst. Auch Private können darüber an Zuschüsse kommen. „Da tut sich einiges“, freute sich Schmitt. Laut Werner Mencher von der Verbandsgemeinde-Verwaltung Saarburg-Kell sind bei geplanten Ausgaben von rund 2,5 Millionen Euro – unter anderem für den Dorfplatz – etwa 1,5 Millionen Euro Förderung zu erwarten. Zum Straßenausbau steuern die Anlieger etwa 523 000 Euro bei.

Philipp Roth (CDU) mahnte: „Wir haben ein dickes Brett zu bohren.“ Trotz der Förderung summiere sich der Eigenanteil der Gemeinde auf um die 700 000 Euro. Zukünftige Investitionen müsse man daher „genau abwägen und strategisch planen“.

Beigeordnete Christel Martin (SPD) sagte: „Die Zahlen tun natürlich weh. Aber wir müssen auch die Dinge am Laufen halten, damit unser Dorf attraktiv bleibt.“ Ortschef Schmitt erklärte: „Es kommen auch wieder Jahre, wo es diese Anstrengungen nicht braucht.“