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Gemeinde Mettlach plant zehn neue Windräder

Gemeinde Mettlach plant zehn neue Windräder

Nahe den Mettlacher Ortsteilen Weiten und Orscholz sollen sich künftig bis zu zehn neue Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von etwa 200 Metern drehen. Sie stehen dann direkt an der Landesgrenze - und damit auch den Freudenburgern vor der Nase.

Freudenburg/Weiten. In Sachen Windkraft tut sich einiges auf dem Saargau. Erst jüngst beriet der Verbandsgemeinderat Saarburg über die Fortschreibung des Flächennutzungsplans. Er soll fünf Windparks in der Verbandsgemeinde ermöglichen (der TV berichtete). Nun hat die saarländische Gemeinde Mettlach über ähnliche Pläne an der Landesgrenze informiert. Davon sind auch die Freudenburger als direkte Nachbarn der neuen Anlagen betroffen.
Es geht um die Windkraftstandorte "Östlich Schwarzbruch" bei Orscholz und "Wintersteinchen". Mit der Erschließung dieser Windparks hat der Gemeinderat vergangene Woche die Wiesbadener Firma Abo-Wind beauftragt. Albrecht Gölzer vom Saarbrücker Büro der Firma erklärte, Abo-Wind sei es dabei um eine "vernünftige Maximalplanung" gegangen: "Wir wollten zeigen, was auf den Flächen möglich ist." Nach Ansicht der Projektentwickler könnten auf den betreffenden Flächen bis zu 13 Windräder betrieben werden. Allerdings rechnet Abo-Wind selbst damit, dass diese Maximalzahl im Zuge der weiteren Planungen auf zehn reduziert wird. Dabei würden alle Windräder einen Mindestabstand von 1000 Metern zur bebauten Ortslage einhalten.
Gemeinde will Flächenpool



Für den Bereich "Östlich Schwarzbruch" sieht das Konzept drei Windräder vor, die allesamt im Wald stehen würden. Bis zu neun Anlagen könnten bei Weiten gebaut werden, wo die Windkraft-Konzentrationszone auf drei Areale verteilt ist: Holscheider Wald (vier Anlagen), Wintersteinchen I (drei) und Wintersteinchen II (zwei). Aber, so Gölzer: "Wir werden mit großer Sicherheit im Laufe des Planungs- und Genehmigungsverfahrens ein oder zwei Anlagen dort verlieren." Daher rechne Abo-Wind mit insgesamt zehn Windrädern auf den beiden Gebieten.
Ein großer Teil der Grundstücke in den genannten Gebieten befindet sich im Eigentum der Gemeinde oder des Saarforst-Landesbetriebes. Wie Bürgermeister Carsten Wiemann in Weiten betonte, strebe die Gemeinde eine sogenannte Flächenpool-Lösung an, bei der diese Grundstücke mit denen in privatem Eigentum gemeinsam erschlossen und geplant werden sollen. Damit wolle die Gemeinde die Planungshoheit so lange wie möglich in eigenen Händen behalten und zugleich konkurrierende Planungen vermeiden. Zudem hatte der Gemeinderat mit der Einleitung dieses Bebauungsplanverfahrens auch gleichzeitig eine Veränderungssperre beschlossen. Jedwede wertsteigernde Veränderung an den betroffenen Grundstücken (wie etwa der Bau eines Windrades) oder auch deren Verkauf seien dadurch genehmigungspflichtig und könnten von der Gemeinde unterbunden werden.
"Durch die Veränderungssperre haben wir zudem ein Zeitfenster von zwei, im Extremfall bis zu vier Jahren, die wir uns für eine durchdachte Planung nehmen können", sagte Wiemann. Er ging auf der Versammlung auch auf die Fragen und Bedenken aus den Reihen der rund 80 Besucher ein. Der Bürgermeister betonte, dass für das jetzt eingeleitete Bebauungsplanverfahren noch eine Vielzahl von Fachgutachten erstellt werden müsste, was noch mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen werde.
Auch die an diesem Abend vorgestellten Standorte der Windräder seien, ebenso wie ihre endgültige Anzahl, nicht fixiert und könnten im Laufe des Planungsverfahrens noch verändert werden.