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Gemeinde Schillingen schafft bald neues Bauland

Dorfentwicklung : Gemeinde Schillingen schafft bald neues Bauland

In diesem Jahr soll in dem Hochwaldort die Erschließung von acht neuen Grundstücken beginnen. Weil die aber größtenteils schon reserviert sind, denkt die Gemeinde bereits an ein weiteres Baugebiet.

Im Hochwaldort Schillingen leben derzeit etwa 1200 Menschen. Baugrundstücke, um weitere Bürger in den Ort zu locken, kann die Gemeinde aktuell nicht mehr anbieten. Deshalb soll so bald wie möglich in diesem Jahr der dritte Abschnitt des Baugebiets Auf dem Wadel erschlossen werden. Allerdings sind von diesen acht Parzellen bereits sechs reserviert, wie Ortsbürgermeister Markus Franzen (CDU) jüngst im Gemeinderat mitteilte.

Deshalb hat sich die Gemeinde auf die Suche nach geeigneten Flächen für ein weiteres Neubaugebiet begeben. Nils Osterwalder hat sie dabei unterstützt. Der Mitarbeiter der Verbandsgemeinde-Verwaltung Saarburg-Kell zeigte in einer Präsentation, wo er sich ein Baugebiet vorstellen und wie dieses verkehrstechnisch erschlossen und in Parzellen aufgeteilt werden könnte. „Das sind nur Testentwürfe“, betonte er. Details zur Erschließung müssten noch ausführlich geprüft werden. Zudem sei zu klären, wem die Flächen gehörten und ob die Eigentümer sie überhaupt verkaufen würden.

Der gelernte Stadtplaner stellte drei von ihm favorisierte Flächen vor. Die erste würde an das Baugebiet Auf dem Wadel anschließen und Platz für 39 Grundstücke bieten. Alternativ könnte ein Gebiet mit 25 Bauplätzen westlich der Bahnhof­straße entstehen. Dieses könnte über eine Verlängerung der Talstraße erschlossen werden. 14 Grundstücke hält der Planer südlich der Sittischstraße für möglich.

Wolfgang Schäfer (SPD) bedankte sich für die „gute Diskussionsgrundlage“. Manche der vorgestellten Dimensionen seien „für den Bedarf in Schillingen etwas zu viel“, stellte Schäfer fest. Er brachte eine weitere kleinere Fläche ins Spiel, die neben dem Friedhof liegt und der Gemeinde gehört: „Das ist Land, das wir sicher hätten und kostengünstig erschließen könnten.“ Der SPD-Fraktionschef regte an, zu prüfen, ob diese Gemeindefläche beplanbar wäre und möglicherweise in den Vorschlag drei integriert werden könnte.

Schäfer erkundigte sich außerdem, ob die Gemeinde auch mehrgleisig fahren und mehrere Optionen verfolgen könne. Laut VG-Fachmann Osterwalder müssen potenzielle Siedlungsgebiete normalerweise im Flächennutzungsplan aufgeführt sein. Dieser werde für die gesamte Verbandsgemeinde (VG) demnächst fortgeschrieben. Bis Ende 2019 greife aber noch eine Sonderregelung aus dem Baugesetzbuch. Diese erlaube es, Gebiete mit bis zu 10 000 Quadratmetern bebaubarer Fläche am Ortsrand auszuweisen. Der Bebauungsplan müsse allerdings bis zum 31. Dezember aufgestellt sein. Und es dürften nicht mehrere Beschlüsse „in zeitlicher und räumlicher Nähe“ gefasst werden. Jürgen Dixius, Bürgermeister der VG Saarburg-Kell, ergänzte, dass er ein solches Vorgehen nicht befürworten würde. „Wenn eine Gemeinde auf Vorrat viele Flächen ausweist, kriegen andere ihre Baugebiete womöglich nicht mehr genehmigt.“

Der Rat einigte sich darauf, die Erweiterung des vorhandenen Baugebiets und den Bereich unterhalb der Sittischstraße inklusive der Gemeindefläche weiter zu prüfen. Ortschef Markus Franzen soll nun Kontakt zu den Eigentümern aufnehmen. Sollte sich abzeichnen, dass eine Option sich nicht realisieren lässt, will die Gemeinde die präsentierten Alternativen aufgreifen.