Gemeinde Nittel macht mehr Schulden

Nittel · Neue Schulden werden gemacht - aber es gibt Aussicht auf Besserung: Der Ortsgemeinderat Nittel hat den Haushalt 2012 verabschiedet. Fast noch länger als mit den Finanzen beschäftigte sich der Rat mit dem Problem Hundekot.

Nittel. Der Ortsgemeinderat Nittel war nur knapp beschlussfähig. Erst zehn, später dann elf von 16 Ratsmitgliedern waren im Hotel Moselblick im Ortsteil Rehlingen zusammengekommen. Dabei stand der Haushalt 2012 auf der Tagesordnung. Nittels Schulden steigen im laufenden Jahr um weitere 2,5 Millionen Euro auf dann gut 6,5 Millionen Euro. Der Grund: die Investitionen in das Baugebiet Wiesengraben. In den kommenden Jahren rechnet man allerdings mit Überschüssen, die zur Schuldentilgung verwendet werden sollen.
Es gab allerdings wenig Diskussionsbedarf. Zuvor war bereits beschlossen worden, dass Nittel am Kommunalen Entschuldungsfond teilnimmt und die dafür notwendige Erhöhung der Einnahmen mit der Anhebung der Grundsteuer ebenfalls schon umgesetzt ist.
Dass es trotzdem nicht beim einfachen "Weiter so" bleiben soll, wurde deutlich, als die Ratsmitglieder verabredeten, noch einmal sämtliche Einzelpositionen des Haushalts genauestens auf mögliche Einsparungen zu überprüfen. Ein konkreter Termin für dieses außerhalb der regulären Ratssitzungen geplante Treffen wurde allerdings nicht vereinbart.
Die Räte beklagten sich darüber hinaus, dass 83 Prozent des Nitteler Haushalts fremdbestimmt seien (Umlagen für VG und Kreis, Kindergarten und Weiteres).
Weitere Beschlüsse: Änderung des Bebauungsplans, Teilgebiet "Kalkkaul". Die Firma Beda-Regie-Bau kauft sich aus der Pflege einer Weinbergsbrache durch die Zahlung von 6 000 Euro frei. Das Geld wird für Aufforstung verwendet.
Dank einer 4100-Euro-Spenden können zwei Wegekreuze saniert werden (Gemeindeanteil 2700 Euro).
Nittel wird 2012 nicht am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teilnehmen, da wegen der zu erwartenden Bauarbeiten keinerlei Erfolgsaussichten gesehen werden.
Noch einmal Fahrt nahm die Sitzung bei "Berichte und Verschiedenes" auf. Insbesondere das Thema Hundekot erregte die Ratsmitglieder. Die Vorschläge reichten von "drastische Erhöhung der Hundesteuer" bis hin zu "Aufstellung von Automaten für Kottüten".
Der gemeinsam mit den Nachbargemeinden Wellen und Machtum (Luxemburg) einzurichtende "geologische Lehrpfad" wird gefördert. Offen dagegen ist noch, ob die erwünschte Kanuanlegestelle am Moselufer unterstützt wird. jbo